St.Gallen

«Gemeinsam schaffen wir Erfolg für die Region»

«Gemeinsam schaffen wir Erfolg für die Region»
Christine Bolt
Lesezeit: 5 Minuten

Der Bau der neuen St.Galler Kantonalbank Halle ist sowohl für die Olma Messen St.Gallen als auch für die Stadt und die Region ein bedeutender Meilenstein. Olma-Messen-CEO Christine Bolt spricht im Interview über das Bauprojekt, Herausforderungen und Visionen.

Text: Patrick Stämpfli

Christine Bolt, die Olma Messen sind ein Unternehmen mit grosser Bedeutung für die Ostschweiz. Bei Ihrem Antritt 2020 lief bereits der Bau der viel diskutierten neuen Messe- und Eventhalle, der «St.Galler Kantonalbank Halle». Wie blicken Sie auf Ihren Start zurück?
In meinen dreieinhalb Jahren bei den Olma Messen war vieles in Bewegung: vom erfolgreichen Neustart nach Arbeitsverbot, Kapitalerhöhung, politische Prozesse, Wandlung des Rechtskleids in eine AG, die Lancierung neuer Produkte, die Transformation der Organisation bis hin zur Bekanntgabe der Namensgeberin für die neue Halle. Mir war von Anfang an klar, dass die Leitung dieser Ostschweizer Institution eine grosse, aber auch spannende Aufgabe sein würde. Hier geht es um uns alle, um die ganze Ostschweiz: Besucherinnen und Besucher, Ausstellende, Unternehmen, Einwohnerinnen und Einwohner, Stadt, Kanton, Region. Die Olma Messen gibt es nicht zum Selbstzweck, sie sind von der Region für die Region gegründet worden. Sie sind für uns alle wichtig – gesellschaftlich, wirtschaftlich und im Sinne von Identität.

Unterdessen wurde aus der Olma-Genossenschaft eine AG, was Ihnen zusätzliche 20 Millionen Franken bringen soll. Wie wichtig war dieser Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Bauprojekts zur neuen Halle?
Die Pandemie und der Ukrainekrieg haben nebst riesigen Umsatzeinbussen zu einer übermässigen Verteuerung des Bauens geführt. Mit der Umwandlung in eine AG schufen wir die Voraussetzungen, um Privatpersonen, Gewerbe und Unternehmen noch stärker als bisher einbinden zu können. Das neue Rechtskleid bildet die Basis, um die finanzielle Zukunft der Olma Messen und damit 140 Veranstaltungen pro Jahr und starke regionalwirtschaftliche Effekte zu sichern. Dabei geht es um weit über 1000 Arbeitsplätze. Die einstimmige Annahme der Wandlung zur AG durch unsere Genossenschafter war ein starker Vertrauensbeweis.

  

«Bei einem so grossen Projekt müssen viele Räder ineinander greifen.»

Wie liefen die Bauarbeiten bislang?
Wir sind mit dem Verlauf der Bauarbeiten sehr zufrieden. Bei einem so grossen Projekt müssen viele Räder ineinander greifen. Es gibt sehr viele Abhängigkeiten. Der Dauerregen im April und Mai hat die Fertigstellung des Daches etwas verzögert, wodurch wiederum andere Arbeiten erst später beginnen konnten. Die Bauleitung hat das hervorragend kompensiert, wir arbeiten sehr gut zusammen. Es zahlt sich aus, dass wir grösstenteils mit regionalen und Schweizer Firmen zusammenarbeiten.

Welches waren, neben der massiven Teuerung durch Pandemie und Ukraine-Krieg, die grössten Herausforderungen bei der Umsetzung?
Die Überdeckung der Autobahn und die Realisierung einer stützenfreien Halle auf wenigen vorgegebenen Auflagepunkten mit möglichst wenigen Sperrungen der Stadtautobahn waren Herausforderungen. Zudem musste der Messe- und Eventbetrieb neben den Bauarbeiten aufrechterhalten werden. Dies ist gelungen und der hervorragenden Arbeit der Verantwortlichen im Hoch- und Tiefbau, unseres Betriebs-Teams und der guten Zusammenarbeit mit den Behörden zu verdanken. 

Um ein solch grosses Bauprojekt umzusetzen, braucht es viele helfende Hände. Wie viele Firmen waren und sind daran beteiligt?
Insgesamt wurden rund 100 Unternehmen mit grösseren Aufträgen betraut. Die Olma Messen haben die Aufträge, soweit marktfähig und verfügbar, konsequent an Anbieter aus der Region vergeben. Nach Abschluss der Arbeiten werden wir 90 Prozent des Auftragsvolumens in der Schweiz vergeben haben. Intern gibt es kaum eine Stelle, die nicht mit dem Bau oder der Nutzung der St.Galler Kantonalbank Halle in Berührung kommt – sei es im Betrieb, im Marketing oder in der Szenografie.

