Prix SVC Ostschweiz 2026

«Regionale Verankerung schafft Vertrauen»

«Regionale Verankerung schafft Vertrauen»
Tanja Zimmermann
Lesezeit: 3 Minuten

Die Tisca Tischhauser AG aus Bühler hat den Prix SVC Ostschweiz 2026 gewonnen. Jurymitglied Tanja Zimmermann-Burgerstein erklärt, weshalb sich das Familienunternehmen im Finale durchsetzen konnte, welche Stärken viele Ostschweizer KMU auszeichnen und worauf sie bei der Beurteilung von Unternehmen besonders achtet.

Tanja Zimmermann, was hat Tisca im Juryprozess besonders ausgezeichnet?
Der gesamte Juryprozess – und besonders die Unternehmensbesuche – war spannend und beeindruckend. Es ist mir als Jurymitglied nicht leichtgefallen, einen klaren Sieger zu bestimmen, denn alle Finalisten haben besondere Stärken gezeigt. Am Ende hat Tisca in der Gesamtbewertung einfach etwas besser abgeschnitten als die anderen.

Tisca ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit internationaler Ausrichtung. Welche Rolle spielt diese Kombination aus regionaler Verankerung und globaler Perspektive heute für erfolgreiche KMU?
Für viele ist genau diese Kombination ein grosser Vorteil: Die regionale Verankerung schafft Vertrauen, Identität und stabile Beziehungen. Die internationale Perspektive eröffnet gleichzeitig neue Märkte, Innovation und Wachstum. Entscheidend ist die Balance: lokal verwurzelt bleiben, aber global denken.

Der Prix SVC zeichnet Unternehmen aus, die unternehmerische Leistung, Innovationskraft und nachhaltige Entwicklung verbinden. Inwiefern verkörpert der diesjährige Sieger diese Werte?
Tisca musste sich in vielen Bereichen neu erfinden, damit ihre Produkte auch künftig wettbewerbsfähig bleiben. Das ist ihnen sehr gut gelungen. Aspekte wie Diversifikation, Innovation und Nachhaltigkeit wurden konsequent weiterentwickelt. Damit kann sich das Unternehmen heute auch international erfolgreich behaupten.

«Tisca musste sich in vielen Bereichen neu erfinden.»

Die Finalisten des Prix SVC stammen aus unterschiedlichen Branchen und Geschäftsmodellen. Was sagt diese Vielfalt über die wirtschaftliche Stärke der Ostschweiz aus?
Auf der Bühne sagte der Sieger sehr treffend, dass die Ostschweiz oft unterschätzt werde. Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin immer wieder beeindruckt, was diese Region wirtschaftlich zu bieten hat. Ich arbeite und wohne in Rapperswil und bin dadurch stark nach Zürich orientiert – für viele hört die Ostschweiz ja bereits beim Ricken auf (lacht). Vielleicht ist es gerade diese geografische Lage mit ihren Tälern, Hügeln und dem grossen Nachbarn im Osten, die der Region ihre besondere Eigenständigkeit gibt.

Welche Bedeutung hat der Prix SVC Ihrer Meinung nach für Sichtbarkeit und Anerkennung von erfolgreichen KMU?
Der Prix SVC ist eine starke Plattform und setzt am richtigen Ort an. Gleichzeitig habe ich persönlich den Eindruck, dass der Bekanntheitsgrad noch weiter gesteigert werden könnte. Uns als ehemaligem Preisträger ging es ähnlich wie heute der Jury: Wenn man mit möglichen Kandidaten spricht, muss man den SVC manchmal zuerst kurz vorstellen.

Sie sind selbst CEO eines Familienunternehmens. Mit welchem Blick beurteilen Sie Unternehmen in einer Jury, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht?
Für mich ist das Zusammenspiel zwischen Mitarbeitern und Geschäftsleitung zentral. Neben den klassischen Faktoren achte ich deshalb immer auch auf den «Groove» einer Firma – also darauf, wie die Menschen miteinander arbeiten und ob eine positive Energie spürbar ist.

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«Die Ostschweiz wird wirtschaftlich oft unterschätzt.»

Sie führen Burgerstein Vitamine in dritter Generation. Welche Rolle spielen Werte wie Kontinuität, Unternehmenskultur und Verantwortung für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens?
Für mich ist das matchentscheidend. Arbeit muss Freude bereiten, das Unternehmen attraktiv sein und eine gute Kultur herrschen. Sonst wird es schwierig, motivierte junge Talente zu gewinnen. Mitarbeiter, die sich mit einem Unternehmen – und idealerweise auch mit seinen Produkten – identifizieren können, leisten mehr, übernehmen Verantwortung und sorgen so für Kontinuität.

Der Prix SVC bringt erfolgreiche Unternehmer aus der Region zusammen. Wie wichtig sind solche Plattformen für Austausch, Inspiration und Vernetzung?
Solche Netzwerke sind sehr wichtig – besonders Plattformen, bei denen man sich persönlich trifft. Digital vernetzen kann man sich heute jederzeit. Der direkte Austausch bleibt aber etwas anderes. Gleichzeitig hat das je nach Branche einen unterschiedlichen Stellenwert: Wir im Gesundheitsbereich sind beispielsweise weniger stark in solchen regionalen Netzwerken integriert als viele Unternehmen aus der klassischen Industrie.

Text: Patrick Stämpfli

Bild: Marlies Beeler-Thurnheer

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