Sigvaris verlagert Serienproduktion nach Polen
Text: pd/red
Das Traditionsunternehmen, das auf medizinische Kompressionsstrümpfe spezialisiert ist, hatte bereits im Herbst 2024 angekündigt, sich am Standort St.Gallen künftig auf Massanfertigungen und Kleinserien zu konzentrieren. Gleichzeitig stellte Sigvaris damals einen Stellenabbau von 140 Arbeitsplätzen über mehrere Jahre in Aussicht.
Wie die NZZ nun in einem Paywall-Artikel berichtet, sei ein grosser Teil dieser Restrukturierung inzwischen umgesetzt worden. Die Serienproduktion werde zunehmend im polnischen Werk in Gutowo Male bei Poznan gebündelt. Das Werk gehört seit der Übernahme des Unternehmens Pani Teresa Medica im Jahr 2015 zu Sigvaris.
Kostendruck zwingt zum Umbau
Gegenüber der NZZ begründete Manuel Ganzoni, Chief Commercial Officer und Vertreter der Eigentümerfamilie, die Verlagerung mit einem schwierigen Marktumfeld. Genannt werden anhaltender Preisdruck, steigende Kosten sowie Wechselkurseffekte.
Die Lohnkosten gelten dabei als zentraler Faktor. Laut NZZ liegen die Löhne in Polen weiterhin deutlich unter Schweizer Niveau. Für Industrieunternehmen bleibt der Standort deshalb attraktiv.
Sigvaris beschäftigt gemäss eigenen Angaben weltweit über 1600 Mitarbeiter und betreibt Produktionsstandorte in der Schweiz, Polen, Frankreich, Brasilien und den USA. Aktuelle Geschäftszahlen veröffentlicht das Unternehmen seit Jahren nicht mehr.
Entwicklung bleibt vorerst in St.Gallen
Spekulationen über eine weitergehende Verlagerung von Unternehmensbereichen wie Entwicklung oder Produktmanagement weist Sigvaris derzeit zurück. Gegenüber der NZZ erklärte Ganzoni schriftlich, solche Schritte entsprächen «nicht der derzeitigen Planung».
Die Geschichte von Sigvaris reicht bis ins Jahr 1864 zurück. Die Marke gehört international zu den bekanntesten Herstellern medizinischer Kompressionsstrümpfe.