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Christine Bolt und Christian Schmid, CEO der St.Galler Kantonalbank.
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Welche Kapazitäten hat die neue Halle und was kann und soll darin stattfinden? Was ist Ihre Vision für diese neue Halle?
Das Fassungsvermögen beträgt je nach Nutzung bis zu 12 000 Personen. Bei der Architektur wurde auf flexible Nutzungsmöglichkeiten geachtet. So lassen sich Foyer und Halle funktional und akustisch trennen. Zudem können beide Räume in der Mitte geteilt werden. Mit den Möglichkeiten, die uns die St.Galler Kantonalbank Halle bietet, werden wir die OLMA, die OFFA und die Tier&Technik auf ein neues Niveau heben. Auch weil die Halle stützenfrei ist, ergeben sich vielfältige Inszenierungsmöglichkeiten. Besucherinnen und Besucher von Corporate Events werden in Welten eintauchen. Mit der St.Galler Kantonalbank Halle werden die Olma Messen echte Erlebnisse für Unternehmen und die Ostschweiz bieten. Das wird begeistern.

Weshalb braucht die Ostschweiz einen Veranstaltungsort in dieser Grössenordnung?
Die Olma ist ein Stück Ostschweizer Identität, die Veranstaltungen auf dem Gelände der Olma Messen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Sie generieren in der Ostschweiz einen jährlichen Umsatz von 177 Millionen Franken und 1350 Vollzeitstellen. Die Realisierung der Halle war ein volkswirtschaftlicher Entscheid für die Region, denn mit ihr können diese Effekte gestärkt und ausgebaut werden. Mit dem grösseren und attraktiveren Gelände stärken die Olma Messen St.Gallen als Messe- und Eventstadt mit überregionaler Ausstrahlung. Zudem steht die Halle für ein neues Selbstbewusstsein der Ostschweiz und wird mit begeisternden Veranstaltungen den Standort beleben.

2022 verzeichneten die Olma Messen einen Anfragenrekord und 2023 sind bereits über 110 Veranstaltungen fixiert. Die St.Galler Kantonalbank Halle verzeichnet für die ersten zwei Betriebsjahre sogar bereits eine Auslastung von rund 50 Prozent. Hätten Sie damit gerechnet?
Die Zahlen zeigen uns, dass unsere Produkte gefragt sind und das Geschäftsmodell funktioniert. Das haben wir immer gewusst. Trotzdem ist es ein Kraftakt. Das Team der Olma Messen hat in den letzten Monaten und Jahren viel geleistet, um diese Auslastung zu erreichen. Für den Start ist sie gut, aber wir müssen sie unbedingt noch steigern und gleichzeitig für eine gute Auslastung des ganzen Geländes sorgen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, haben sich die Olma Messen in den Bereichen Innovationsmanagement, Produktentwicklung, Marketing und Verkauf verstärkt.

 

«Die Halle steht für ein neues Selbstbewusstsein der Ostschweiz.»

Freude dürfte auch über den neuen Namensponsor der Halle herrschen – die St.Galler Kantonalbank. Welche Bedeutung hat dieser Sponsor für die Olma Messen?
Ja, wir freuen uns sehr darüber. Mit der St.Galler Kantonalbank haben die Olma Messen die ideale Namensgeberin gefunden. Uns verbindet eine langjährige Beziehung und wir sind beide stark in der Region verankert. Das Bekenntnis der St.Galler Kantonalbank zum Messe- und Kongress-Standort Ostschweiz ist ein grosser Vertrauensbeweis in die Strategie der Olma Messen.

Die Bauarbeiten für die neue Halle sind derzeit noch in vollem Gange. Wie gross ist die Vorfreude auf die Eröffnung im Frühling 2024?
Die Vorfreude ist gigantisch. Endlich können wir zeigen wie schön die neue St.Galler Kantonalbank Halle ist und was sie kann. Ich bin überzeugt, dass die neue Halle unsere Ostschweiz grösser macht. Sie bringt neue Inszenierungsmöglichkeiten, mehr und grössere Events. Sie steigert unsere Wettbewerbsfähigkeit im grossen Masse. Wir werden bereits an der OLMA 2023 einen Teil der noch nicht ganz fertiggestellten Halle nutzen können. An der Tier&Technik im Februar stehen dann alle Flächen zur Verfügung. Die offizielle Einweihung feiern die Olma Messen mit allen, die die neue Halle erleben wollen, am 2. und 3. März 2024.

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