10 Jahre Mineralheilbad St.Margrethen

Aus Holzzubern entstand eine moderne Wellnesswelt

Aus Holzzubern entstand eine moderne Wellnesswelt
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Seit 1680 schöpfen Menschen in St.Margrethen Kraft aus mineralhaltigem Wasser. Aus einem bescheidenen Badehaus wurde über Jahrhunderte ein regionaler Anziehungspunkt, später ein modernes Mineralheilbad. Mit der Wiedereröffnung vor zehn Jahren begann das jüngste Kapitel dieser Geschichte.

Am Anfang standen ein kleines Holzhaus und einfache Zuber. In ihnen badeten die Gäste, als das Mineralheilbad St.Margrethen 1680 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Die Nachricht von der wohltuenden Quelle sprach sich herum; mit Hotel und Restaurant entwickelte sich das Bad zu einem Ziel für Touristen und Handelsreisende aus der Region. Schon damals beruhte seine Anziehungskraft auf jenem Wasser, das bis heute ins Tal gelangt: Es wird im Appenzeller Vorderland gespeist, fliesst unterirdisch nach St.Margrethen und nimmt auf seinem Weg mehr als 30 Mineralstoffe auf, darunter Kalzium, Magnesium und Eisen.

Der erste grosse Modernisierungsschritt folgte 1902: Das Haus erhielt 16 Gussbadewannen und Therapieräume, für die damalige Zeit eine komfortable Ausstattung. Ein Reiseführer von 1925 pries die Heilquelle als «Ort, an dem geschwächte Gäste neue Kraft finden». Das Bad hatte sich einen Namen gemacht.

Mit dem veränderten Freizeitverhalten wuchs das Angebot: 1971 eröffnete ein Hallenbad mit 35 Grad warmem Wasser, 1979 kamen Sprudelbäder hinzu. 1985 entstanden Fliessbad, Saunapark und Restaurant. Später folgten eine Dampfgrotte, weitere Sprudelbäder sowie Erneuerungen von Sauna, Hallenbad und Heizung.

Doch die Ausbauten konnten die Probleme des älter gewordenen Betriebs nicht lösen: Sinkende Gästezahlen aus dem EU-Raum sowie hohe Betriebs- und Lohnkosten setzten dem Unternehmen zu. Ende März 2013 musste das Mineralheilbad schliessen; St.Margrethen drohte ein traditionsreicher Erholungsbetrieb verloren zu gehen. Im selben Frühjahr trat die liechtensteinische ITW-Gruppe als Investorin auf, und aus der angekündigten Sanierung wurde ein Ersatzneubau. Im Herbst 2014 begann der Abbruch, danach folgten rund zwei Jahre Bauzeit. 28 Millionen Franken flossen in das Projekt. Am 29. Oktober 2016 öffnete das neue Mineralheilbad seine Türen.

Der Neubau übersetzte die jahrhundertealte Badetradition in die Gegenwart. Ein Innenbecken und drei Aussenbecken, 36 Grad warmes Mineralwasser, eine grosszügige Saunawelt und ein Bistro machten aus dem früheren Heilbad ein modernes Bade- und Wohlfühlzentrum. Gleichzeitig blieb die natürliche Quelle das Herzstück des Hauses.

Seither hat das Mineralheilbad sein Profil geschärft. Für seine Mineralienstrategie erhielt es 2021 den «EWA Marketing Award» des europäischen Bäderverbands. Heute verbindet das Haus die eigene Quelle mit Anwendungen aus aller Welt, Saunazeremonien und Massagen. Rund 50 Mitarbeiter machen aus der alten Idee von Erholung ein zeitgemässes Erlebnis.

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