Luxus-LEADER 2022

Luxusuhren: Von Vintage bis Raritäten

Luxusuhren: Von Vintage bis Raritäten
Lesezeit: 7 Minuten

Mitten in der St.Galler Altstadt betreiben Hiob Calan, Bruno Sutter und Dan Messmer mit ihrem Team die Uhren-Bijouterie Chronoart an der Schmiedgasse. Hier finden Kunden ein exklusives Sortiment, das nicht nur mit raren Stücken punktet, sondern auch Pre-Loved-Uhren anbietet.

«Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihre Uhren wieder verkaufen», sagt Hiob Calan. «Vielleicht passt sie nicht mehr, war ein Erbstück – oder man hat einfach Lust auf etwas Neues.» Sogenannte «Pre-Loved-Uhren», also seltene Zeitmesser grosser Marken und begehrte Sammelstücke, denen man ihre Vergangenheit nicht ansieht, werden bei Chronoart geprüft, zertifiziert und weiterverkauft.

Ein zweites Leben für besondere Stücke

«Wer sich dafür entscheidet, seine Uhr zu verkaufen, kann sie uns bringen. Innerhalb von 30 Minuten wird das Schmuckstück von unseren Experten technisch analysiert und der Marktwert bestimmt», ergänzt der stellvertretende Geschäftsführer und Retail-Profi Bruno Sutter.

Möchte der Uhrenbesitzer sein Stück verkaufen, kann er zwischen einer Barablöse und einem Gutschein-Kommissions-Vertrag wählen. Vor dem Verkauf wird die Uhr sorgfältig unter die Lupe genommen, in ihren besten Zustand gebracht und zertifiziert.

Dan Messmer, Leiter des Ateliers und eidg. dipl. Uhrmacher-Rhabilleur, weiss: «Diese Analyse vor Ort ist in der Ostschweiz einmalig. Unsere Kunden schätzen diesen Service sehr, denn sie können auf eine verifizierte Expertenmeinung vertrauen. Im Schaufenster und auf unserer Webseite wartet die Uhr dann darauf, ihre Zukunft bald an einem neuen Handgelenk zu verbringen.»

So finden sich etwa Stücke wie die Date Just von Rolex für knapp 9900 Franken, die Luminor Flyback von Panerai für 11'900, die limitierte Tourbillon Nanograph von TAG Heuer für 19'900 oder eine Santos von Cartier für 3500 Franken. «Mit Pre-Loved-Uhren sprechen wir auch Kunden an, die nicht so viel Geld für ein neues Exemplar ausgeben möchten, sondern einfach Freude an einer besonderen Uhr im Top-Zustand haben», sagt Calan.

«Jeder Mensch definiert Luxus anders. Unsere Aufgabe ist es, das passende Stück für die Vorstellung unserer Kunden zu finden.»

Erschwingliche Luxusuhren

Auch mit der Einführung der neuen Marke Baume & Mercier und deren Modelllinie «Riviera» bietet Chronoart hochwertige und sehr angefragte Luxusuhren im unteren Preissegment an. So gibt es unter anderem die vom renommierten Baumatic-Manufakturkaliber angetriebene Riviera 10702 für 3550 Franken. Die alltagstaugliche Uhr hat eine transparentes, rauchgraues Saphirzifferblatt, das die Thematik von Berg und Meer aufgreift. Ein auswechselbares Metallarmband und ein offener Gehäuseboden runden den sportlichen Look des «Swiss Made»-Zeitmessers ab. «Mit dieser Uhr kann man wandern oder schwimmen gehen. Sie eignet sich perfekt für den Alltag», sagt Calan. «Baume & Mercier passt mit ihrer Riviera-Linie perfekt in unser Sortiment: Die Uhren geniessen sehr viel Prestige – und das Preis-Leisungsverhältnis stimmt einfach. Die Nachfrage der Kunden bestätigt das.»

Bis heute hält Baume & Mercier mit einer Methode, die als «Établissage» bekannt ist, an der Handarbeit fest und integriert gleichzeitig sämtliche Vorteile, die die moderne Technologie bietet. Das Konzept «Établissage 2.0» von Baume & Mercier zeichnet sich vor allem durch die eigens durchgeführte Kontrolle jedes einzelnen Schrittes der Uhrenfertigung aus – Design, Entwicklung, Montage und Qualitätskontrolle – und basiert auf der Expertise der besten Spezialisten für die Produktion von Uhrenkomponenten.

