60 Jahre RLC AG

Das Bauen der Zukunft ist digital

Das Bauen der Zukunft ist digital
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RLC setzt bereits seit einigen Jahren auf Building Information Modeling , kurz BIM. Planer Julet Sulajmani und Architekt Rolf Sager bearbeiten aktuell ein BIM-Projekt und erklären, was es mit dieser Arbeitsmethode auf sich hat und welche Vorteile sie sowohl für Kunden als auch für RLC bietet.

Was genau bedeutet Building Information Modeling?
Julet Sulajmani: Building Information Modeling ist eine Planungsmethode für die vernetzte Planung, die Bauausführung und Bewirtschaftung. Die digitalen Bauelemente beinhalten Informationen, die für den gesamten Prozess relevant sind. Das Bauwerk wird als virtuelles Modell dargestellt, überprüft und bearbeitet. Der modellbasierte Ansatz mit intelligenten Bauelementen sorgt für eine Effizienzsteigerung bei den Projektbeteiligten und zeigt bei der koordinierten Projektabwicklung seine wahren Stärken. Dadurch profitieren Bauherr, Investor, Planer und Unternehmer am gleichen Modell auf unterschiedlichen Ebenen.

 

«Der Datenaustausch erfolgt smart, digital und transparent»

Julet Sulajmani

Die Vorteile liegen also vor allem in der gesamtheitlichen Planung?
JS: In der gesamtheitlichen Planung sowie der Bearbeitung und der Kollaboration aller Projektbeteiligten. Der Datenaustausch erfolgt smart, digital und transparent. Zudem bringt diese Methode Planungssicherheit durch die frühe Erkennung von Raumkompositionen, der Kollisionen von Gewerken und generellen Konflikten.

Was schlussendlich auch für die Kunden von RLC von Vorteil ist …
JS: Genau. Die Kunden werden dabei von Anfang an in den Planungsprozess miteinbezogen. Jeder Kunde erhält Zugang zu den Datenmodellen. Die Transparenz der Planung ist gewährleistet, es kann jederzeit ein räumlicher Einblick ins Projekt erfolgen. Somit ist es für den Kunden einfacher, sich das Endresultat vorzustellen, dazu gehören auch die verschiedenen Planungsschritte. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch gerne vom «Digitalen Zwilling»; wir planen das Gebäude virtuell und anschliessend physisch.

Wie lange kommt BIM bei RLC bereits zum Einsatz?
JS: RLC hat im Sommer 2017 strukturiert begonnen, mit der Methode BIM zu arbeiten. Einige Projekte hatten wir jedoch schon vorher in 3D geplant. 

Aktuell wird BIM beim Projekt «Neubau Brütsch Elektronik AG» angewendet. Was ist der Auftrag von RLC bei diesem Projekt?
Rolf Sager: RLC ist mit der Gesamtleistung Architektur über alle Leistungsphasen nach SIA 102 beauftragt. Wir bearbeiten dieses Projekt zwar mit der Planungsmethode BIM, jedoch ohne spezielle Vereinbarung gegenüber der Bauherrschaft. Da die beteiligten Fachingenieure auch mit BIM arbeiten, können nicht nur wir, sondern alle Beteiligten stark davon profitieren.

 

23. Ostschweizer Technologiesymposium  Inspirationday  

«RLC ist mit der Gesamtleistung Architektur über alle Leistungsphasen nach SIA 102 beauftragt.»

Rolf Sager

Und wo und in welcher Form kommt hier nun BIM seitens RLC zum Einsatz?
RS: Vom Entwurf bis zur Ausführung, wobei nicht alle beauftragten Unternehmer gewohnt sind, mit der Methode zu arbeiten und einige daher ihre Leistungen «konventionell» erbringen. Insbesondere sind die modellbasierten Massenauszüge, Planung und Ausführung Holzbau sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Fachplanungen Bauingenieur, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär und Elektro zu erwähnen.

Wo liegen die Herausforderungen bei diesem Projekt, bei denen BIM hilfreich sein kann?
RS: Das Neubauprojekt Brütsch Elektronik AG ist eine komplexe und entsprechend anspruchsvolle Konstruktion, bestehend aus Holz-Beton-Hybrid- und Massivbau. Viele Elemente sind bereits vorgefertigt: Stützen, Aussenwände, Böden, Decken, das Tragwerk und die Haustechnik. BIM kann uns hier in vielerlei Hinsicht unterstützen, Prozesse zu vereinfachen und effizienter zu organisieren. So zum Beispiel bei den Planungsschnittstellen zum Bauingenieur, der Gebäudetechnik und dem Holzbau.

Die Digitalisierung sorgt bekanntlich in vielen Bereichen der Arbeitswelt für fundamentale Veränderungen. Wird BIM die Planungs-, Errichtungs- und Betriebsprozesse von Gebäuden ebenso verändern?
JS: Mit der Umstellung auf BIM wird unsere Planung noch interdisziplinärer. 3D-Modelle bringen greifbare Vorteile in Form von verbesserten Arbeitsabläufen. Wo Chancen sind, stellen sich aber auch Herausforderungen. Eine neue Technologie erfordert von allen Mitarbeitenden eine Anpassung bisheriger Prozesse und eine Bereitschaft für Veränderungen. Der Mensch spielt weiterhin eine zentrale Rolle in der Planung, denn er ist es, der die BIM-Methode anwendet, steuert und pflegt. Arbeitsweisen, Rollenverständnisse und die Art der Zusammenarbeit werden sich grundlegend wandeln. Der Mensch und Mitarbeiter bleibt weiterhin das Mass aller Dinge, treibende Kraft, Informationsträger und entscheidender Faktor.

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