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Die Hans-Huber-Stiftung will sichtbarer werden

Die Hans-Huber-Stiftung will sichtbarer werden
Jens Breu, Nick Huber
Lesezeit: 5 Minuten

Die Hans-Huber-Stiftung möchte sich in der Ostschweiz künftig aktiver in gesellschaftliche und wirtschaftliche Diskussionen einbringen. Zwar bleibt die duale Berufsbildung weiterhin das zentrale Thema der Stiftung. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen den Austausch zwischen Wirtschaft, Schulen und Eltern stärken und den Werkplatz Ostschweiz vermehrt in den Fokus rücken.

Die Stiftung knüpft dabei bewusst an das Vermächtnis ihres Gründers an. Hans Huber, langjähriger Patron der heutigen SFS Group, gründete die Stiftung 1997 mit dem Ziel, die duale Berufsbildung zu stärken und den Stellenwert der Lehre langfristig zu sichern.

Vom Lehrling zum Unternehmer

Hans Huber wusste aus eigener Erfahrung, welche Bedeutung die Berufsbildung haben kann. Er absolvierte selbst eine kaufmännische Lehre als Eisenwarenkaufmann und baute später aus einer kleinen Heerbrugger Filiale die international tätige SFS Group auf.

Diese Grundhaltung prägt die Stiftung bis heute. «Die Berufsbildung war das Lebensthema von Hans Huber», sagt Jens Breu, CEO der SFS Group und Präsident der Hans-Huber-Stiftung. Gerade für exportorientierte Regionen wie das Rheintal bleibe die duale Ausbildung ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Gleichzeitig sehen die Verantwortlichen Veränderungen. Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an viele Berufe. Zudem beobachtet die Stiftung gesellschaftliche Entwicklungen, welche die Diskussion rund um die Berufsbildung verändern.

«Die Berufsbildung war das Lebensthema von Hans Huber.»

Mehr als klassische Förderung

Die Stiftung will deshalb künftig stärker auftreten als bisher. «Die Hans-Huber-Stiftung soll auch künftig eine aktive Stimme für die duale Berufsbildung und den Werkplatz Ostschweiz sein», sagt Breu. Dabei gehe es nicht nur darum, einzelne Projekte zu unterstützen. Vielmehr wolle die Stiftung «Menschen, Unternehmen, Schulen und Gesellschaft zusammenbringen und die Bedeutung der Berufslehre sichtbar machen.»

Die Stiftung versteht ihre Rolle heute breiter als früher. Neben der klassischen Förderung sollen künftig auch Austausch, Vernetzung und öffentliche Diskussionen eine wichtigere Rolle spielen. «Gleichzeitig soll die Stiftung künftig noch stärker auch als Plattform wirken, welche Inspiration, Austausch und neue Impulse ermöglicht», sagt Breu.

Diese Entwicklung zeigt sich auch in den bisherigen Aktivitäten der Stiftung. Neben Anerkennungs- und Förderpreisen engagiert sie sich seit Jahren mit Workshops wie «Fit für die Lehre», «Fit für den Berufsalltag» oder «Fit für die Berufsbildung». Zudem verleiht sie gemeinsam mit der Stiftung FH Schweiz den Nationalen Bildungspreis an Unternehmen mit besonderem Engagement für die Berufsbildung.

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Eltern prägen die Berufswahl mit

Eine zentrale Rolle spielen aus Sicht der Stiftung die Eltern. Nick Huber, Sohn des Stiftungsgründers Hans Huber und ebenfalls Stiftungsrat der Hans-Huber-Stiftung, sagt: «Oft wird der gymnasiale Weg bevorzugt, weil er als sicherer oder chancenreicher wahrgenommen wird.»

Die Stiftung wolle deshalb künftig gezielter auch Eltern ansprechen und die Möglichkeiten der dualen Ausbildung stärker sichtbar machen. «Viele erfolgreiche Persönlichkeiten in Wirtschaft und Industrie haben ihren Weg über eine Berufslehre begonnen und sich später gezielt weitergebildet», sagt Huber.

Auch Jens Breu betont, dass eine Berufslehre heute längst nicht mehr als Endpunkt verstanden werden dürfe. Sie sei oft der Beginn einer erfolgreichen beruflichen Entwicklung mit vielfältigen Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.

Für Nick Huber geht es dabei ausdrücklich nicht um eine Gegenüberstellung von Gymnasium und Berufslehre. Entscheidend sei vielmehr, dass beide Bildungswege ihre Berechtigung hätten und langfristig in einem ausgewogenen Verhältnis blieben. In den Ostschweizer Kantonen liege die Maturitätsquote seit Jahren bei rund 16 bis 20 Prozent. Für die Stiftung zeige dies, dass die duale Berufsbildung in der Region weiterhin stark verankert sei.

Gerade im Rheintal sieht die Stiftung die Berufsbildung eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region verbunden. «Das Rheintal lebt seit Jahrzehnten von einer starken industriellen Basis, innovativen Unternehmen und gut ausgebildeten Fachkräften», sagt Breu.

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Zwischen Tradition und Wandel

Während früher vor allem die direkte Förderung der Berufslehre im Zentrum stand, beschäftigt sich die Stiftung heute zunehmend auch mit der langfristigen Sicherung des Werkplatzes und mit Fragen rund um den Fachkräftemangel.

Für Nick Huber schliessen sich Tradition und Veränderung dabei nicht aus. «Die Stiftung versteht Tradition deshalb nicht als Stillstand, sondern als stabiles Fundament, auf dem Innovation und Weiterentwicklung möglich werden.»

Gerade die duale Berufsbildung müsse sich laufend weiterentwickeln. Neue Lernformen, zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten und veränderte Anforderungen in den Unternehmen würden das Bildungssystem verändern. Gleichzeitig bleibe die Stärke des dualen Wegs aus Sicht der Stiftung dieselbe: die Verbindung von Theorie und Praxis.

«Tradition ist kein Stillstand, sondern ein Fundament für Weiterentwicklung.»

Brücken zwischen Wirtschaft und Bildung

Für Jens Breu ist klar, dass Berufsbildung nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure funktionieren kann. «Diese Zusammenarbeit ist zentral. Berufsbildung funktioniert nur als partnerschaftliches System», sagt er mit Blick auf Unternehmen, Schulen und Eltern.

Dabei sieht die Stiftung auch die Unternehmen in der Verantwortung. Firmen, die Lernende ausbildeten, investierten nicht nur in den eigenen Nachwuchs, sondern auch in die Zukunft des Werkplatzes Schweiz.

Die Stiftung wolle deshalb künftig stärker als Vermittlerin auftreten und verschiedene Anspruchsgruppen zusammenbringen. Im Vordergrund stehe dabei die konkrete Wirkung für Berufsbildung und Werkplatz in der Ostschweiz.

«Ich wünsche mir, dass die Hans-Huber-Stiftung auch in zehn Jahren als glaubwürdige und inspirierende Institution wahrgenommen wird, die konkrete Wirkung erzielt», sagt Breu.

Text: Patrick Stämpfli

Bild: Rebekka Grossglauser, zVg

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