WTT Young Leader Award 2023

Fachlich, inhaltlich und menschlich viel gelernt

Fachlich, inhaltlich und menschlich viel gelernt
Marco Hoffmann, Jan Frei, Ornella Addeo, Jan Ziegler, Florian Hutter, Morena Di Nardo, Marlis Gabriel
Lesezeit: 4 Minuten

Teamarbeit und Willen führten zum Sieg in der Kategorie Marktforschung. Mit ihrem Award und dem allseits gelobten Projekt empfehlen sich die Studierenden des Teams «Swiss Gate» nun für spannende Aufgaben im Arbeitsmarkt. Im Interview verraten sie, wohin ihre Wege gehen könnten.

Wie fühlen sich frischgebackene Award-Siegerinnen und -Sieger?

Morena Di Nardo: Sehr gut! Es ist eine grosse Ehre. Wir bekamen bereits von der Hochschule eine gute Note für unsere Arbeit. Der Award bestätigt nun ihre Qualität.

Ornella Addeo: Richtig realisierten wir den Sieg erst am Morgen danach. Drei von uns sind in Auslandsemestern in Lissabon, Paris und Brüssel. Die Anreise für diesen einen Abend hat sich also gelohnt.

 

Und wie erlebten Sie ihn?

Marlis Gabriel: Es war schön, nochmals zusammenzukommen, Komplimente entgegenzunehmen und auf die harte Arbeit anzustossen. Natürlich feierten wir den Award. Wir genossen auch, dass unsere Familien dabei sein durften. Sie wissen, wie viel wir investiert hatten.

Florian Hutter: Die grosse Bühne, die vielen Zuschauer, die Kameras – das machte uns zu Beginn ein wenig nervös. Je länger der Abend dauerte, desto mehr konnten wir ihn geniessen.

Jan Frei: Toll ist, dass man viele Leute aus der Wirtschaft kennenlernen kann, die sich für einen interessieren. Es ergaben sich einige spannende Gespräche – nicht nur Gratulationen.

 

Wären Sie offen für Angebote? Für welche?

Jan Ziegler: Mich interessieren Banken. Allenfalls möchte ich parallel noch ein Masterstudium anhängen.

Marlis Gabriel: Ich fühle mich reif für den Arbeitsmarkt. Mein Interesse gilt dem Marketing und Sales.

Morena Di Nardo: Meines auch! Mich reizt die Unternehmensberatung. Ich könnte mir vorstellen, bei einem Startup mitzumachen. Das Award-Referat von Tobias Reichmuth war inspirierend, und das nehme ich mir zu Herzen: Das Team ist bei Gründungen noch wichtiger als die Idee.

Jan Frei: Ich möchte im Bereich Strategie und New Business eines Unternehmens arbeiten. Mittelfristig kann auch ich mir gut vorstellen, selbstständig zu werden.

Ornella Addeo: Im Studium widmete ich mich Psychologie und Führung. Inzwischen tendiere ich aber auch Richtung Marketing. Soziale Medien finde ich besonders spannend.

 

«Je tiefer man ins Thema Hanf eintaucht, desto spannender wird’s.»

Jury-Mitglied Christof Oswald lobte, wie tief Sie sich in den Hanfmarkt einarbeiteten.

Jan Ziegler: Das war schlichtweg notwendig, denn der Hanfmarkt ist komplex. Es gibt viele Regulatorien. Wir mussten uns intensiv damit beschäftigen. Die Interviews waren wichtig dafür.

Morena Di Nardo: Ehrlich gesagt, reichten die üblichen tausend Projektstunden nicht dafür. Wir hatten beispielsweise einen Chat, indem wir viele Artikel zum Thema teilten.

Marlis Gabriel: Zunächst war das Projekt eine übliche Aufgabe der Fachhochschule. Doch das Thema nahm mehr und mehr Raum in unserem Leben ein, plötzlich spricht man zuhause darüber – und betrachtet es mit neuen Augen.

Jan Ziegler: Ich war von Beginn an sehr offen fürs Thema, da ich schon CBD-haltige Produkte benutzt hatte.

Ornella Addeo: Für mich war es ganz neu, aber je tiefer man eintaucht, desto spannender wird’s. Und man beginnt, Produkte selbst zu testen, Handcremes zum Beispiel. Inzwischen interessieren mich auch Lebensmittel.

Für Swiss Gate untersuchten Sie den Hanfmarkt und schlugen neue Produkte vor. Was konnten Sie dank der intensiven Beschäftigung mit dem Thema liefern?

Marlis Gabriel: Aufgrund unserer Forschung schlugen wir Swiss Gate vier Massnahmen vor: proteinhaltige Hanfriegel, die Kooperation mit vegetarischen Restaurants und die Präsenz in Fitnessstudios und Läden. Die Idee war, sich insbesondere an gesundheitsorientierte Zielgruppen zu wenden. Gerade die gesundheitlichen Vorteile sind überzeugend und lassen sich fürs Marketing nutzen.

Jan Frei: Aufschlussreich waren auch die Experteninterviews und alle Zwischenergebnisse. Sie schaffen ein besseres Marktverständnis.

Was haben Sie gelernt?

Ornella Addeo: Wie organisiert man ein grosses Projekt? Wie geht man vor? Wie kommuniziert und arbeitet man im Team? Wie beweist man sich gegenüber Konkurrenz? Wie findet man die richtige Zielgruppe und gewinnt Kunden für sich?

Morena Di Nardo: Wir merkten auch, wie schwierig es ist, Hanfprodukte auf den Markt zu bringen. CBD-haltige Öle wurden zum Beispiel jüngst verboten. Man lernt einen Markt kennen: Was sind die Trends? Das birgt auch Chancen und kann Türen öffnen. Ich fände es spannend, künftig in diesem Markt zu arbeiten. Früher hätte ich das ausgeschlossen.

Florian Hutter: Die Umfrage liess tief blicken, weshalb viele Leute Vorurteile haben – zum Beispiel wegen Kiffern in der Familie. Anderen verschafften Hanfprodukte endlich Abhilfe, nachdem klassische Medikamente keine Resultate zeigten. Persönliche Erfahrungen sind sehr ausgeprägt.

Marlis Gabriel: Bei diesem Thema ist wenig schwarz oder weiss, es hat viel Grauzone in den menschlichen Geschichten und der rechtlichen Komplexität. Umso fokussierter mussten wir vorgehen.

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Was war Ihr Erfolgsrezept?

Jan Ziegler: Teamarbeit ist das Wichtigste, die Leute nach ihren Stärken einzusetzen. Wir kommunizierten gut untereinander. Man muss auch ehrlich sein, darf nichts schönreden.

Morena Di Nardo: Wir hatten ein gemeinsames Ziel: Wir wollten die Nomination und am Award-Abend teilnehmen. Also waren alle mit Herzblut dabei. Wir fokussierten dieses Semester voll aufs Praxisprojekt. Das muss so sein, wenn man den Award anpeilt.

Florian Hutter: Das führte auch dazu, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen konnten.

Text: Pascal Tschamper

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