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«Die Berufslehre ist erst der Anfang»

«Die Berufslehre ist erst der Anfang»
Marco Cellere
Lesezeit: 3 Minuten

Mit einem Inspiration Award würdigte die Hans-Huber-Stiftung an ihrer ersten «Best of Class Award Night» Ende August in St.Gallen das Ausbildungsengagement der Cellere Bau AG. Für Marco Cellere ist die duale Berufsbildung weit mehr als eine Antwort auf den Fachkräftemangel: Sie eröffnet vielfältige Karrierechancen. Im Interview erläutert er, weshalb die Lehre mehr gesellschaftliche Anerkennung verdient und welche Rahmenbedingungen Ausbildungsbetriebe brauchen, um jungen Talenten Perspektiven zu bieten.

Marco Cellere, welche Bedeutung hat der Inspiration Award für Sie und Ihr Unternehmen?
Es ist eine grosse Ehre und Wertschätzung unseres Engagements in der Berufsbildung. Es erfüllt uns mit Stolz und spornt uns an, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. 

Weshalb ist die Berufsbildung für Sie als CEO Chefsache?
Mein Einstieg in die Arbeitswelt hat auch mit einer Berufslehre begonnen. Erst mit drei weiteren Jahren Praxiserfahrung habe ich mein Studium in Betriebswirtschaft in Angriff genommen. Im Rahmen meines Austauschsemesters wurde mir bewusst, was für eine geniale Sache das duale Bildungssystem ist. Viele Nationen beneiden uns darum. Dank meiner bereits gesammelten Praxiserfahrung fiel mir auch das Verständnis im Studium weniger schwer. 

Der Fachkräftemangel beschäftigt die Baubranche stark. Welche Rolle spielt die Ausbildung bei der Lösung dieses Problems?
Die Förderung eigener Fachkräfte ist eine proaktive Massnahme gegen den Fachkräftemangel. Meiner Meinung nach wird die Attraktivität unserer Berufe noch immer unter Wert verkauft. Hier müssen wir mutiger werden und unsere Karrieremöglichkeiten aktiv bewerben.

«Unsere Branche verkauft ihre Berufe noch immer unter Wert.»

Was erwarten Sie heute von jungen Menschen, die eine Lehre im Baugewerbe beginnen?
Neugier, Engagement und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten sind entscheidend. Wer eine Lehre im Baugewerbe beginnt, erkennt rasch die vielfältigen Karrierechancen, die sich mit Einsatz und guten Leistungen eröffnen. 

Wie gelingt es Ihnen, Jugendliche für Bauberufe zu begeistern?
Unsere Mitarbeitenden in der Lehrlingsbetreuung leisten einen grossartigen Job in der Ansprache junger Leute, die sich mit der Berufswahl auseinandersetzen. 

Welche Verantwortung tragen Unternehmen gegenüber der nächsten Generation von Berufsleuten?
Unternehmen haben die Verantwortung, jungen Menschen nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern ihnen auch den Sinn ihrer Arbeit aufzuzeigen. Sie sollen verstehen, welchen Beitrag ihre Arbeit leistet und wofür das Unternehmen steht. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass sich auch die nächste Generation mit ihrer Aufgabe identifizieren kann.

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Wie wichtig ist es, Lernenden bereits früh Verantwortung zu übertragen?
Das ist sehr wichtig und einer der grossen Unterschiede zwischen einer Berufslehre und dem Studium. Unsere Auszubildenden tragen schon mit 16, 17 Jahren Verantwortung auf ihren Schultern und wachsen daran auch menschlich.

Welche Eigenschaften zeichnen aus Ihrer Sicht erfolgreiche Lernende aus?
Neugier, Leistungsbereitschaft und der Glaube an sich selbst.

Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, damit die duale Berufsbildung auch künftig ein Erfolgsmodell bleibt?
Dem Image der dualen Berufsbildung muss Sorge getragen werden, sonst entsteht in der heutigen Gesellschaft der Eindruck von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Dass dies gelingt, braucht es aber auch vermehrt Anreize. Lehrlinge auszubilden, muss sich für die Unternehmen lohnen.

Was möchten Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die sich heute für eine Berufslehre entscheiden?
Die Berufslehre ist erst der Anfang. Informiert euch früh über die Karrieremöglichkeiten in euren Branchen und ihr erkennt schnell, dass auch ohne Studium eine tolle Berufskarriere möglich ist.

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