20 Jahre LEADER

Seit zwei Jahrzehnten an der Seite der Wirtschaft

Seit zwei Jahrzehnten an der Seite der Wirtschaft
Der LEADER feiert Geburtstag.
Lesezeit: 4 Minuten

Da es einfacher ist, eine Nische zu füllen, als auf verschiedenen Feldern Wirkung zu erzielen, entschied sich die MetroComm AG bei der Lancierung des LEADERs 2002 für eine doppelte Nische: Wirtschaftsthemen aus der Ostschweiz, konzipiert, umgesetzt und produziert in der Ostschweiz. Was vor 20 Jahren galt, ist auch heute noch aktuell.

Die Ostschweizer Unternehmer spielen seit der ersten Ausgabe im September 2002 in unserem Magazin eine Doppelrolle: Sie sind unsere Leser und geniessen es, für einmal nicht mit Namen und Ereignissen aus den grossen Metropolen berieselt zu werden, sondern aus ihrem eigenen Lebensraum. Und sie sind gleichzeitig selbst Akteure in diesem Umfeld, indem sie für uns die Türen öffnen, ihre Erfolgsgeschichten erzählen und andere an ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

Im LEADER begegnen sich Leser und Protagonisten auf Augenhöhe
Die Geschichte einer Firma, das wurde bald klar, ist unvollständig, wenn sie nicht begleitet wird von einer Beleuchtung der Umstände. Unternehmen wollen, der Name sagt es, etwas unternehmen. Aber sie sind dabei eingespannt in das staatliche Korsett – und es spielt eine wesentliche Rolle, wie eng dieses geschnürt ist. Deshalb hat der LEADER je länger, desto stärker begonnen, den Unternehmern nicht nur eine Plattform zu bieten, sondern auch selbst eine Stimme zu sein und das auszusprechen, was die Wirtschaft belastet. Natürlich haben nicht alle Firmeninhaber und CEOs dieselbe Auffassung, wie der Staat auszusehen und was die Politik zu tun hat. Es gibt aber eine grosse Schnittmenge an Bedürfnissen. Dabei geht es keineswegs um Vergünstigungen oder Rosinen für Unternehmen, sondern in erster Linie um den Spielraum, der den Unternehmen gewährt wird. Sie gedeihen nachweislich dann am besten, wenn sie möglichst wenig Einschränkungen unterworfen sind. Kritiker einer freien Wirtschaft monieren an solchen Aussagen, dass die Gesellschaft vor zu viel unternehmerischer Freiheit geschützt werden müsse. Sie gehen davon aus, dass Arbeitnehmer ausgenutzt und die Natur zerstört wird, wenn Unternehmer eine lange Leine geniessen.

Das kann nur denken, wer im Alltag wenig Berührung mit der Wirtschaft hat
Unternehmer sind auch Väter und Mütter, Vereinsmitglieder, ehrenamtlich Engagierte und so weiter. Sie interessieren sich für gesellschaftliche Fragen und die Zukunft. Und sie wissen sehr wohl, dass es für den wirtschaftlichen Erfolg eine funktionierende Sozialpartnerschaft und eine intakte Umwelt braucht. Mehr Spielraum für Unternehmen bedeutet nicht, dass die vorhandenen menschlichen und natürlichen Ressourcen schlecht behandelt oder Raubbau an ihnen betrieben wird. Niemand will eine völlig regelungsfreie Wirtschaft. Es geht darum, ohne unnötige Einschränkungen arbeiten und wachsen zu können. Wir haben zudem in 20 Jahren direktem Austausch mit Unternehmerpersönlichkeiten niemanden getroffen, der sich nicht mit Herzblut für seine Angestellten eingesetzt hätte und dem die natürlichen Ressourcen egal sind. Es mutet auch immer seltsam an, wenn Leute, die zeitlebens nie einen einzigen Arbeitsplatz geschaffen haben, anderen diktieren wollen, wie sie das richtig zu machen haben.
Allerdings sind die kritischen Stimmen sehr laut, und Unternehmer haben oft nicht die Zeit, ihnen zu begegnen – sie müssen schliesslich arbeiten. Ganz allgemein mögen sich viele Unternehmer nicht politisch äussern oder engagieren, es ist schlicht nicht (mehr) ihr Spielfeld.
Früher war das noch anders: Da war es fast selbstverständlich, dass der Patron entweder bei der FDP oder bei der CVP politisiert. Damit war auch sichergestellt, dass die Wirtschaft auf dem politischen Parkett angemessen vertreten war. Das sieht heute, leider, anders aus.

 

Kaum ein Unternehmer will sich noch politisch betätigen
Wir bedauern diese Entwicklung sehr, denn je weniger Unternehmer sich politisch engagieren, umso mehr werden in den Räten auf allen drei Staatsebenen wirtschaftsunfreundliche, um nicht zu sagen: wirtschaftsfeindliche Entscheide gefällt. Es ist manchmal erschreckend zu erfahren, wie wenige volks- und betriebswirtschaftliches Wissen in unseren Parlamenten vorhanden ist – bei denen, welche die Weichen für die Zukunft stellen.
Hier versuchen wir, ein wenig Gegensteuer zu geben, indem wir sagen, und zwar immer wieder, was der Wirtschaft zu schaffen macht, wie man sie entlasten könnte und, vor allem: Wo der ganze Wohlstand eigentlich herkommt: Es ist die Wirtschaft, die unser aller Wohlergehen fördert, und es ist die Wirtschaft, die uns einen der weltweit höchsten Lebensstandards ermöglicht. Das vergessen leider viele politische Akteure und nehmen unseren Reichtum sozusagen als gottgegeben hin. Kurzsichtig versuchen sie entweder, das Korsett an Reglementierungen, Vorschriften und Verboten noch enger zu schnüren, in das die Wirtschaft eh schon eingespannt ist. Oder aber sie wollen die Zitrone noch mehr auspressen.

Beides kann auf Dauer nicht gut gehen
Die Wirtschaft braucht Handlungsspielraum, und zwar auch finanziellen. Die Kuh gleichzeitig auf einer immer kleineren Wiese grasen zu lassen und sie dabei häufiger melken zu wollen, geht nicht auf. Das versuchen wir in jeder Ausgabe sichtbar zu machen. Und wir freuen uns, dass wir das nicht alleine tun müssen – starke Vereinigungen wie die Industrie- und Handelskammern oder die Hauseigentümer- und Strassenverkehrsverbände übernehmen je länger, je mehr die Aufgaben, welche die Parteien nicht (mehr) erfüllen können oder wollen, und kämpfen wie wir für mehr Freiheit und weniger Staat.
20 Jahre: Das ist fast eine Generation. In dieser Zeit hat der LEADER verschiedene Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung begleitet, gute und bessere bis hin zu eigentlichen Krisen – Währungen, Finanzen, Lieferketten, Fachkräfte, Pandemien, Kriege. Es war und ist spannend zu beobachten, mit welcher Ruhe und Professionalität die meisten Unternehmen auch schwierige Jahre gemeistert haben. Viele Firmen sind sogar gestärkt aus den verschiedenen Tiefs hervorgegangen. Letztlich ging es den Unternehmern abseits der gerade herrschenden Bedingungen immer darum, das Firmenschiff durch Untiefen zu steuern und in einen sicheren Hafen zu bringen – ohne nach dem Staat zu rufen. Sie werden das auch in den nächsten 20 Jahren tun. Weiterhin mit dem LEADER an ihrer Seite.

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