KI unterstützt Planung in der Logistik
In modernen Logistikunternehmen werden Transporte heute zunehmend datenbasiert geplant, gesteuert und überwacht. Digitale Systeme verbinden Fahrzeuge, Infrastruktur und Planungstools und machen Informationen entlang der gesamten Lieferkette verfügbar.
Migros setzt auf digitale Steuerung
Bei der Migros Ostschweiz ist die Transportlogistik bereits stark digitalisiert. «Gerade im Transportbereich setzen wir auf 100-prozentige Digitalisierung, was die Planung, die Steuerung und administrative Abrechnung der Prozesse angeht», sagt Daniel Balmer, Leiter Transportlogistik Migros Ostschweiz. Im Telematikbereich werden zahlreiche Prozesse digital gesteuert. Dazu gehören unter anderem die Einsatzplanung der Fahrer, die Fuhrenplanung für die Filialbelieferung, die LKW-Einsatzplanung sowie das Fahrzeugmanagement.
Auch weitere Abläufe laufen digital, etwa die «Steuerung sämtlicher Yard-Bewegungen auf dem BZ-Areal von Fahrzeugen und Eisenbahnwagen», so Balmer. Hinzu kommt eine «lückenlose, 24/7-Temperaturüberwachung inkl. aktivem Alarmsystem» für Ultrafrische- und Frischetransporte. Grundlage dafür seien Echtzeitdaten. Dabei setze man auf Echtzeitdaten mittels Sensoren vor Ort und Mobiltechnologie in den Fahrzeugen, auf dem Hof und in den Intralogistikprozessen.
Auch beim Thema künstliche Intelligenz beobachtet die Migros die Entwicklung genau. «Die Entwicklungen und die Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung bringen mit sich, dass wir auch neue Trends wie KI sehr genau beobachten, studieren, aber auch im alltäglichen Einsatz anwenden wollen», erklärt Daniel Balmer.
«Die Einführung digitaler Systeme funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter aktiv eingebunden werden.»
Coop nutzt KI in der Planung
Auch für Coop steht die Digitalisierung im Zentrum der Logistikentwicklung. «Für uns bedeutet Digitalisierung in der Logistik vor allem, Transport- und Informationsflüsse effizienter, transparenter und planbarer zu gestalten», sagt Thomas Liechti, Leiter Logistikregion Ostschweiz-Ticino. Digitale Systeme unterstützen die Prozesse bei Coop von der Auftragserfassung über die Disposition bis zur Auslieferung möglichst durchgängig. Gerade in der Lebensmittellogistik mit Zeitfenstern, Kühlketten und hohen Lieferfrequenzen sei dies entscheidend.
Künstliche Intelligenz kommt bei Coop bereits zum Einsatz, allerdings gezielt. «Wir setzen künstliche Intelligenz zurzeit punktuell und unterstützend ein, vor allem dort, wo grosse Datenmengen verarbeitet werden», erklärt Liechti. Typische Anwendungen seien «die Tourenplanung und Routenoptimierung sowie die Analyse historischer Transportdaten für die Planung». Ein Beispiel nennt Liechti bei schwankenden Liefermengen: «Durch die Analyse historischer Daten und aktueller Aufträge unterstützt ein KI-basiertes Planungssystem dabei, Transportvolumen besser zu bündeln und effizientere Touren vorzuschlagen.»
Dabei bleibt die Rolle der Technologie klar definiert. «Künstliche In-telligenz dient bei uns primär als Entscheidungsunterstützung und ist nicht als vollständig automatisiertes System im Einsatz», so Liechti.
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Emil Egger AG setzt auf datenbasierte Planung
Auch beim Logistikunternehmen Emil Egger AG steht die Nutzung von Daten im Zentrum der Digitalisierung. «Für uns bedeutet Digitalisierung in der Logistik vor allem, Informationen entlang der gesamten Transport- und Logistikkette verfügbar, transparent und nutzbar zu machen», betont Geschäftsleitungsmitglied Markus Egger. Ziel sei «nicht Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern die konsequente Verbesserung von Effizienz, Planbarkeit und Servicequalität».
Bereits heute kommen datenbasierte Systeme zum Einsatz. «Wir setzen heute bereits verschiedene datenbasierte und algorithmische Systeme ein, die teilweise KI-basiert sind», sagt Egger. Besonders relevant seien diese in der Tourenplanung und Disposition, wo Optimierungsalgorithmen helfen, Transportkapazitäten effizienter zu nutzen. Gleichzeitig bleibe menschliches Know-how wichtig: «Viele dieser Systeme arbeiten im Hintergrund und unterstützen die Disponenten, ohne deren Erfahrung zu ersetzen», so Egger.
Datenqualität bleibt entscheidend
Trotz technischer Fortschritte bleibt eine zentrale Voraussetzung die Qualität der Daten. «KI-gestützte Systeme funktionieren nur dann zuverlässig, wenn Daten vollständig, konsistent und strukturiert vorliegen», sagt Markus Egger.
Auch die Einbindung der Mitarbeitenden spielt für ihn eine wichtige Rolle. «Die Einführung digitaler Systeme funktioniert nur, wenn die Mitarbeitenden aktiv eingebunden werden», sagt Markus Egger. KI werde deshalb bei Emil Egger AG vor allem als Unterstützung für operative Teams verstanden.
