Matchd bringt KI-Talente zu Ostschweizer Unternehmen
Michael Bernasconi, wofür steht Matchd?
Matchd ist eine Vernetzungsplattform für den ICT-Nachwuchs in der Ostschweiz und Teil der IT-Bildungsoffensive des Kantons St.Gallen. Trägerin ist der Verein <IT>rockt! mit über 150 Mitgliedern und Partnern. Unternehmen finden hier Schülerinnen, Schüler und Studierende, die in die ICT einsteigen wollen.
Elisabeth Prahl, wie läuft die Suche ab?
Unternehmen registrieren sich, erstellen ihr Profil und schreiben eine Stelle oder Challenge aus. Die Plattform gleicht die gesuchten Fähigkeiten automatisch mit den Profilen der Talente ab. Ausschreibungen sind kostenlos und zahlenmässig nicht begrenzt.
Wie finden Unternehmen Talente mit KI-Kompetenzen?
Michael Bernasconi: Sie suchen nach konkreten Fähigkeiten statt nach Studiengängen oder Titeln. Wer Erfahrung in Datenanalyse, Machine Learning oder generativen Modellen sucht, schreibt genau danach aus und erhält passende Profile.
Wie gross ist der Pool?
Elisabeth Prahl: Über 600 Talente und rund 100 Unternehmen sind registriert. Ergänzend gibt es Karriere-Events wie «Career & Beer» und «Career & Cocktails», bei denen sich beide Seiten kennenlernen.
KI-Skills verändern sich schnell. Wie hält Matchd mit?
Elisabeth Prahl: Die Talente pflegen ihre Skills selbst. So bildet die Plattform ab, was aktuell gelernt und angewendet wird, oft schneller, als Lehrpläne nachkommen. Unternehmen sehen, welche Werkzeuge und Methoden für die nachrückende Generation bereits selbstverständlich sind.
Was bringt die «Challenge for Talents»?
Michael Bernasconi: Unternehmen stellen eine konkrete Aufgabe, die Talente allein oder im Team in einigen Stunden bis wenigen Tagen bearbeiten. Für KI-Themen eignet sich das besonders, weil sich Kompetenz auf dem Papier schlecht beurteilen lässt. Unternehmen sehen die Arbeitsweise und erhalten Lösungsansätze. Nach erfolgreichem Abschluss werden die Talente je nach Umfang vergütet.
Und wenn gerade keine Stelle offen ist?
Elisabeth Prahl: Mit dem «Career Buddy» bauen Unternehmen einen Talentpool auf. Das Matching funktioniert wie bei einer Ausschreibung, der Kontakt bleibt bestehen.
Welche Stellenformate sind gefragt?
Michael Bernasconi: Jahres- und Kurzpraktika, Trainee- und Teilzeitstellen, Challenges sowie der Career Buddy. Eine Challenge kann auch eine Bachelor- oder Masterthesis sein.
Was raten Sie einem Betrieb, der startet?
Michael Bernasconi: Klein anfangen und die benötigten Fähigkeiten präzise benennen. Wer beschreibt, welche Werkzeuge tatsächlich eingesetzt werden, erhält bessere Matches. Bei der Ideenfindung für Challenges unterstützen wir gerne.
