Thurgauer Technologieforum

«Für viele Talente hört die Schweiz immer noch nach Winterthur auf»

«Für viele Talente hört die Schweiz immer noch nach Winterthur auf»
Lesezeit: 2 Minuten

 Wie entstehen Ideen für neue revolutionäre Produkte? Und wie innovationsfähig ist der Kanton Thurgau? Antworten auf diese und weitere Fragen hat Oliver Vietze, CEO der Frauenfelder Baumer Group.

Oliver Vietze, in Ihrem Impulsreferat am Thurgauer Technologietag berichteten Sie, dass die Baumer Group als Thurgauer Unternehmen mit Spitzenprodukten und Innovationskraft am Weltmarkt erfolgreich ist. Wie entstehen Ideen für neue revolutionäre Produkte?
Erfindungen passieren selten und sind eher zufällig. Innovation aber kann man organisieren. Ideen gehören systematisch erfasst und iterativ auf deren Marktfähigkeit bewertet. Dabei ist es zentral, dass man seine Kunden, respektive die Zielmärkte und deren heutige und vor allem künftige Bedürfnisse, sehr gut kennt.

Der Schlüssel aber ist das Team, die Mitarbeiter. Wichtige Stichworte sind: Kultur der Offenheit, Kreativität, Diversität in den Teams, Transparenz und eine «Why Not» anstelle von «Yes But» Mentalität. Und es braucht Mut als Unternehmer Risiken einzugehen, aber auch mal die Konsequenz, bei Misserfolgen Themen abzubrechen, getreu dem Motto «Try a lot, do it cheap and fail fast».

Am 29. März erfolgte der Spatenstich für Ihr modernes Innovation Center am Baumer Hauptsitz in Frauenfeld. Wieviel Innovation stammt aus Ihrem eigenen Unternehmen?
Wir sind seit 70 Jahren mit heute 39 Niederlassungen global präsent. Unser Hauptsitz in Frauenfeld ist immer noch unser Hauptinnovations-Standort. 99% unserer Innovationen entstehen hier. Mit dem neuen Innovation Center schaffen wir Platz für 120 Entwicklungsingenieure und bekennen uns weiter zum Werk- und Innovationsplatz Schweiz.

 

«Der Entwicklungsprozess sollte schnell sein.»

Der Kanton Thurgau richtet einen Fonds für Innovation und Fortschritt ein. Wie sollte dieser Ihrer Ansicht nach gestaltet werden, damit er tatsächlich die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft stärkt?
Ich begrüsse es sehr, dass man sich im Thurgau bewusst wird, dass wir die Ostschweiz als Innovationsstandort dringend stärken sollten. Wir verfügen über exzellente Bildungsstätten in der Region und sind als Wohnort attraktiv – doch für viele Talente hört die Schweiz immer noch nach Winterthur auf. Ob allerdings «Subventionen» der richtige Weg sind, da bin ich doch sehr skeptisch. Auf jeden Fall sind ein sehr professionelles Bewertungsmodell für Subventionsempfänger und ein wirtschaftlich sehr kompetentes Komitee Voraussetzungen für den Erfolg des Fonds.

Wie relevant ist der Technologietag für den Fortschritt im Thurgau?
Das grosse Interesse an diesem ausgebuchten Anlass zeigt eindrücklich die Relevanz dieses tollen Events.

Und für Sie persönlich?
Ich freue mich immer als Gast, oder wie in diesem Jahr als Redner teilnehmen zu dürfen.

Text: Regula Marti

Bild: Thomas Egger

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