Wie Mineralsalze wirken
Marcus Wengel bezeichnet Mineralstoffe als «Bausteine des Lebens». Der Chemiker führt seit 2009 die Prof. Dr. Biener GmbH im sächsischen Leubsdorf. Das Unternehmen gehört zu einer schweizerisch-deutschen Holding, die natürliche Salzmischungen für Wellness und Meerwasseraquaristik entwickelt, herstellt und vertreibt. Für St.Margrethen produziert es eigene Mischungen und schult die Mitarbeiter.
Ausgangspunkt ist das Quellwasser aus dem Appenzeller Vorderland mit Magnesium, Kalzium, Kalium und Lithium. Je nach Becken und Zeremonie werden weitere Mineralsalze zugesetzt; im Innenbecken etwa kommt eine Mischung nach dem Vorbild des Toten Meeres zum Einsatz.
Besonders gut untersucht ist Magnesium
«Eine dermatologische Studie zeigte, dass Bäder in magnesiumreicher Salzlösung bei Menschen mit trockener, atopischer Haut die Hautfeuchtigkeit und Barrierefunktion verbesserten und Entzündungen reduzierten», so Wahlschweizer Wengel, der zur Entspannung gerne selbst das Mineralheilbad besucht. «Magnesiumionen wirken dabei vor allem in den oberen Hautschichten; Kalzium ist ebenfalls an der Differenzierung der Hautzellen und der Regulation der Hautbarriere beteiligt.»
Kalium ist als Elektrolyt für Flüssigkeitshaushalt, Nerven und Muskeln wichtig, Lithium wird in höheren, kontrollierten Dosen medizinisch eingesetzt. «Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass ein Bad den Körper systemisch versorgt oder eine Behandlung ersetzt», sagt Marcus Wengel. «Die Haut ist eine leistungsfähige Barriere. Wie viele Mineralien sie durchdringen, hängt von Stoff, Konzentration, Dauer und Hautzustand ab.»
Das mindert den Wert der Anwendungen nicht
Wärme, Auftrieb, Bewegung und mineralisiertes Wasser können gemeinsam entspannen und Hautpflege unterstützen. St.Margrethen übersetzt diese Eigenschaften in Zeremonien: Das Kaliumbad wird als «Kalte Brise» inszeniert, Magnesium und Kalzium bilden das «Entspannungsbad», Lithium steht im «Gute-Laune-Bad» im Mittelpunkt. Die Namen vermitteln ein Erlebnis, sind aber keine medizinischen Wirkversprechen – «gut tun sie aber auf jeden Fall, das kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen», so Wengel.
Für die Prof. Dr. Biener GmbH endet die Arbeit nicht bei der Rezeptur: Sie stimmt die Mischungen auf Wassertechnik und Anwendung ab, entwickelt Rituale und vermittelt das nötige Wissen. Geschulte Mineralienmeister geben die Salze ins Wasser und erklären den Gästen deren Eigenschaften.
