Windpark-Projekt stösst in St.Gallen auf breite Zustimmung
Text: pd/red
Eine hypothetische Windanlage mit dem Projektnamen «Petra und Paula» würde laut der Untersuchung des Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy (RISE-HSG) bei einem grossen Teil der Befragten Zustimmung finden. Insgesamt würden 75,4 Prozent dem Projekt zustimmen oder eher zustimmen. In der Stadt St.Gallen lag die Zustimmung mit 79,7 Prozent sogar leicht höher.
Kleine Minderheit sorgt für starke Emotionen
Vorgestellt wurden die Resultate kürzlich an einer Medienkonferenz im Festsaal der Ortsbürgergemeinde St.Gallen. Die Studie untersuchte dabei nicht nur die generelle Haltung zur Windenergie, sondern auch die Faktoren, welche die Akzeptanz eines konkreten Projekts beeinflussen.
«Wir beobachten eine asymmetrische emotionale Aktivierung – lediglich 11 Prozent der Befragten würden den Windpark ‹Petra und Paula› ablehnen. Diese Gruppe bringt jedoch starke Gefühle zum Ausdruck, was ihr oft überproportional viel Aufmerksamkeit beschert», sagt Martina Rothenberger, Forscherin am Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy (RISE-HSG) der Universität St.Gallen.
Herkunft und Material entscheidend
Entscheidend für die Akzeptanz ist gemäss Studie unter anderem die Herkunft der Windturbinen. Anlagen europäischer Hersteller werden deutlich bevorzugt. Auch beim Material der Türme zeigen sich Unterschiede: Stahl- und Holzkonstruktionen schneiden besser ab als Betontürme. Ebenfalls positiv bewertet werden regionale Trägerschaften, während finanzielle Beteiligungsmodelle wie ein Windzins zwar unterstützend wirken, aber weniger stark ins Gewicht fallen.
Der Kanton St.Gallen hat in seinem Richtplan bereits 15 mögliche Wind-Eignungsgebiete definiert. Zwei davon befinden sich in der Nähe der Stadt St.Gallen. Die Studienautoren sehen darin ein Signal, dass künftige Projekte grundsätzlich auf eine breite Akzeptanz zählen könnten.
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Energieversorgung als Argument
«Der Krieg im Nahen Osten unterstreicht die Bedeutung von einheimischer Energie. Windenergie kann einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation unserer Energieversorgung leisten und stösst in weiten Kreisen der St.Galler Bevölkerung auf Zustimmung», sagt Rolf Wüstenhagen, Professor und Direktor des RISE-HSG an der Universität St.Gallen.
Die Studie kommt gleichzeitig zum Schluss, dass die Diskussion um Windenergie nicht allein über finanzielle Vorteile geführt werden kann. Faktoren wie regionale Verankerung, Vertrauen und die Herkunft der Technologie spielen laut den Forschenden eine zentrale Rolle.