CSIO 2026

Vom U25-Circuit ins Fünfstern-Feld

Vom U25-Circuit ins Fünfstern-Feld
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Bryan Smits gehört zu jener jungen Springreitergeneration, die nicht laut auftritt, sondern sich Schritt für Schritt nach oben arbeitet. 2025 startete der Jurassier am CSIO noch in den U25-Prüfungen; 2026 folgt für ihn im Gründenmoos der nächste Schritt: Er startet erstmals in St.Gallen auf Fünfstern-Niveau.

Für Smits ist das mehr als ein sportlicher Aufstieg. «Seit ich klein bin, haben mich meine Eltern dorthin mitgenommen. Es ist eines der Turniere, an das ich die meisten Erinnerungen habe.» Als Kind habe ihn allerdings nicht nur die Arena fasziniert: «Ehrlich gesagt habe ich vor allem geschaut, wie schnell ich an den Ständen einen Ball ins Tor schiessen konnte.»

Dass Smits (*2005) im Springsport landete, war beinahe vorgezeichnet: Seine Eltern Dehlia Oeuvray-Smits und Edwin Smits führen seit 2003 in Chevenez JU einen Reitsportbetrieb mit Reitzentrum, Ausbildungszentrum, Handelsstall und Turnierorganisation. Beide waren selbst erfolgreiche Elite-Reiter; heute begleiten sie ihre Söhne Bryan und Mike auf deren sportlichem Weg. Bryan, der ältere, schloss 2025 seine Ausbildung als Pferdefachmann ab. Gleichzeitig verantwortete er bereits ein Lot von acht Pferden und bewegte sich auf dem U25-Circuit in Richtung Elite.

Seine sportliche Entwicklung begann früh: 2017 gewann der damals Zwölfjährige die jurassische Ponymeisterschaft, 2018 folgte der erste internationale Sieg am CSI Chevenez, 2019 der Titel als Champion Romand Juniors R. 2022 ritt Smits in Fontainebleau seinen ersten Junioren-Nationenpreis. Im Sommer 2023 wurde er Schweizer Junioren-Vizemeister, im selben Jahr gewann er den Grand Prix CSI1* Chevenez und den Titel Champion Romand Juniors N.

Der Schritt auf höheres Niveau erfolgte konsequent: 2024 gewann Bryan Smits den U25-Grand-Prix am CHI Basel. 2025 gehörte die Europameisterschaft der jungen Reiter in Peelbergen zu seinen wichtigen Stationen; er ritt dort in die Top 20 der Young Riders. Auch Anfang 2026 zeigte sich, dass Smits den Schritt über den Nachwuchsbereich hinaus vorbereitet: Bei den Longines CHI Classics Basel war er im CSI-W-Feld gemeldet und blieb in einer 1,50-Meter-Prüfung fehlerfrei.

St.Gallen ist damit nicht sein erstes Fünfstern-Turnier, wohl aber sein erster Start auf diesem Niveau. «Seit ich diesen Traum wirklich verfolgt habe, dachte ich immer, wie unglaublich es wäre, dort zwischen den Grossen zu reiten!»

Auch auf der internationalen Nachwuchsbühne bleibt Smits präsent: Beim Saut Hermès 2026 in Paris wurde er Zweiter in der U25-Prüfung über 1,40 Meter. Einen Tag später erreichte er über 1,45 Meter Rang 6. Solche Resultate zeigen, dass Smits nicht nur von Zukunft spricht, sondern bereits in anspruchsvollen Feldern bestehen kann. Die grossen Momente ordnet er allerdings oft erst später ein: «Erst im Nachhinein wird mir jeweils bewusst, was eigentlich passiert ist.» Vor dem Start folgt er seinem eigenen Rhythmus: «Sobald die Pferde und das Material eingerichtet sind, mache ich immer zuerst einen Rundgang über das Turniergelände.» Dieser helfe ihm, sich an frühere Momente zu erinnern und in Wettkampfstimmung zu kommen.

Und das Verhältnis zu seinen Pferden? Das beschreibt Smits mit leiser Selbstironie: Sie würden wohl sagen, dass er «ziemlich viel rede, solange keine Prüfung bevorsteht». Sobald es ernst werde, ändere sich das: «Sie merken an meiner Ruhe, wann es Zeit ist, sich zu konzentrieren.» Wie am CSIO-Wochenende in St.Gallen.

Text: Stephan Ziegler

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