Neubau Ostschweizer Kinderspital

Forschung schafft bessere Medizin

Forschung schafft bessere Medizin
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Wie lassen sich Krankheiten früher erkennen, Therapien gezielter einsetzen und Behandlungen sicherer machen? Antworten darauf liefert die Forschung. Christian Kahlert, Leiter Forschung am Ostschweizer Kinderspital, erklärt, weshalb sie für die Kinder- und Jugendmedizin unverzichtbar ist und welche Projekte aktuell im Fokus stehen.

Christian Kahlert, weshalb ist Forschung an einem Kinderspital wichtig? Welche Ziele verfolgen Sie damit?
Forschung hilft uns, die Behandlung von Kindern laufend zu verbessern. Ohne Forschung veraltet Wissen rasch und neue Erkenntnisse fliessen zu spät in den Alltag ein. Wir erkennen dadurch wirksamere Therapien, vermeiden unnötige Untersuchungen oder Medikamente und erhöhen die Sicherheit der Behandlung. Für ein Zentrumsspital ist Forschung zudem Voraussetzung, um hochspezialisierte Medizin anzubieten und für den Erhalt der höchsten Ausbildungskategorie. Gerade bei seltenen Krankheiten arbeiten wir zudem eng mit Partnern zusammen, etwa im nationalen Forschungsnetzwerk SwissPedNet.

Welche Art von Forschung betreiben Sie am Ostschweizer Kinderspital? Was sind typische Projekte?
Unsere Forschung ist breit aufgestellt. Gerne gebe ich Beispiele: Wir beteiligen uns an nationalen Studien, etwa zur Behandlung von Lungenentzündungen oder zur Ernährung von Kindern in der Schweiz. Gleichzeitig lancieren wir eigene Projekte, beispielsweise zur Nachsorge von Kindern nach Krebserkrankungen oder zum Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Muskelkrankheiten. Im Ganglabor untersuchen wir Bewegungsauffälligkeiten, um Therapien gezielter auszurichten.

«Kinder und Jugendliche benötigen besonderen Schutz. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Forschungsvorhaben.»

Wie muss man sich den Bereich Forschung vorstellen, den Sie leiten? Wie arbeiten Sie mit den medizinischen Fachbereichen zusammen?
Wir unterstützen Forschungsprojekte von der Idee bis zur Publikation. Dazu gehören die Entwicklung von Studien, die Finanzierung, die Datenerhebung und die Auswertung der Ergebnisse. Unsere Mitarbeitenden beraten die Fachbereiche, schulen Forschende und übernehmen Aufgaben, für die spezielles Fachwissen nötig ist. Zudem erfassen wir Daten für nationale Register und werten Behandlungsdaten aus, um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Generalkonsent: Eltern und Jugendliche können damit die Nutzung ihrer Gesundheitsdaten für bewilligte Forschungsprojekte ermöglichen. Schliesslich sind alle forschenden Fachbereiche in der Forschungskommission verbunden, die strategische Entscheide fällt.

Was sind die besonderen Herausforderungen in der Kinder- und Jugendmedizin?
Kinder und Jugendliche benötigen besonderen Schutz. Entsprechend höher sind die Anforderungen an Forschungsvorhaben. Gleichzeitig unterscheiden sich junge Patientinnen und Patienten je nach Alter und Entwicklungsstand sehr, was den Einschluss in Studien erschwert. Zwingend arbeiten wir daher häufig mit anderen Kinderspitälern zusammen, um genügend Teilnehmende für verlässliche Ergebnisse zu erhalten.

Kermi  

Wie wird diese Forschung finanziert?
Die Finanzierung erfolgt über verschiedene Quellen. Das Ostschweizer Kinderspital erhält für Lehre und Forschung Mittel der Trägerkantone. Hinzu kommen Beiträge von SwissPedNet sowie eingeworbene Drittmittel von Stiftungen und dem Schweizerischen Nationalfonds.

Welche Rolle spielen Patientinnen, Patienten und Angehörige in der Forschung?
Die Forschung hat in den letzten Jahren erkannt, dass die Planung und Auswertung von Forschungsprojekten zusammen mit Betroffenen erfolgen müssen. So kann erkannt werden, was wirklich relevant ist für eine verbesserte Betreuung. Wir haben daher auch eine Gruppe von Eltern am Ostschweizer Kinderspital gegründet, welche direkt in Forschungsprojekte eingebunden werden kann.

PD Dr. med. Christian Kahlert, Leitender Arzt am OKS (Forschung).
PD Dr. med. Christian Kahlert, Leitender Arzt am OKS (Forschung).

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