Thurgau

Thurgauer Maturanden zeigen, was Zukunftskompetenz bedeutet

Thurgauer Maturanden zeigen, was Zukunftskompetenz bedeutet
Johannes Stölzle, Nils von Kampen und Regierungsrätin Denise Neuweiler
Lesezeit: 2 Minuten

Die Stiftung Think Tank Thurgau hat am 30. April erneut die besten Maturaarbeiten ausgezeichnet. Drei Maturanden und eine Maturandin zählten zu den besten vier und durften im Rathaus Weinfelden ein Preisgeld entgegennehmen. Vier weitere Teilnehmerinnen wurden für ihre starken Arbeiten ausgezeichnet.

Text: pd/stz.

Zentrum des Jugendwettbewerbs standen Arbeiten, die durch Innovationskraft, gesellschaftliche Relevanz und einen Bezug zum Thurgau überzeugten. Drei Maturanden und eine Maturandin zählten zu den besten vier und durften ein Preisgeld entgegennehmen. Vier weitere Teilnehmerinnen wurden für ihre guten Arbeiten ausgezeichnet.

Das Präsidium der Jury des Jugendwettbewerbs wurde in diesem Jahr erstmals im Co-Präsidium von Regula Broger und Dr. Petronella Vervoort geführt. Regula Broger begrüsste die Anwesenden und sprach in ihrer Rede über die Herausforderungen der heutigen Zeit. Das Bildungssystem habe über Jahrzehnte darauf hingearbeitet, Probleme des Mangels zu lösen: mehr zu produzieren, mehr zu erschliessen, mehr zu verkaufen.

«Das hat lange funktioniert. Doch heute bekämpfen wir nicht mehr nur Probleme des Mangels, wir bekämpfen auch Probleme des Überflusses», sagte sie.

Die Ausgezeichneten 2026
Die Ausgezeichneten 2026

Das erfordere andere Kompetenzen, etwa die Fähigkeit, mit Komplexität und Widersprüchen umzugehen, einen tieferen Sinn zu finden und Beharrlichkeit zu entwickeln, um langfristige Ziele zu verfolgen. Genau diese Fähigkeiten hätten die Gewinner des Jugendwettbewerbs bewiesen.

Den ersten Platz belegte Johannes Stölzle von der Kantonsschule Romanshorn. Die Jury kürte seine Maturaarbeit aufgrund der vom Think Tank vorgegebenen Wettbewerbskriterien wie Innovation, Relevanz und Bezug zum Thurgau zur besten Arbeit des Wettbewerbs. Stölzle stellte sich in seiner Arbeit die Frage, wie Nutztiere vor Wölfen geschützt werden können, ohne den Wölfen ihren Platz im Ökosystem zu nehmen.

Seine Antwort ist technologisch ambitioniert: Eine künstliche Intelligenz soll Wölfe aus der Luft zuverlässig erkennen. Eingebaut in eine Drohne, die einer Herde autonom folgt, könnte das System bei Wolfserkennung in den Abwehrmodus wechseln, zur Ladestation zurückkehren und den Hirten in Echtzeit informieren. Der Thurgau könnte sich damit als Hub für Agrar-Robotik positionieren, sagte Stölzle. Die Wettbewerbsjury bezeichnete die Arbeit und ihre Erkenntnisse als Durchbruch und sah darin einen würdigen ersten Platz.

Auch interessant

Wie wollen wir in Zukunft wohnen und leben?
Thurgau

Wie wollen wir in Zukunft wohnen und leben?

Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen?
Thurgau

Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen?

Wie die Schweiz klimaneutral bauen kann
Thurgau

Wie die Schweiz klimaneutral bauen kann

Nils von Kampen, Tobias Brack, Johannes Stölzle und Isabelle Seiler
Nils von Kampen, Tobias Brack, Johannes Stölzle und Isabelle Seiler

Auf dem zweiten Platz landete Isabelle Seiler von der Kantonsschule Frauenfeld. Sie hat mit ihrer Arbeit zur politischen Säuberung von Nazi-Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg eine echte Forschungslücke bearbeitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wies der Thurgau deutsche Staatsbürger aus, die dem Nationalsozialismus nahestanden oder vermeintlich nahestanden, oft bevor eidgenössische Richtlinien überhaupt in Kraft traten.

Isabelle Seiler erschloss dafür kaum durchsichtete Primärquellen im Staatsarchiv Thurgau. Ihr Befund: Entscheide basierten oft auf Gerüchten und persönlichen Einschätzungen. «Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur im Thurgau und darüber hinaus», sagte Regula Broger in ihrer Laudatio.

Gemeinsam auf den dritten Platz kamen zwei Maturanden der Kantonsschule Kreuzlingen: Nils van Kampen, der eine KI-gestützte App für die Kommunikation mit sprechbeeinträchtigten Menschen entwickelt hat, und Tobias Brack, der Bakteriophagen als Alternative zur Behandlung mit Antibiotika untersuchte.

Musikalisch wurde der Abend mit rockiger Musik umrahmt. Erziehungsdirektorin Denise Neuweiler überbrachte ein Grusswort der Regierung und sprach den jungen Forschern grosse Anerkennung für ihre erbrachten Leistungen aus.

Auch interessant

Doppelsieg beim TTT-Jugendwettbewerb
Thurgau

Doppelsieg beim TTT-Jugendwettbewerb

Der Thurgau unterwegs in eine zirkuläre Zukunft
Thurgau

Der Thurgau unterwegs in eine zirkuläre Zukunft

Künstliche Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft: Sind wir parat?
Thurgau

Künstliche Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft: Sind wir parat?