ASTAG TransportFlash Oktober 2023

«Rückblickend gab es einige echte Herausforderungen»

«Rückblickend gab es einige echte Herausforderungen»
Dominic Imhof
Lesezeit: 3 Minuten

Die Kampagne «we go green!» ist das Engagement der ASTAG zugunsten von Umwelt und Klima. Gemeinsam bekennen sich die rund 3000 Mitglieder zu einer nachhaltigen Logistik bzw. Mobilität. So auch die die TIT Imhof Gruppe aus Kreuzlingen, die unter anderem auf Biotreibstoff setzt.

Dominic Imhof, Sie sind Co-Geschäftsführer der TIT Imhof Gruppe. Was war für Ihr Unternehmen die Motivation, konventionelle Antriebe durch Bio-Diesel zu ersetzen?
Mein Vater Thomas Imhof, der die TIT Imhof AG zusammen mit meiner Mutter Ursula 1986 gegründet hat, war schon von Beginn an kontinuierlich auch mit Optimierungen beim Treibstoff beschäftigt. 2007 sind die ersten Fahrzeuge mit 100% Biotreibstoff zum Einsatz gekommen. Ausschlaggebend war von Anfang an die Möglichkeit zur CO2-Reduktion, wir haben uns auch bei der Stiftung Klimarappen beteiligt. 

Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen bisher durch den Einsatz von Bio-Diesel in Ihrer Flotte erzielt? Gibt es messbare Auswirkungen auf die Umwelt und die Betriebskosten?
Die Betriebskosten sind unterm Strich in etwa gleich, Biotreibstoff ist im Vergleich etwas günstiger, dafür sind die Wartungskosten aufgrund der spezifischen Eigenschaften höher. Als konkret messbar würde ich die Auswirkungen nicht bezeichnen, aber sie haben ihren Platz im Ganzen unserer Massnahmen zur CO2-Reduktion.

«2007 sind die ersten Fahrzeuge mit 100% Biotreibstoff zum Einsatz gekommen.»

Welche Herausforderungen haben Sie bei der Implementierung und Nutzung von Bio-Diesel in Ihrer Transportflotte erlebt? Wie sind Sie mit diesen Herausforderungen umgegangen?
Rückblickend gab es einige echte Herausforderungen. Zuerst ist die einzige Produktionsanlage in der Schweiz abgebrannt, sodass wir verschiedene Quellen ausgetestet haben, von altem Frittieröl bis zur Verwendung von tierischen Fetten aus der Kadaververwertung. Auch sind nicht alle Motoren gut mit dem Biotreibstoff zurechtgekommen. Teils sind die LKW dann bei kalten Temperaturen eingefroren, oder Filter sind verdreckt und verstopft und mussten ständig ausgetauscht werden. Mittlerweile vertragen die meisten Euro-6-Fahrzeuge «Bio» wieder besser, wir können ihn daher wieder öfter einsetzen.

Kommen bei der TIT Imhof Gruppe auch andere umweltfreundliche Antriebstechnologien zum Einsatz?
Wir haben 2019 die ersten voll-elektrischen LKW angeschafft und investieren kontinuierlich in die Erweiterung unserer E-Flotte, aktuell sind es zwei Hakenabrollkipper und ein Niederflur-Sammelfahrzeug, 2024 werden fünf weitere Fahrzeuge geliefert. Wir sind absolut von der Technik überzeugt und stellen, wo technisch und finanziell möglich, alles um. Die vollelektrischen Nutzfahrzeuge, E-PWs und auch E-Umschlaggeräte werden bei uns hauptsächlich mit selbstproduzierter Solarenergie und aus unserem Batteriespeicher bedient, so macht das auch wirtschaftlich absolut Sinn. Gleichzeitig beobachten wir natürlich genau, wie sich die Technik entwickelt und sind prinzipiell technologieoffen.

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«Positiv beeinflusst es spürbar unsere Belegschaft, die unsere nachhaltige Ausrichtung mitträgt und erfolgreich umsetzt.»

Wie reagieren Kunden auf Ihre Bemühungen, umweltfreundliche Antriebstechnologien zu nutzen?
Unsere Kunden schätzen unsere Bemühungen und betrachten sie sicher als positiven Mehrwert. Bei einigen Auftraggebern ist es bereits Auflage und fliesst in die CO2-Bilanzierung ein. Hier wird sich in Zukunft sicher die Nachfrage zum CO2-Ausstoss, der beim Transport anfällt, vermehren – wir sind gerüstet. Wir informieren auch aktiv und nutzen gerne die Möglichkeit, die uns die ASTAG mit der «we go green»-Plattform gibt. Inwiefern dies schon zur Kundenbindung beiträgt, lässt sich noch nicht sagen. Positiv beeinflusst es spürbar unsere Belegschaft, die unsere nachhaltige Ausrichtung mitträgt und erfolgreich umsetzt. Ich bin absolut davon überzeugt, dass alle Bemühungen - und dazu zählen selbstverständlich auch die Antriebstechnologien – in Summe zu einem stabilen Wachstum unseres Unternehmens beitragen.

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