St.Gallen

Vom Einmannbetrieb zum Wassertechnik-Marktführer

Vom Einmannbetrieb zum Wassertechnik-Marktführer
Magnus Hugentobler, Janine Zoller-Hugentobler, Dennis Hugentobler
Lesezeit: 4 Minuten

Die HWT Haus- und Wassertechnik AG in Au, gegründet 1987 von Magnus Hugentobler, hat sich von einem kleinen Dorfinstallateur zu einem führenden Unternehmen in der Wassertechnik entwickelt und gilt als Paradebeispiel für erfolgreiche Unternehmensführung und Innovationskraft in der Wasserbranche.

«Niemand hatte auf einen weiteren Mitbewerber in der Sanitärbranche gewartet», erinnert sich Magnus Hugentobler an die Gründerzeit. «Der Kuchen war verteilt; es gab verschiedenste renommierte, alteingesessene Sanitär- und Spenglerfirmen mit ihrem jeweiligen Kundenstamm.» Die grösste Herausforderung für Hugentobler bestand darin, eine Nische in dieser Branche zu finden. «Ich habe rasch gemerkt, dass der Markt im Bereich Wasserleitungsbau für Gemeinden inklusive Unterhaltsarbei-ten interessant ist, da die anderen Firmen in der Region nicht gerne in diesem Bereich gearbeitet haben.» Diese strategische Entscheidung legte den Grundstein für den späteren Erfolg von HWT.

Innovation als Schlüssel zum Erfolg

Gegründet hat Magnus Hugentobler sein Unternehmen just in der Hochzinsphase der späten 1980er-Jahre, die viele Bauunternehmen vor grosse Herausforderungen stellte. Für HWT war diese Zeit jedoch genau richtig. «Da wir nicht im Neubaugeschäft, sondern im antizyklischen Bereich der öffentlichen Hand tätig waren, florierte die Unternehmung», sagt Hugentobler. Über die Jahre wurden weitere Standbeine wie die Produktion von Fertigbehältern für den Siedlungswasserbau und die Produktion von Schwimmbecken hinzugefügt. Diese Diversifikation half HWT, sich in verschiedenen Marktsegmenten zu etablieren und abzusichern.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg von HWT war laut Magnus Hugentobler die Innovationskraft des Unternehmens. «Diese wurde mit einem Dutzend Patenten und eingetragenen Markenrechten untermauert.» Heute ist HWT Marktführer in der Schweiz für Siedlungsbauwerke aus Polypropylen für Trinkwasserversorgungen und in der Region die Nummer eins im Bau und Unterhalt von Werkleitungen für Gemeinden und Kommunen sowie ein viel gefragter Partner für Sanitär- und Heizungsinstallationen bei Klein- und Grossprojekten.

Diese technologische Marktführerschaft und die hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen haben HWT zu einem unverzichtbaren Partner für viele Gemeinden und private Bauherren gemacht.

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«Es ist für uns unumgänglich, die Fachkräfte von morgen selbst auszubilden.»

Reibungslose Übergabe an Nachfolger

Heute wird HWT von den Hugentoblers Kindern, Dennis Hugentobler und Janine Zoller-Hugentobler, geführt. Die Nachfolgeregelung war ein bedeutender Schritt in der Firmenentwicklung und wurde bereits vor zehn Jahren eingeleitet. «Es bestanden immer zwei Pläne: die Übernahme durch die Kinder oder der Verkauf an Dritte», erklärt Magnus Hugentobler. Seine Kinder entschieden sich, das Unternehmen in Familienhand zu behalten und weiterzuführen.

Der Übergang der Geschäftsführung verlief reibungslos, da Janine und Dennis bereits seit einigen Jahren im Betrieb tätig waren. Er war daher eigentlich nur eine Formsache. «Das erste Geschäftsjahr, das sie verantworteten, war das erfolgreichste in der Geschichte der HWT», erklärt Magnus Hugentobler nicht ohne Stolz. Auch der 2023 erfolgte Kauf einer 1500 m2 grossen Produktionshalle auf dem Nachbargrundstück zeige, dass der Übergang erfolgreich abgelaufen ist, so der Firmengründer.

Janine Zoller, die als studierte Betriebsökonomin die Finanzen leitet, und Dennis Hugentobler, eidg. diplomierter Sanitärmeister, hatten von Beginn an klare Ziele. «Eines davon war, das gut funktionierende HWT-Team zusammenzuhalten», sagt Janine Zoller. Sie beschreibt die Übergabe an sie und ihren Bruder als gut vorbereitet, aber dennoch herausfordernd. «Die Übergabe haben wir lange geplant und uns früh von unterschiedlichen Parteien beraten lassen. Eine der grössten Herausforderungen war das Finden in der neuen Rolle als Entscheidungsträger.»

Unter der neuen Führung verfolgt HWT eine Wachstumsstrategie. «Dank des Zukaufs der neuen Produktionshalle konnten wir die Mitarbeiteranzahl um zehn Prozent erhöhen», erklärt Dennis Hugentobler. «Und durch die Anschaffung neuer CNC-Maschinen haben wir unsere Produktionsprozesse vereinfacht sowie die Qualitätsstandards in den Bereichen Schwimmbad- und Reservoir-Bau weiter erhöht. In diesem Sinne führen wir den Innovationsgeist unseres Vaters weiter.»

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«Die Firmen-Übergabe haben wir lange geplant.»

Sozial und nachhaltig

HWT hat sich im Laufe der Jahre zum grössten privaten und familiengeführten Arbeitgeber in Au entwickelt. «Wir bieten unseren Angestellten eine interessante und sichere Arbeitsumgebung», betont Janine Zoller. «Wir versuchen, unsere Mitarbeiter gut zu behandeln, auch über eine faire Entlöhnung hinaus.» Seit 1987 hat HWT über 80 Lehrlinge ausgebildet. «Einige arbeiten seit Lehrbeginn vor 30 Jahren bei uns, andere haben ihren eigenen Betrieb eröffnet», berichtet Zoller. «Wir sind für viele erfolgreich ausgebildete Fachleute in der Rheintaler Sanitärbranche verantwortlich.»

Die Herausforderungen des Fachkräftemangels meistert HWT durch eine intensive Lehrlingsausbildung. «Es ist für uns unumgänglich, die Fachkräfte von morgen selbst auszubilden», sagt Dennis Hugentobler. Für die Zukunft plant HWT den Einsatz von Robotertechnik und BIM-Technologie, um die Effizienz weiter zu steigern.

HWT legt auch grossen Wert auf Nachhaltigkeit. «Unsere Dachflächen sind komplett mit Photovoltaik ausgestattet; wir können den Strom für unsere Produktion grösstenteils selbst produzieren», erklärt Hugentobler. Bei der Verarbeitung von Rohstoffen setzt HWT auf innovative Lösungen, um den Kreislauf zu schliessen und Abfälle zu minimieren. Alle diese Faktoren machen die HWT Haus- und Wassertechnik AG zu einem Paradebeispiel für erfolgreiche Unternehmensführung und Innovationskraft in der Wasserbranche.

Text: Patrick Stämpfli

Bild: Marlies Beeler-Thurnheer

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