Neubau Ostschweizer Kinderspital

Getragen von einer ganzen Region

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Das OKS ist medizinisches Zentrum und gesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt. Seit Jahrzehnten tragen vier Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein das Kinderspital mit. Engagiert sind auch Unternehmen, Stiftungen, Serviceclubs und zahlreiche Privatpersonen. Entstanden ist ein Modell, das bis heute auf Eigenständigkeit, regionale Verankerung und gesellschaftlichen Rückhalt setzt.

Das OKS ist eines von drei eigenständigen Kinderspitälern der Schweiz. Es wird geführt von einer Stiftung – mitfinanziert von den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und dem Fürstentum Liechtenstein. Für Stiftungsratspräsident Arno Noger prägt die Struktur die Kultur des Hauses: «Wir sind eine eigenständige Institution, die auf Kinder und Jugendliche fokussiert.» Familienzentrierte Pflege und kindgerechte Medizin seien nicht bloss ein Teil eines Gesamtbetriebs, sondern ständen im Mittelpunkt.

2015 reformierte das OKS seine Governance. Ein grosser Stiftungsrat mit Kommissionen wich einer schlanken Struktur und separater Trägerdelegation. «Die Entpolitisierung war der Schlüsseleffekt», sagt Noger. Heute funktioniere die strategische Führung schneller und näher am Betrieb. Die politische Ebene bleibe eingebunden.

Die Ostschweiz trägt «ihr» Kinderspital

Die Organisationsform des OKS hängt mit seiner regionalen Verankerung zusammen. Seit Beginn engagieren sich Unternehmen, Serviceclubs, Stiftungen und Privatpersonen. Auch für den Neubau entstand ein professionelles Fundraising. Allein die «Kispi Night» brachte seit 2020 über 700‘000 Franken ein. Insgesamt kamen über neun Millionen Franken Spendengelder zusammen.

Mindestens so wichtig sei der gesellschaftliche Rückhalt. Viele Menschen identifizierten sich mit dem OKS, auch wenn sie nie darauf angewiesen gewesen seien. «Wenn Leute sagen: Unser Kind war dort und wir sind dankbar, dann ist das sehr befriedigend», sagt Noger.

Arno Noger präsidiert seit 2015 den Stiftungsrat des OKS.
Arno Noger präsidiert seit 2015 den Stiftungsrat des OKS.

Warum Kindermedizin gemeinsame Verantwortung bleibt

Trotz der Unterstützung ist die Finanzierung der Kindermedizin anspruchsvoll. Insbesondere ambulante Leistungen seien bis heute nicht kostendeckend finanziert. Deshalb übernehmen die Träger einen Teil. Sie orientieren sich daran, welche Leistungen Patientinnen und Patienten aus den jeweiligen Regionen beanspruchen. «Es ist nicht ein Almosen für unseren Betrieb, sondern ein Ausgleich einer unhaltbaren Tarifsituation.» Um der Kindermedizin national Gewicht zu geben, engagiert sich das OKS in der Organisation AllKidS. Diese setzt sich national für die politischen Rahmenbedingungen ein.

Thomas Stucki  

Neubau als Zukunftsprojekt

Mit dem Neubau beginnt ein neues Kapitel. Er stärkt die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital. Finanziert wird der Neubau mittels Darlehen der Träger. Die Darlehen werden durch das Kispi verzinst zurückbezahlt. Für Noger zeigt sich darin die Stärke des Modells: Politik, Gesellschaft und Wirtschaft tragen das Kinderspital gemeinsam. Entscheidend sei nun, diese Verankerung zu erhalten.

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