Für Hiob Calan, Bruno Sutter und Dan Messmer, die sich und ihr Team als «echte Uhren-Freaks» bezeichnen, muss eine Luxusuhr nicht immer mehrere Zehntausend Franken kosten. «Jeder Mensch definiert Luxus anders. Unsere Aufgabe ist es, das passende Stück für die Vorstellung unserer Kunden zu finden», sagt Calan.

Der 42-Jährige hat als ausgebildeter Polymechaniker und Uhrmacher-Rhabilleur seine Passion zum Beruf gemacht. «Ich könnte Stunden über Uhren sprechen – auch nach so vielen Jahren fasziniert mich diese Kunst immer wieder aufs Neue.» Besonders angetan, haben es Calan derzeit vier Stücke: die Master Ultra Thin Perpetual von Jaeger-LeCoultre, die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar von IWC sowie die Blast Moonstruck und die Blast Hourstriker, beide von Ulysse Nardin.

  

Ein ewiger Kalender (1)

Die Master Ultra Thin Perpetual aus Rotgold von Jaeger-LeCoultre begeistert als reiner und raffinierter Ausdruck des uhrmacherischen Könnens Liebhaber schöner Komplikationsuhren. Das Besondere: Die Uhr hat den flachsten ewigen Kalender der Welt. Dieser zeigt Datum, Stunde, Minute, Tag, Monat, Mondphase und Sekunde an. Die Master Ultra Thin Kollektion verkörpert die Philosophie von Jaeger-LeCoultre, indem sie technische Kunstfertigkeit mit zeitloser Ästhetik vereint. Traditionelle Komplikation trifft auf neue Designs, die sich durch satte, klare Linien auszeichnen. Die gesamte Kollektion veranschaulicht das aussergewöhnliche Savoir-faire der Uhrmacherkunst. Kostenpunkt: 37'200 Franken.

Aufwendig dekoriertes Manufakturwerk (2)

Die Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar von IWC in Edelstahl mit blauem Zifferblatt führt die langjährige Tradition von Uhren mit ewigem Kalender in der Big Pilot’s Kollektion fort. Keine andere Komplikation war so häufig der Hauptdarsteller auf dem Zifferblatt der Big Pilot’s Watch wie der  in den 1980er-Jahren von Kurt Klaus entwickelte ewige Kalender. Die Kalenderinformationen lassen sich sehr einfach ablesen. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, ein blaues Zifferblatt, rhodinierte Zeiger und ein blaues Armband aus Kalbsleder runden den Look ab. Der ewige Kalender erkennt die unterschiedlichen Monatslängen und die Schaltjahre und benötigt erst 2100 eine Korrektur. Angetrieben wird das aus nur rund 80 Einzelteilen konstruierte Kalendermodul über einen einzigen nächtlichen Schaltimpuls vom IWC-Manufakturkaliber 52615. Stark beanspruchte Komponenten des Pellaton-Aufzugs sind aus nahezu verschleissfreier Keramik gefertigt. Zwei Federhäuser speichern bei Vollaufzug eine Gangreserve von sieben Tagen. Der Sichtboden aus Saphirglas erlaubt einen Blick auf das aufwendig dekorierte Manufakturwerk. Kostenpunkt: 33'000 Franken.

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20 Exemplare auf der ganzen Welt (3)

«Fly me to the moon» – das ist das Motto der Blast Moonstruck 45 mm von Ulysse Nardin. Sie zeigt geozentrisch die Mondbahn, die sichtbare Bewegung der Sonne um die Erde sowie eine Gezeitenindikation. Mit dem Ziel, den Tangens von Sonne und Mond anschaulich und poetisch darzustellen, ist das geometrische Zifferblatt der Blast Moonstruck einfach zu verstehen, sogar von Laien ohne astronomisches Vorwissen. Pro Jahr werden nur 20 Uhren produziert – und Chronoart ist im Besitz einer davon. «Für mich ist das eine unglaubliche Uhr; es ist, als würde man von einem Raumschiff aus, auf Erde, Mond und Sonne blicken», sagt Hiob Calan. Kostenpunkt: 75'000 Franken.

«Es gibt Wartelisten für diese Uhr» (4)

Besonders stolz ist das gesamte Führungsteam auf die neuste Errungenschaft: Die Blast Hourstriker 45 mm, ebenfalls von der renommierten Marke Ulysse Nardin aus Le Locle. «Diese Uhr ist wirklich ein Meisterwerk, denn sie hat ein Schlagwerk integriert und schlägt wie ein Kirchturm zu vollen Stunde – und das rein mechanisch. Das Handwerk, welches dahintersteckt, ist unglaublich kompliziert», sagt Dan Messmer begeistert.

