WTT Young Leader Award 21

«Wir hatten keine Zweifel, dass wir richtig lagen»

«Wir hatten keine Zweifel, dass wir richtig lagen»
Das Team «Gebäudeversicherung St.Gallen»: Stefanie Moser, Oliver Mosberger (Projektleiter), Niels Ham, Raphael Eisenhut, Stefanie Durrer (v. l. n. r.). Es fehlen: Michael Bösch und Anja Platt
Lesezeit: 3 Minuten

Als Datenauswertungen unerwartete Ergebnisse lieferten, musste  das Team «Gebäudeversicherung St.Gallen» seinen Auftraggeber überzeugen, das Projekt ganz anders als geplant anzugehen. Dank stichfesten Argumenten, zweifelsfreien Ergebnissen und glasklaren Empfehlungen urteilte die Jury schlussendlich: «Sieg in der Kategorie Marktforschung!»

Hätten Sie auf Ihren Sieg gewettet?
Oliver Mosberger: Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir kannten die anderen Arbeiten nicht im Detail, deshalb ist das auch schwierig.
Niels Ham: Erst die Vornomination, dann die Nomination – je näher man dem Ziel kommt, desto grösser wird die Hoffnung. Alle Teams hätten den Award verdient.

 Der WTT YOUNG LEADER AWARD bedeutet auch eine Extrarunde in Sachen Praxisprojekte. Lohnt sich das für Sie?
Raphael Eisenhut: Da macht man gerne mit. Alle Nominierten sind bereits Gewinner.

 Die Jury lobte Ihr Management Summary. Verraten Sie Ihr Rezept für folgende Jahrgänge!
Anja Platt: Man muss bis zum Schluss liefern. Fürs Management Summary soll deshalb noch genügend Energie bleiben.
Stefanie Moser: Wir strukturierten unsere Arbeit stark, davon profitierte auch das Management Summary. Dort visualisierten wir Zahlen und Kernaussagen noch mit Piktogrammen.

«Unser Netzwerk erweitert sich gerade ganz erfreulich.»

Eigentlich mussten Sie das Projekt mittendrin anders planen, als es von der GVSG zunächst gedacht war. War Ihnen wohl dabei?
Raphael Eisenhut: Na ja … Auftraggeber, Coach und wir waren überrascht, als die Daten nicht hervorbrachten, was alle erwarteten: Die Kundenbedürfnisse liessen sich nicht nach Schadentypen unterscheiden. Sie sind individuell. Also mussten wir in kürzester Zeit das Forschungsdesign umstellen.

Michael Bösch: Wir hatten keine Zweifel, dass das richtig war. Denn auf akribische Datenauswertung legten wir grossen Wert. Da gab es keine Unklarheiten, wir liessen nichts im Unreinen. So konnten wir auch die Gebäudeversicherung St.Gallen (GVSG) von einem neuen Weg überzeugen.

Stefanie Durrer: Wir kamen allerdings ganz schön unter Druck, weil wir den Zeitplan halten wollten. Die Kundenumfrage musste pünktlich raus.

 Was zeigte Ihre Marktforschung auf?
Oliver Mosberger: Die GVSG erhielt viele Daten über ihre Kunden – wie die Zufriedenheit oder die Bearbeitungszeit bei Schadenfällen. Welche Bedürfnisse haben die Kunden – alte, junge, solche mit einzelnen Immobilien oder mehreren Liegenschaften? Bevorzugen sie persönliche oder digitale Kommunikation? Wie schnell soll ein Erstkontakt erfolgen? Wie rasch braucht es Entscheide? Bis wann werden Entschädigungen gewünscht? All dies ist eben hoch individuell.

 Welche Empfehlungen leiteten Sie ab?
Niels Ham: Die Digitalisierung mit einem Online-Portal für den interaktiven Austausch bei Schadenfällen voranzutreiben. Das kann man sich vorstellen wie die Paketverfolgung beim Versandhandel. Damit hat die GVSG bereits begonnen.

Stefanie Moser: Dann rieten wir zur Automatisierung bei Kundenbeziehungen: Kundendaten können in einem CRM-System bereits kategorisiert erfasst werden und Mitarbeitende bei Standardfällen entlasten.

Anja Platt: Die dritte Empfehlung hiess «Customizing», die Kunden sollen also innerhalb des gesetzlichen Rahmens individuell wählen dürfen, wie Fälle bearbeitet werden sollen. Es braucht keinen einheitlichen Prozess für Brände oder Wasserschäden.

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«Das Homeoffice half, Beruf und Praxisprojekt flexibler zu vereinen.»

Wie wirkte sich der Shutdown auf Ihre Leistung aus?
Raphael Eisenhut: Wir sind eine kleine Klasse und kannten uns bereits. Für uns als berufsbegleitende Studierende half das Homeoffice gar, Job und Praxisprojekt flexibler zu vereinen. Die Herausforderung lag darin, eine Arbeit aus einem Guss abzuliefern – sieben Leute arbeiteten daran.

Oliver Mosberger: Für kreative Prozesse haben wir virtuell mehr Zeit als üblich gebraucht. In Videokonferenzen kann immer nur eine Person sprechen. Hier war etwas Mehraufwand gefragt, um die gewohnte Qualität zu liefern.

Erhielten Sie berufliche Angebote nach dem Sieg?
Niels Ham: So direkt nicht. Aber der Award bietet eine Plattform und Aufmerksamkeit. In den sozialen Medien ist gerade viel los und unser Netzwerk erweitert sich ganz erfreulich.

Stefanie Durrer: Wir waren überrascht über die Reichweite des Events. Viele verfolgten ihn mit, auch ohne unser Wissen – privat und geschäftlich. Wir erhielten viel Zuspruch. Es ist schön, wenn harte Arbeit bemerkt wird.

Was machen Sie mit den 6000 Franken Preisgeld?
Oliver Mosberger: Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht. Ein gemeinsames Abendessen muss aber sein!