Thurgauer Maturanden zeigen, was Zukunftskompetenz bedeutet
Text: pd/stz.
Das erfordere andere Kompetenzen, etwa die Fähigkeit, mit Komplexität und Widersprüchen umzugehen, einen tieferen Sinn zu finden und Beharrlichkeit zu entwickeln, um langfristige Ziele zu verfolgen. Genau diese Fähigkeiten hätten die Gewinner des Jugendwettbewerbs bewiesen.
Den ersten Platz belegte Johannes Stölzle von der Kantonsschule Romanshorn. Die Jury kürte seine Maturaarbeit aufgrund der vom Think Tank vorgegebenen Wettbewerbskriterien wie Innovation, Relevanz und Bezug zum Thurgau zur besten Arbeit des Wettbewerbs. Stölzle stellte sich in seiner Arbeit die Frage, wie Nutztiere vor Wölfen geschützt werden können, ohne den Wölfen ihren Platz im Ökosystem zu nehmen.
Seine Antwort ist technologisch ambitioniert: Eine künstliche Intelligenz soll Wölfe aus der Luft zuverlässig erkennen. Eingebaut in eine Drohne, die einer Herde autonom folgt, könnte das System bei Wolfserkennung in den Abwehrmodus wechseln, zur Ladestation zurückkehren und den Hirten in Echtzeit informieren. Der Thurgau könnte sich damit als Hub für Agrar-Robotik positionieren, sagte Stölzle. Die Wettbewerbsjury bezeichnete die Arbeit und ihre Erkenntnisse als Durchbruch und sah darin einen würdigen ersten Platz.
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Auf dem zweiten Platz landete Isabelle Seiler von der Kantonsschule Frauenfeld. Sie hat mit ihrer Arbeit zur politischen Säuberung von Nazi-Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg eine echte Forschungslücke bearbeitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wies der Thurgau deutsche Staatsbürger aus, die dem Nationalsozialismus nahestanden oder vermeintlich nahestanden, oft bevor eidgenössische Richtlinien überhaupt in Kraft traten.
Isabelle Seiler erschloss dafür kaum durchsichtete Primärquellen im Staatsarchiv Thurgau. Ihr Befund: Entscheide basierten oft auf Gerüchten und persönlichen Einschätzungen. «Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur im Thurgau und darüber hinaus», sagte Regula Broger in ihrer Laudatio.
Gemeinsam auf den dritten Platz kamen zwei Maturanden der Kantonsschule Kreuzlingen: Nils van Kampen, der eine KI-gestützte App für die Kommunikation mit sprechbeeinträchtigten Menschen entwickelt hat, und Tobias Brack, der Bakteriophagen als Alternative zur Behandlung mit Antibiotika untersuchte.
Musikalisch wurde der Abend mit rockiger Musik umrahmt. Erziehungsdirektorin Denise Neuweiler überbrachte ein Grusswort der Regierung und sprach den jungen Forschern grosse Anerkennung für ihre erbrachten Leistungen aus.