Inspiriert wurde die Uhr von der Geschichte der Uhrmacherkunst und der Möglichkeit, die musikalische Zeitmessung in die Zukunft zu überführen. Wenn das Schlagwerk eingeschaltet ist, lässt sich das mechanische Ballett, das den Klang der Uhr erzeugt, zur vollen und zur halben Stunde bewundern, aber die gelegentliche Aktivierung ist ebenfalls ein Vergnügen. Der Mechanismus, der über ein speziell angefertigtes Federhaus angetrieben wird, wird aktiviert. Der Rahmen der Stunden und der Trägheitsregler beginnen, sich zu drehen. Die Hämmerchen schlagen auf die Tonfeder, deren Form vorsichtig angepasst und am Käfig des fliegenden Tourbillons vorbeigeführt wurde. Dafür arbeitete Ulysse Nardin mit dem französischen Audiotechnologieunternehmen Devialet zusammen. Mit dieser besonderen Uhr, die das Herz von Sammlern höherschlagen lässt, erfindet Ulysse Nardin den Klassiker neu – mit einem futuristischen Ansatz.

«Für diese Uhr gibt es lange Wartelisten und ich habe viele Kunden, die die Blast Hourstriker unbedingt haben möchten.» Doch nicht jeder hat Anspruch auf diese Uhr, wie Calan erklärt. «Eine solche Uhr kann locker mit mehreren Zehntausend Franken Gewinn weiterverkauft werden – und genau das möchte Ulysse Nardin nicht. Deshalb gibt es einige Kriterien, die der Käufer erfüllen muss. So muss er beispielsweise aufzeigen können, dass er bereits mehrere Ulysse-Nardin-Uhren besitzt und ein echter Liebhaber ist.» Kostenpunkt: 104'000 Franken.

 
Hiob Calan
Hiob Calan

Luxuriöses Ambiente

Egal, ob Cartier, Ulysse Nardin, IWC oder Jaeger LeCoultre: Bei Chronoart kommt jeder Uhrenliebhaber auf seine Kosten. Die Uhren- und Schmuckboutique will diejenigen St.Gallerinnen und St.Galler ansprechen, die sich für Uhren der berühmten Traditionshäuser interessieren. Ein Grossteil dieser Hersteller hat innerhalb der Chronoart-Doppelchromrahmen eine eigene Fläche und präsentiert die Zeitmesser in ihrem eigens dafür kreierten Ambiente. Dadurch werden den Gästen Geschichte und Philosophie der Marken vermittelt. Jedes Traditionshaus hat für Chronoart mit eigenen Designern und Architekten die Möbel auf Mass gefertigt.

Der elegante Ausbau der Ladenräume unterstreicht das Traditionsbewusstsein, mit der die Welt der Uhren bei Chronoart präsentiert wird. Verbaut wurden hochwertige regionale Materialien höchster Qualität; jede Marke ist mit einem Doppelchromrahmen eingefasst. Kurz gesagt: Alle Details der Erlebniswelt spiegeln das Lebensgefühl eines jeden Uhrenliebhabers wider, das Aussergewöhnlichem und Exklusivem im Alltag einen wichtigen Platz einräumt.

Von Spezialisten beraten lassen

«Wir verstehen uns als Dienstleistungsanbieter. Unser Ziel ist es, für unsere Gäste einen Mehrwert zu schaffen, in dem wir sie ab der Sekunde, wo sie den Laden betreten, in unsere Welt ‚entführen’», so Detailhandelsspezialist Bruno Sutter. «Wir bieten besten Service, Ehrlichkeit, Wohlfühl-Momente mit kleinen Extras – und bei uns gibt es keinen Verkaufsdruck. Das ist Retail 4.0.»

Genauso, wie jeder Uhrenhersteller bei Chronoart einen exklusiven Platz hat, werden auch alle Besucher exklusiv behandelt. Gemeinsam mit seinem Team, das aus bald vier Uhrmachern und vier Verkaufsberatern besteht, ist es Hiob Calan gelungen, diese Vision umzusetzen. Das Chronoart-Team legt höchsten Wert auf guten Service und Dienstleistungsorientierung. Im Verkauf beraten deshalb nur Spezialisten. Gerade, wenn Interessierte noch nicht genau wissen, welche Uhr für sie die richtige sein könnte oder welche Unterschiede es im Uhrenhandwerk gibt, hilft das Konzept der Uhren-Erlebniswelt dabei, im Beratungsgespräch schnell mehr herauszufinden.

Text: Miryam Koc

Bild: zVg, Marlies Thurnheer

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