«Wir geben dem Standort ein klares Profil»
Was war der konkrete Auslöser dafür, dass der Kanton St.Gallen einen neuen Auftritt für den Wirtschaftsstandort entwickelt?
Wir möchten die Standortattraktivität und Innovationskraft im Kanton St.Gallen gezielt weiter stärken. Das ist eines der fünf Ziele aus der aktuellen Schwerpunktplanung der Regierung. Deshalb entwickeln wir das Innovations- und Start-up-Ökosystem bereits an verschiedenen Stellen weiter. «Do it in St.Gallen» bildet die kommunikative Klammer um diese Massnahmen und unsere Partner. Wir geben dem Wirtschaftsstandort damit ein klares Profil und eine gemeinsame Stossrichtung, die nach innen und aussen wirkt.
«Do it in St.Gallen» klingt aktiv und selbstbewusst. Was wollen Sie mit dem neuen Auftritt konkret verändern?
Unsere Unternehmer sind seit jeher Macher. Diese Mentalität wollen wir stärker sichtbar machen und selbstbewusst vertreten. Wer sich hier niederlässt oder gründet, findet ein Umfeld von Gleichgesinnten, kurze Wege zu Forschung, Bildung und Politik sowie eine Kultur des pragmatischen Handelns. Wir suchen gemeinsam Lösungen, die andernorts oft an Bürokratie scheitern. Diese Haltung wollen wir festigen und als Standortqualität klarer positionieren.
Welche Zielgruppen sprechen Sie prioritär an?
Wer hier wirtschaftet, soll sich mit dem Auftritt identifizieren können. «Do it in St.Gallen» trägt Stolz in sich und zeigt, wie viel im Kanton bereits entsteht. Wir sprechen bestehende Unternehmen ebenso an wie Partner, Gründer und Wachstumsfirmen. Gleichzeitig wollen wir neue Unternehmen für den Standort gewinnen. Entscheidend ist, dass der Auftritt von innen getragen wird und nach aussen Strahlkraft entwickelt.
«Wir machen das gesamte Ökosystem sichtbarer.»
Wie unterscheidet sich der neue Auftritt von bisherigen Ansätzen der Standortförderung?
Wir positionieren den Kanton St.Gallen stärker als eigenständigen Wirtschafts- und Innovationsstandort. Zentral ist dabei das Netzwerk aus Unternehmen, Hochschulen, Forschung, Förderinstitutionen und weiteren Partnern. Wir treten nicht allein auf, sondern machen das gesamte Ökosystem sichtbarer und bündeln konkrete Angebote klarer. Damit schaffen wir Orientierung und erleichtern den Zugang zu Unterstützung und Kooperation.
Welche Rolle spielen Start-ups und junge Innovationsunternehmen?
Start-ups und Spin-offs sind eine zentrale Zielgruppe. Ihre Innovationskraft trägt dazu bei, wertschöpfungsstarke Unternehmen und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. In den letzten Jahren ist eine erfolgreiche Gründungsszene entstanden, die wir gezielt gestärkt und ausgebaut haben. Wir möchten Gründern zeigen, dass sie hier alles finden, was sie für ihr Start-up brauchen. Sie sollen den Kanton St.Gallen als innovativen und leistungsfähigen Standort wahrnehmen.
Wie werden die bestehenden Förderangebote gebündelt und sichtbarer gemacht?
Bei jedem Kontakt mit unseren Zielgruppen möchten wir den Standort klar positionieren, sei es an internationalen Konferenzen wie dem START Summit, in persönlichen Beratungen, in unseren Netzwerken oder online. Ein wichtiges Element ist unsere digitale Plattform «do-it-in-sg.ch» als Eingangstor zum Wirtschafts-, Innovations- und Start-up-Standort St.Gallen. Dort finden Interessierte eine strukturierte Übersicht über Partner, Programme und Erfolgsgeschichten.
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Woran messen Sie den Erfolg des neuen Auftritts?
Unternehmen und Partner sollen den Auftritt kennen und sich damit identifizieren. Gemeinsam tragen wir die Botschaften nach aussen. Längerfristig möchten wir erreichen, dass Zielgruppen in der Schweiz und im DACH-Raum mit «Do it in St.Gallen» in Kontakt kommen und sich davon angesprochen fühlen. Der Auftritt bildet die Basis für weitere Kommunikationsmassnahmen, deren Wirkung wir evaluieren werden.
Wie integriert «Do it in St.Gallen» die bestehende industrielle und gewerbliche Stärke des Kantons?
Der Auftritt steht für Verlässlichkeit, Kompetenz, Vernetzung und Mut. Diese Werte leben unsere Unternehmen bereits. Mit ihrem Innovationsgeist treiben sie technologische Entwicklungen voran, dank ihnen zählt die Region St.Gallen zu den führenden Hochtechnologiestandorten Europas. Diese Substanz ist die Grundlage der Marke.
Wie stellen Sie sicher, dass es nicht bei Kommunikation bleibt?
Wir haben den Austausch mit unseren Partnern intensiviert und institutionell verankert. Im strategischen Gremium für Start-up und Innovation treffen sich alle relevanten Akteure des Ökosystems. So stärken wir die Zusammenarbeit strukturell. «Do it in St.Gallen» ist deshalb nicht nur Kommunikation, sondern auch ein verbindendes Element für gemeinsames Handeln.
Was soll in drei Jahren anders sein?
Unsere Start-up- und Innovationsszene sowie bestehende und neue Unternehmen sollen noch stärker voneinander wissen und profitieren. St.Gallen ist stark in dem, was es tut, aber zurückhaltend in dem, was es zeigt. Diese Diskrepanz wollen wir reduzieren und den Standort selbstbewusster positionieren.
Text: Patrick Stämpfli
Bild: Marlies Beeler-Turnheer
