Thurgau

Stadler und Critical Software gründen «Stadler Digital Labs»

Stadler und Critical Software gründen «Stadler Digital Labs»
Rogério Gomes, CEO von Stadler Digital Labs
Lesezeit: 3 Minuten

Mit dem Joint Venture Stadler Digital Labs bündeln Stadler und Critical Software ihre Kompetenzen in Bahn-Know-how und sicherheitskritischer Softwareentwicklung. Das neue Unternehmen mit Sitz in Coimbra startet mit 100 Mitarbeitern und soll in den nächsten drei Jahren auf 300 Mitarbeiter wachsen. Ziel ist es, den weltweiten Bahnbetrieb digitaler, sicherer und effizienter zu machen.

Text: pd/stz.

Das internationale Technologieunternehmen Critical Software und der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler haben das Joint Venture Stadler Digital Labs gegründet. Stadler hält die Mehrheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen, das auf Softwarelösungen für den Bahnbetrieb spezialisiert ist.

Stadler Digital Labs vereint die führende Rolle und das umfassende Branchenwissen von Stadler in der Bahnbranche mit den Kernkompetenzen von Critical Software in den Bereichen Softwareentwicklung, sicherheitsrelevante Systeme, Cybersicherheit und digitale Innovation. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Coimbra und betreibt eine Niederlassung in Lissabon. In den kommenden drei Jahren soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 100 auf 300 steigen.

Rogério Gomes, CEO von Stadler Digital Labs, sieht im Joint Venture einen wichtigen strategischen Schritt: «Stadler Digital Labs vereint die Strategie von zwei Unternehmen, die die Bahnbranche in Bezug auf Innovation, Sicherheit und Modernisierung voranbringen wollen. Dieser Fortschritt ist nicht nur ein wichtiger Wachstumsmotor für die portugiesische Wirtschaft, sondern grundlegend für eine interoperable Mobilität in ganz Europa. Dafür kommen im Joint Venture das Bahn-Know-how und das Wissen rund um Technik und Software von Critical Software und Stadler zusammen.»

Skalierbare Engineering-Kapazitäten und End-to-End-Lösungen

Der Fokus von Stadler Digital Labs liegt einerseits auf der Bereitstellung skalierbarer Engineering-Kapazitäten, andererseits auf der Lieferung von End-to-End-Lösungen in den Bereichen Eisenbahnsoftware, Cybersicherheit und digitale Produkte. Das Modell ermöglicht es, Komponenten wiederzuverwenden, Prozesse zu standardisieren und Wissen effektiv auszutauschen. Moderne Entwicklungsmethoden, die sich bei Critical Software bereits in anderen sicherheitsrelevanten Branchen bewährt haben, bilden dabei die Grundlage.

«Stadler Digital Labs arbeitet mit einem skalierbaren Ingenieurpool. Das Unternehmen kann Spitzenlasten auffangen und liefert Lösungen, die in die führende Zugsoftware, Sicherheitsfunktionen und digitalen Produkte von Stadler einfliessen. Das Joint Venture sichert den effektiven Wissensaustausch, ermöglicht standardisierte Prozesse und entwickelte Lösungen lassen sich plattformübergreifend wiederverwenden», heisst es von Unternehmensseite.

Gonçalo Quadros, Vorsitzender von Critical Software, unterstreicht die strategische Bedeutung: «Dieses Joint Venture basiert auf zwei der wichtigsten Säulen von Critical Software: Vertrauen und Innovation. Unsere Erfahrung mit kritischer Softwareentwicklung, komplexen Systemen und Deep-Tech-Entwicklung wird dazu beitragen, die ehrgeizige Vision von Stadler für den Bahn- und Mobilitätssektor zu verwirklichen. Joint Ventures wie dieses bieten erheblichen Mehrwert und starkes Wachstumspotenzial. Sie sind ein wirksames Mittel, um dazu beizutragen, eine bessere und sicherere Welt zu schaffen.»

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Innovation über den gesamten Lebenszyklus

Stadler Digital Labs deckt den gesamten Lebenszyklus digitaler Lösungen ab – von der Planung über die Produktion bis zum Betrieb. Das Joint Venture liefert modulare und harmonisierte digitale Lösungen für die Geschäftsbereiche von Stadler. Critical Software bringt langjährige Erfahrung mit zertifizierbaren Systemen, unabhängiger Verifizierung sowie sicheren Architekturen ein.

Eine zentrale Einheit unterstützt künftig sämtliche Stadler-Abteilungen und fördert die domänenübergreifende Zusammenarbeit. Dazu gehören der Austausch von Ingenieuren sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Kompetenzen wie modellbasierte Entwicklung, datengestützte Entscheidungsfindung, Automatisierung, cloudfähige Plattformen und Secure-by-Design-Architekturen.

Ein wesentliches Ziel des neuen Joint Ventures ist es, kontinuierliche Innovationen voranzutreiben und die Sicherheit des Bahnbetriebs weiter zu stärken. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von externen Beratungsleistungen reduziert und die vollständige Einhaltung europäischer sowie internationaler Vorschriften sichergestellt werden.

Seit 1998 entwickelt Critical Software sicherheitsrelevante Software und gilt als anerkannter Marktführer in der Entwicklung eingebetteter Software, in der Zertifizierungsunterstützung sowie in der Verifizierung und Validierung sicherheitskritischer Systeme – nicht nur für den Bahnbetrieb, sondern auch für Branchen wie Verteidigung, Raumfahrt und Medizintechnik.

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