Fokus Energie 2021

Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien

Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien
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Die Energieagentur St.Gallen setzt sich im Kanton St.Gallen für die Steigerung der Energieeffizienz, den Einsatz von erneuerbaren Energien und die Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudepark ein.

Insgesamt 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten bei der Energieagentur seit 2012 neutral bezüglich aktueller Produkte und Dienstleistungen in der Bau- und Energiebranche. Die Energieagentur fördert in Netzwerken den Wissensaustausch und vertieft in Fachkreisen aktuelle Themen praxisnah und lösungsorientiert. Aktuelle Aktivitäten zeigen auf, wie die Energieagentur Brücken baut zwischen Industrie/Gewerbe und Eigentümerinnen und Eigentümern von Gebäuden.

Hauseigentümer, die den Ersatz der fossilen Heizung planen, profitieren im Kanton St.Gallen neben Förderbeiträgen auch von einer kostenlosen Impulsberatung. Das Ziel: Mehr Heizen mit einheimischer, erneuerbarer Energie. Das schont schlussendlich nicht nur die Umwelt, sondern auch die Brieftasche.

 

Philipp Egger, Sie sind Geschäftsleiter der Energieagentur St.Gallen. Welche Dienstleitungen bietet die Energieagentur an?
Die Energieagentur St.Gallen unterstützt Gemeinden, Regionen und Kanton bei der Erstellung ihrer Energiekonzepte und in der Umsetzung von energetischen Massnahmen. Bei unserer Arbeit sind wir immer in engem Kontakt mit Heizungsinstallateuren und Gebäudeeigentümern, deren Bedürfnisse wir bestens kennen. Als Brückenbauer zwischen den beteiligten Parteien haben  wir das kantonale Förderprogramm massgeblich mitentwickelt. 

Sie fungieren aber nicht nur als Brückenbauer, sondern bilden auch sogenannte Impulsberater aus. Was machen diese Berater?
Impulsberater sind Fachpersonen aus der Gebäudetechnikbranche, die Eigentümerinnen und Eigentümer beim Heizungsersatz unterstützen und ihnen Entscheidungsgrundlagen für erneuerbares Heizen liefern. Über 200 Impulsberater wurden letztes Jahr ausgebildet. Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnbauten ist eine Impulsberatung dank des kantonalen Förderprogramms kostenlos.

Wie können diese Fachpersonen konkret helfen?
Sie helfen vor Ort, bei einem bevorstehenden Heizungsersatz die passende Lösung zu finden. Sie zeigen die Schritte zu einer erneuerbaren Heizung auf und informieren über Klimawirkung und Jahreskosten. Die Fachpersonen werden für ihre Leistung aus dem kantonalen Förderprogramm mit 500 Franken entschädigt.

 

Lista  SAK CO2  

Inwiefern zahlen sich erneuerbares Heizen  und eine energieeffiziente Gebäudehülle auch für KMU aus?
Ein Heizungsersatz und die energetische Modernisierung der Gebäudehülle reduzieren den CO2-Ausstoss und helfen mit, die Betriebskosten zu senken und den Wert der Gebäude zu erhalten. Über die gesamte Nutzungsdauer von 20 Jahren gerechnet sind die Investitions-, Betriebs- und Unterhaltskosten für Heizungen mit erneuerbarer Energie wesentlich tiefer als für fossile Energieträger.

Dazu gehören auch Wärmepumpen. Was sind ihre Vorteile?
Wärmepumpen sind die Lösung für ein nachhaltigeres Heizen. Umgebungswärme leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Wärmepumpe entzieht einer Wärmequelle Energie, die sie auf ein höheres Temperaturniveau anhebt (bzw. «pumpt») und dann ans Heizsystem eines Gebäudes abgibt. Die Wärmepumpe verwandelt eine Kilowattstunde Strom durch Umweltenergie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser in rund drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Wärmepumpen sind zuverlässig und klimafreundlich. Baut man eine Wärmeverteilung in Gebäuden über ein Rohrleitungssystem neu ein und betreibt diese mit mehrheitlich erneuerbarer Energie oder mit Fernwärme, stehen weitere Förderbeiträge bereit. Einige Gemeinden und Regionen ergänzen das kantonale Förderprogramm zudem mit kommunalen Beiträgen. Es lohnt sich also, bei der Standortgemeinde nachzufragen.

Wie steht es um den Zubau von Photovoltaik-Anlagen?
Gemäss den Energieperspektiven 2050+ des Bundes soll bis im Jahr 2050 in der Schweiz 40 Prozent des Stroms mit Photovoltaik-Anlagen produziert werden – äusserst positive Aussichten für Industrie und Gewerbe. Seit 20218 haben wir erfolgreich PV-Aktionen für Einfamilienhäuser in allen sechs Regionen im Kanton St.Gallen durchgeführt. Alle Hauseigentümer kamen in den Genuss einer betriebsbereiten PV-Anlage zum attraktiven Fixpreis. Damit bauen wir Brücken zwischen Gewerbe und Interessierten und steigern die regionalen Wertschöpfung.

 

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Wie zum Beispiel im Rheintal, oder?
Genau. Im Rahmen des St.Galler Energiekonzeptes 2021–2030 werden grosse Dächer mit viel PV-Ertrag in Angriff genommen. Eine erste Kampagne im St.Galler Rheintal – sozusagen ein Pilotprojekt – hat bereits bewirkt, dass sich verschiedene Unternehmer mit diesem Thema auseinandersetzen und Investitionen für PV-Grossanlagen in Betracht ziehen. Ein beträchtlicher Teil des PV-Potenzials wurde auf grossen Dächern von Industrie- und Landwirtschaftsbetrieben bereits ausgeschöpft. Weitere Kampagnen im Kanton St.Gallen werden folgen.

Auch die E-Mobilität steht aktuell hoch im Kurs. Wo liegt hier der Fokus?
Nachdem praktisch alle Automarken E-Autos im Verkaufssortiment haben, liegt der Fokus vor allem auf der dazu notwendigen Ladeinfrastruktur. Die Bereitstellung von Ladeinfrastrukturen mit Ausübung von Lastmanagement in Einstellhallen helfen, dass auch die Mietenden auf E-Autos umsteigen werden. Ab nächstem Jahr sollen neue finanzielle Anreize im Kanton St.Gallen zur Verfügung stehen, damit alle die Chance haben, den Wechsel auf das dynamische, CO2-freie E-Auto zu vollziehen.