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Schweizer Holz auf dem Vormarsch

Schweizer Holz auf dem Vormarsch
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Das Bad als Wohlfühloase, die Küche als Lebensraum: Die Wohnbedürfnisse haben sich in den letzten Jahren verändert. Die Schreinerei Fehlmann AG aus Müllheim gehört zu den grössten Holzverarbeitungsunternehmen im Thurgau. Inhaber und Geschäftsführer Heinz Fehlmann sieht den Trend zum Rohstoff Holz nicht nur im privaten, sondern auch im gewerblichen Bereich.

Heinz Fehlmann, stimmt der Eindruck, dass Eigenheimbesitzer während der aktuellen Corona-Pandemie ihr Wohnobjekt vermehrt umgestalten bzw. Umbauarbeiten vorziehen?
Ja, das stimmt. Eigenheimbesitzer sind vermehrt zu Hause, legen grossen Wert auf ein schönes Zuhause. Sie gehen zurzeit weniger in die Ferien, essen weniger auswärts und verwenden mehr Geld für schönes Wohnen.

Und wo wird vor allem investiert?
Wir stellen fest, dass vermehrt in die Küche oder ins Bad investiert wird, zum Teil werden auch kleinere Ergänzungen – etwa zu Garderoben oder den Bereichen Büro/Arbeiten – realisiert.

Stellen Sie einen Trend zum Rohstoff Holz fest?
Ja! Der Rohstoff Holz wird vermehrt auch in öffentlichen Bauten wie Schulhäusern, Alters- und Pflegeheimen, Wohnen im Alter oder Spitälern eingesetzt. Hier gehen viele Gemeinden und auch der Kanton sozusagen «mit gutem Beispiel voran». Und: Es werden auch wieder vermehrt Wandverkleidungen aus Holz hergestellt. Denn die Vorteile von Holz werden je länger, je mehr in der ganzen Breite der Bevölkerung erkannt.

 

«Holz wird vermehrt auch in öffentlichen Bauten wie Schulhäusern, Alters- und Pflegeheimen oder Spitälern eingesetzt.»

Legen Ihre Kunden auch Wert auf Schweizer Holz oder ist am Schluss vor allem der Preis entscheidend?
Viele Kunden legen zumindest grossen Wert auf eine Schweizer Produktion. Im öffentlichen Bereich ist auch Schweizerholz vermehrt explizit gefragt, während Private und Unternehmen etwas weniger Wert auf die Herkunft legen. Der Preis ist und bleibt aber ein wichtiges Argument, wobei man konstatieren muss, dass Schweizer Holz kaum mehr teurer als ausländisches ist, wir sprechen hier von etwa 5 – 10 Prozent. Das gute Gewissen, Schweizer Holz zu verwenden, ist das meines Erachtens alleweil wert – man verhindert lange Transportwege und damit Umweltbelastungen, erhält Arbeitsplätze in der Schweiz und trägt zur Pflege unseres Waldes bei.

Wie haben sich die Bedürfnisse in den letzten Jahren verändert, was Küche, Bad und Wohnraum erfüllen müssen?
Die Küche ist heute meistens mit dem Wohnraum verbunden, sie wird in ihn integriert und hat deshalb einen sehr hohen Stellenwert. Wichtig sind hier gutes Design, Funktionalität und eine Technik, die das Arbeiten zu erleichtern hilft. Das Bad geniesst heute ebenfalls einen viel höheren Stellenwert als früher: Es wird zum Teil zur Wellnessoase, ergänzt mit einer Dampfdusche oder Sauna. Grosse Trends sind grössere Badezimmermöbel oder Wände mit fugenloser Spachteltechnik – sie wirken mit Naturholz sehr wohnlich.

 

Und was ist beim Innenausbau «in»?
Wir stellen fest, dass die Wohneigentümer vermehrt auf natürliche Materialien setzen, auf Holzarten mit starker Struktur kombiniert mit schwarzen Beschlägen etwa, aber auch auf Kombinationen mit Kupfer, Messing, Bronze. Man mag es behaglich, natürlich und echt – Kunststoff oder Pressholz etwa sind heute weniger gefragt.

Wird bei Neu- und Umbauprojekten im Gewerbebereich auch vermehrt auf Holz gesetzt?
Auch in Gewerbebauten wird heute vermehrt mit Holz gebaut. Dies aus verschiedenen Gründen: Holz steht schnell zur Verfügung, es ist ein nachhaltiger Rohstoff, klimaneutral und stammt im Idealfall aus der Region. Dies betrifft vor allem den Holzbau, aber auch im sichtbaren Bereich wird aus ästhetischen Gründen vermehrt Holz eingesetzt. Sie können mit Holz ja einerseits eine heimelige Atmosphäre schaffen, andererseits aber auch eine ganz stylische – hier ist die Bandbreite extrem gross, deshalb ist der Werkstoff auch so beliebt.

 

«Auch in Gewerbebauten wird heute vermehrt mit Holz gebaut.»

Ist es eher die öffentliche Hand oder sind es privatwirtschaftliche Unternehmen, die vermehrt auf Holz setzen?
Beide setzen vermehrt auf Holz. Die Gründe dafür sind vielfältig – die wichtigsten Stichworte hier sind Nachhaltigkeit, Wertigkeit, Akustik, sowie vermehrter Einsatz im Brandschutz. Und, last, but not least: Mit Holz lassen sich Einbauten mit sehr hohen ästhetischen Ansprüchen realisieren, da Holz vielseitig einsetzbar ist.

Wenn Sie die Vorteile von Holz für Gewerbebauten bzw. öffentliche Bauten zusammenfassen müssten …
Da fallen mir ganz viele ein! Holz ist nachhaltig, es ist ein einheimischer, nachwachsender Rohstoff. Holz ist extrem vielseitig einsetzbar, sorgt für ein gutes Raumklima und eine gute Akustik. Und: Es erfüllt hohe Ansprüche an die Ästhetik – egal, welchen Stil Sie bevorzugen. Mit Holz können Sie praktisch alle Bedürfnisse abdecken.

Text: Tanja Millius

Bild: zVg

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