St.Gallen

KI macht Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU effizienter

KI macht Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU effizienter
Michael Hans Gino Kraft
Lesezeit: 2 Minuten

Die OST zeigt in einer aktuellen Publikation, wie künstliche Intelligenz die Nachhaltigkeitsberichterstattung in kleinen und mittleren Unternehmen effizienter und strukturierter gestalten kann. Gleichzeitig unterstreicht sie die zentrale Rolle des Menschen bei Qualität, Verantwortung und strategischer Einordnung.

Text: pd/stz.

Nachhaltigkeit ist für Unternehmen längst mehr als ein Trendthema: Sie wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Dennoch zeigt sich in der Praxis eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung: Viele KMU setzen Nachhaltigkeitsmassnahmen nur punktuell um und kämpfen mit fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen sowie mangelndem Know-how.

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule setzt genau hier an und zeigt auf, wie KI-basierte Systeme Unternehmen entlasten können. Insbesondere bei datenintensiven und dokumentationslastigen Prozessen, etwa bei Berichten nach Standards wie GRI, ESRS oder VSME, bietet KI grosses Potenzial. Sie unterstützt bei der Datenerhebung, der Auswertung komplexer Kennzahlen sowie bei der Erstellung von Berichten und Visualisierungen.

«Die entscheidende Frage lautet nicht, ob KI eingesetzt werden kann, sondern wie sie verantwortungsvoll und strategisch sinnvoll integriert wird», erklären Andreas Dobler und Prof. Dr. Michael Hans Gino Kraft vom Kompetenzzentrum Qualität & Nachhaltigkeit an der OST.

Fünf Entwicklungsstufen des KI-Einsatzes

Die Analyse der OST unterscheidet fünf Entwicklungsstufen des KI-Einsatzes, von einfachen Anwendungen wie Textgenerierung bis hin zu autonomen Systemen, die ganze Prozessketten übernehmen können. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz sind eine verlässliche Datenbasis sowie eindeutig formulierte, kontextbezogene Anweisungen.

Auch externe Einschätzungen zeigen: KI kann insbesondere bei ESG-Reporting, Klimabilanzen und regulatorischen Anforderungen erhebliche Effizienzgewinne bringen. Automatisierte Prozesse erleichtern die Datenerhebung und reduzieren den administrativen Aufwand. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle von KI-Systemen.

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«AI-assisted, but human-led»

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Andreas Dobler und Prof. Dr. Michael Hans Gino Kraft von der OST unterstreichen daher die weiterhin zentrale Rolle des Menschen: Nachhaltigkeitsberichterstattung ist nicht nur ein technischer Prozess, sondern ein strategisches Instrument mit hoher Relevanz für Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Anspruchsgruppen. «KI beziehungsweise digitale Hilfsmittel ersetzen aktuell auch in der Nachhaltigkeitsberichterstattung keinen fachkundigen Experten», so Kraft.

Empfohlen wird ein hybrider Ansatz, bei dem KI unterstützend eingesetzt wird, während Verantwortung und Steuerung beim Menschen bleiben. Unter dem Leitgedanken «AI-assisted, but human-led» verbindet die OST technologische Innovation mit verantwortungsvoller Unternehmensführung.

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