Neuigkeiten aus der Wirbelsäulenchirurgie
Die Wirbelsäulenchirurgie hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Besonders die intraoperative 3D-Bildgebung, die Navigation und minimalinvasive Operationstechniken haben die Behandlung revolutioniert. «Dank dieser Technologien können wir Eingriffe heute deutlich präziser, sicherer, schonender und schneller durchführen», erklärt Dr. Schlichtherle. Die Kontrolle der Schraubenlage in Echtzeit, moderne Instrumente und Implantate haben vor allem Versteifungsoperationen deutlich weniger belastend gemacht. Das Resultat: weniger Schmerzen, kürzere Spitalaufenthalte und eine raschere Rückkehr in den Alltag.
«Gespür, Erfahrung und Verständnis für Anatomie und Gewebe bleiben unersetzlich.»
Weniger körperliche und psychische Belastungen
In der Berit Klinik führt das eingespielte Wirbelsäulenteam der Orthopädie Rosenberg inzwischen sämtliche Versteifungsoperationen an der Lendenwirbelsäule minimalinvasiv und navigiert durch – ein grosser Fortschritt für Patienten.
Viele Menschen haben grossen Respekt vor Rückenoperationen, doch moderne Technologien haben die Sicherheit massiv erhöht. «Wir sehen schon vor dem Setzen einer Schraube exakt, wo wir uns im Körper befinden», sagt Dr. Schwizer. «So können wir millimetergenau arbeiten und das Risiko für Nervenverletzungen oder Fehlpositionen stark reduzieren.» Navigation, 3D-Bildgebung und minimalinvasive Techniken ermöglichen Eingriffe, die körperlich wie psychisch weniger belasten. Hinzu kommt die hohe Qualifikation der Wirbelsäulenchirurgen in der Schweiz mit einer fundierten langen Ausbildung und regelmässigen Fortbildungen.
Technologie mit Verantwortung
Robotik ist in der Orthopädie bereits etabliert, an der Wirbelsäule aber noch im Aufbau. «Die Navigation ist für uns derzeit die verlässlichste technische Unterstützung», so Schlichtherle. «Wir planen die Schraubenlage virtuell im Operationssaal, und die Instrumente folgen dieser Bahn exakt.» Dadurch werden höchste Präzision und Sicherheit erreicht – auch bei komplexen Fehlstellungen oder bereits operierten Wirbelsäulen. Das Team operiert stets gemeinsam, weil zwei erfahrene Operateure die besten Ergebnisse gewährleisten. «Technik kann viel, aber sie ersetzt nie das Urteil und die Verantwortung des Chirurgen. Wir geben für jeden Patienten 200 Prozent», betont Schwizer.
Minimalinvasive Verfahren schonen das Gewebe erheblich. Über kleine Zugänge durch die Muskulatur wird mit speziellen Retraktoren operiert, wodurch Verletzungen minimiert werden. «Die Patienten haben weniger Schmerzen, brauchen weniger Schmerzmittel, sind früher mobil und schneller wieder im Alltag», sagt Schlichtherle. Das Operationsziel – Stabilität und Entlastung – bleibt dabei gleich, nur der Weg dorthin ist für den Körper wesentlich schonender.
Konservative Wege ausschöpfen, bevor operiert wird
Nicht immer ist eine Operation nötig. In vielen Fällen lassen sich Schmerzen zunächst mit gezielten, interventionellen Therapien behandeln. Dazu gehören Infiltrationen an Nervenwurzeln, Facettengelenken oder dem Iliosakralgelenk. Diese Methoden lindern Beschwerden, ohne sofort operieren zu müssen. «Wenn aber neurologische Ausfälle auftreten, eine starke Einengung der Nerven oder eine Instabilität nachgewiesen wird, bleibt oft nur der operative Weg», erklärt Schwizer. Entscheidend sei immer die sorgfältige Abwägung der individuellen Situation.
Ein grosser Vorteil der Berit Klinik liegt in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit. Orthopädie und Neurochirurgie arbeiten hier Hand in Hand. «Orthopädische Erfahrung und neurochirurgische Präzision ergänzen sich perfekt», sagt Schlichtherle. Das Team kann komplexe Eingriffe – etwa bei Deformitäten oder Revisionen – gemeinsam planen und durchführen. Patienten profitieren von einer Betreuung aus einer Hand: von der Diagnose über die Operation bis zur Nachsorge. «Wir arbeiten seit Jahren eingespielt zusammen, auch charakterlich harmonisch. Dieses Vertrauen ist entscheidend für Qualität und Sicherheit», so Schwizer.
Früh handeln, richtig behandeln
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Meist verschwinden sie nach wenigen Tagen von selbst. «Wenn Schmerzen jedoch länger anhalten, ausstrahlen, Taubheitsgefühle oder Schwäche auftreten, ist eine ärztliche Abklärung wichtig», rät Rainer Schlichtherle. Frühzeitige Diagnosen ermöglichen eine gezielte, schonende Behandlung und verhindern Folgeschäden.
Digitale Bildgebung, 3D-Modelle und Navigationssysteme gehören heute zum Alltag im Operationssaal. Sie erhöhen die Präzision und machen Eingriffe planbarer. Dennoch bleibt der Mensch im Zentrum. «Technologie ist unser Werkzeug – aber das Gespür, die Erfahrung und das Verständnis für Anatomie und Gewebe bleiben unersetzlich», sagt Roman Schwizer. Auch die Kommunikation mit dem Patienten und das Vertrauen vor und nach der Operation seien entscheidend für den Behandlungserfolg.
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Kurzstationär und schonend
Dank minimalinvasiver Techniken können viele Eingriffe heute kurzstationär durchgeführt werden. Dazu gehören mikrochirurgische Dekompressionen, minimalinvasive Versteifungsoperationen, Bandscheibenoperationen an der Halswirbelsäule und Zementierungen bei Wirbelkörperbrüchen. «Unsere Patienten profitieren von geringerer Belastung, schnellerer Erholung und einem niedrigeren Infektionsrisiko», sagt Schlichtherle.
Rein ambulante Eingriffe seien an der Wirbelsäule allerdings nicht sinnvoll. «Nach einer Wirbelsäulenoperation in Vollnarkose sollte jeder Patient ein bis zwei Nächte im Spital verbringen dürfen und selbst entscheiden, wann er sich bereit für die Rückkehr nach Hause fühlt. Diese Erholungszeit ist medizinisch wichtig – und Ausdruck von Menschlichkeit.»
Was bringt die Zukunft?
Die Zukunft der Wirbelsäulenchirurgie liegt in der Verbindung von Hightech und Erfahrung. Robotik, erweiterte Realität (AR) und künstliche Intelligenz werden Planung, Präzision und Nachsorge weiter verbessern. «Eingriffe werden noch sicherer, individueller und besser vorhersagbar», sagt Schwizer. So lassen sich Therapien künftig exakter auf die Anatomie und Biologie jedes einzelnen Patienten abstimmen. Gleichzeitig wächst das Interesse an bewegungserhaltenden Verfahren, die Pathologien an der Wirbelsäule adressieren, ohne diese zu versteifen. «Das wird ein spannendes Feld der nächsten Jahre», ergänzt Schlichtherle.
In der Berit Klinik verbinden sich technologische Innovation, ärztliche Erfahrung und Empathie zu einem einzigartigen Behandlungskonzept. «Am Ende zählen nicht nur Schrauben, Schnitte und Systeme», sagt Schwizer. «Entscheidend ist, dass sich der Patient sicher, verstanden und gut aufgehoben fühlt. Genau das ist unser Ziel – bei jedem Eingriff.»
