HSG erhält Millionen-Einzelspende
Text: pd/stz.
Am traditionellen Feiertag der Universität St.Gallen gab es am 8. Mai nicht nur akademische Auszeichnungen, Festreden und feierliche Begegnungen, sondern auch eine Nachricht von besonderer Tragweite: Rektor Prof. Manuel Ammann durfte in seiner Festrede eine Spende in Höhe von 23,75 Millionen Franken verkünden. Es handelt sich um eine der grössten Einzelspenden in der 128-jährigen Geschichte der HSG.
Die Spende kommt von der AS Holding, der Muttergesellschaft von Kistefos AS, einer privaten Investmentgesellschaft im Besitz von HSG-Alumnus Christen Sveaas. Die Gruppe mit Sitz in Oslo wurde 1956 gegründet und verwaltet ein breit gefächertes Portfolio mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Ihr Investitionsfokus liegt vor allem auf Europa.
Tiefe Verbundenheit mit der HSG
Christen Sveaas, Eigentümer und geschäftsführender Verwaltungsratspräsident der AS Holding und von Kistefos AS, hat sein Studium an der HSG in den 1980er-Jahren mit dem Lizenziat abgeschlossen. Seither ist seine Verbindung zur Universität St.Gallen nie abgerissen. Neben seinen Engagements als Kunstmäzen und Philanthrop setzt er sich seit Jahren auf vielfältige Weise für die HSG ein. Ihm sei es ein grosses Anliegen, seiner Alma Mater etwas zurückzugeben, sowohl finanziell als auch ideell.
Bereits seit Jahren leistet Sveaas einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung, indem er Stipendien an junge Norweger vergibt, die an der HSG studieren möchten. Seit 2018 ist er zudem Mitglied des HSG-Beirats, seit 2025 gehört er dem Ehrensenat der Universität an.
Auch als Sammler moderner und zeitgenössischer Kunst hat Sveaas Spuren auf dem Campus hinterlassen. So spendete er der Universität unter anderem die markante Skulptur «Ourea» des britischen Künstlers Sir Tony Cragg, die sich vor dem Square auf dem Campus Rosenberg befindet.
Grundstein für ein Endowment
Die nun bekanntgegebene Spende kommt der Universität St.Gallen auf zwei Arten zugute. Der grössere Teil, 20 Millionen Franken, dient als Ankerspende für den Aufbau eines sogenannten Endowments. Nach dem Vorbild privater US-amerikanischer Hochschulen soll ein eingebrachtes Vermögen langfristig angelegt werden. Die daraus entstehenden Kapitalerträge und Zinsen können anschliessend für Projekte eingesetzt werden, ohne die ursprüngliche Spende anzutasten.
Im Fall der Universität St.Gallen sind die Ambitionen hoch: Aus Spenden und Legaten von Förderern soll ein Kapitalstock aufgebaut werden, dessen Erträge künftig als Zukunftsfonds Generationen von Studenten zugutekommen. Christen Sveaas selbst will mit diesem Schritt «auch andere HSG-Verbundene dazu animieren, mitzuhelfen, ein ertragreiches Endowment aufzubauen».
Über die Anlagestrategie des Endowments entscheidet ein hochkarätiges, ehrenamtlich tätiges Investment Committee. Ziel ist es, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Die Erträge sollen der HSG helfen, die Exzellenz der Universität dauerhaft zu sichern und Investitionen in Initiativen zu ermöglichen, die über die staatliche Grundfinanzierung und den Leistungsauftrag hinausgehen.
«Wir sind Christen Sveaas zu grossem Dank verpflichtet. Er hat als Vorreiter den Grundstein für das Endowment gelegt. Dank solcher privaten Engagements werden wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen können», sagt Rektor Manuel Ammann.
15 Best Talents für zehn Jahre gesichert
Zusätzlich trägt Kistefos AS mit einem Förderbeitrag von 3,75 Millionen Franken massgeblich dazu bei, dass das im Jahr 2025 lancierte HSG-Best-Talents-Programme in den kommenden Jahren erfolgreich durchgeführt werden kann.
Mit diesem Exzellenzstipendienprogramm leistet die HSG entsprechend ihrer Vision «Empowering talents, inspiring leaders» einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der nächsten Generation verantwortungsbewusster Führungspersönlichkeiten. Das Programm soll es ermöglichen, jährlich bis zu 45 der engagiertesten und motiviertesten Masterstudenten aus der Schweiz und Europa nach St.Gallen zu holen, um sie gezielt zu fördern und zu fordern.
Dank dem «Kistefos Best Talents Scholarship» sind 15 Plätze in diesem Programm für die nächsten zehn Jahre garantiert.
«Mein Studium in St.Gallen hat mir Türen geöffnet», sagt Christen Sveaas. «Mit meiner Unterstützung des HSG Best Talents Programme gebe ich jungen Talenten die Chance, sich zu den verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten zu entwickeln, die wir in Zukunft brauchen werden.»
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Spende mit langfristiger Wirkung
Die Universität St.Gallen sieht in der Spende nicht nur eine ausserordentliche finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Signal für die langfristige Entwicklung der Hochschule. Das Endowment soll der HSG neue Handlungsspielräume eröffnen, die Exzellenz in Lehre und Forschung stärken und künftige Generationen von Studenten fördern.
Mit der Kombination aus Zukunftsfonds und Exzellenzstipendien verbindet die Spende zwei zentrale Ziele: die nachhaltige finanzielle Stärkung der Universität und die gezielte Förderung besonders talentierter Studenten. Für die HSG ist sie damit ein Meilenstein in ihrer weiteren Entwicklung als führende Wirtschaftsuniversität Europas.