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Grenze der Tragbarkeit erreicht

Grenze der Tragbarkeit erreicht
Lesezeit: 3 Minuten

Die Wäspe + Partner AG ist ein klassisches Architekturbüro mit dem Kernprodukt «Erschaffen von Wohn(t)räumen» sowie Bewertung und Verkauf von Immobilien. Gegründet 1967, wird das St.Galler Unternehmen seit 2011 in zweiter Generation von Jacqueline Wäspe geführt. Delia Weidmann, Philip Schönenberger und Jacqueline Wäspe blicken mit einer gewissen Skepsis auf den aktuellen Wohneigentumsmarkt.

Wie schätzen Sie derzeit die Nachfrage nach Wohneigentum ein?
Delia Weidmann: Die erachten wir nach wie vor als sehr hoch. In der jetzigen schwierigen Wirtschaftslage verstärkt sich zudem der Wunsch, in sichere Werte wie Immobilien zu investieren. Aufgrund der immer noch steigenden oder sich auf einem hohen Niveau befindlichen Immobilienpreise sind jedoch viele Kaufinteressenten vom Markt ausgeschlossen.

Was gibt es für Herausforderungen bei Neubauten?
Philip Schönenberger: Die Verfügbarkeit von attraktiven Grundstücken nimmt stetig ab und deren Preise steigen nach wie vor. Auch die Baukosten befinden sich auf einem sehr hohen Niveau. Da bei vielen Kaufinteressenten die Grenze der finanziellen Tragbarkeit erreicht ist, sollten die Preise für Wohneigentum verhältnismässig moderat gehalten werden. Gleichzeitig gilt es, den hohen Ansprüchen von Kaufinteressenten gerecht zu werden, wie beispielsweise ansprechende Lagen, den Einsatz von erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit, Individualität, grosszügige Grundrisse und ein hochwertiger Innenausbau. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bedarf es Fingerspitzengefühl, grosser Erfahrung und hoher architektonischer Fachkompetenz.

Welche Optionen bieten sich Eigentümern von Immobilien?
Jacqueline Wäspe: Viele Grundeigentümer bewohnen eine Immobilie, die nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen entspricht, weshalb ein Verkauf in Frage käme. Dabei gilt es, verschiedene Optionen und Aspekte von einer Fachperson beurteilen zu lassen, etwa den Wert der Immobilie zu bestimmen, das Potential zu erkennen, also Verkauf oder Neu-, An-, respektive Umbau näher zu beleuchten, steuerliche Folgen zu berücksichtigen und allenfalls eine Ersatzliegenschaft zu finden. Hier ist es wichtig, sich an seriöse und erfahrene Berater zu wenden, welche optimal beraten, die Immobilie analysieren, sämtliche Möglichkeiten beurteilen und für den Eigentümer die Variante ausarbeiten und aufzuzeigen, die seinen Bedürfnissen am ehesten gerecht wird.

 

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Stellen Sie eine Entwicklung in Bezug auf die Immobilienvermarktung fest?
Delia Weidmann: Ein bereits seit einigen Jahren spürbarer Trend ist die zunehmende Digitalisierung der Vermarktung. Diese birgt aus unserer Sicht Chancen, aber auch Risiken. Eine markante Chance ist die zunehmende Produktivität, da viele Prozesse schneller und effizienter bearbeitet werden können. Ein wesentliches Risiko ist der abnehmende persönliche Kontakt, der jedoch unerlässlich ist für einen erfolgreichen Immobilienverkauf. So gilt es, die Vorteile der Digitalisierung gezielt zu nutzen und trotzdem den Menschen und seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. 

Welche Aspekte spielen für den erfolgreichen Verkauf einer Immobilie eine besondere Rolle?
Philip Schönenberger: Der erste Schritt ist eine fundierte Marktwertschätzung. Weiter muss eine individuelle Bedürfnisabklärung mit den Eigentümern der Liegenschaft erfolgen. In der eigentlichen Verkaufsphase ist es wichtig, rasch zu handeln, auf die individuellen Ansprüche der Interessenten kompetent einzugehen und vertrauens- und respektvoll vorzugehen.
Jacqueline Wäspe: Ein Immobilienverkauf bedarf einerseits hohe Fachkompetenz und Erfahrung, andererseits ist auch ein feines Gespür für die Wünsche und Bedürfnisse der Eigentümer und Interessenten nötig.

Text: Thomas Veser

Bild: zVg