Thurgau

Stadler steigert Profitabilität, Umsatz und Gewinn

Stadler steigert Profitabilität, Umsatz und Gewinn
CEO Markus Bernsteiner
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Der Thurgauer Schienenfahrzeughersteller Stadler hat im Geschäftsjahr 2025 Umsatz, Gewinn und Profitabilität deutlich gesteigert und bestätigt damit seinen eingeschlagenen Wachstumskurs. Trotz belastender Sondereffekte blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft und erwartet noch 2026 einen Umsatz von deutlich über fünf Milliarden Franken.

Text: pd/stz.

Mit einem Umsatz von 3.7 Milliarden Franken (plus 13 Prozent) und einer EBIT-Marge von 4.4 Prozent hat Stadler seine Prognosen erfüllt. Der operative Gewinn stieg auf 160.6 Millionen, der Reingewinn hat sich mit 100.7 Millionen nahezu verdoppelt. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand auf über 32 Milliarden an – ein starkes Fundament für die kommenden Jahre.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die hohe Nachfrage nach modernen Schienenfahrzeugen und nachhaltigen Mobilitätslösungen. Der Auftragseingang lag 2025 bei 6.1 Milliarden Franken. Zusammen mit qualitativ hochwertigen Projekten sorgt dies für eine solide Auslastung der Produktionskapazitäten.

Belastet wurde das Ergebnis jedoch weiterhin durch externe Faktoren. Insbesondere die Folgen der Flutkatastrophe in Valencia wirken sich nach wie vor auf Lieferketten, Produktion und Kosten aus. Stadler musste Lieferketten teilweise neu aufbauen und alternative Beschaffungswege erschliessen. Erste Verbesserungen wurden im zweiten Halbjahr sichtbar, die Auswirkungen dürften aber noch bis 2027 spürbar bleiben.

Zusätzlichen Druck erzeugt die wirtschaftliche Lage in Deutschland. Am Standort Berlin setzt Stadler seit Anfang 2025 ein umfassendes Effizienzsteigerungsprogramm um, das erste Resultate zeigt. Ein neuer Zukunftstarifvertrag sowie Anpassungen bei den Arbeitszeiten sollen die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Auch der starke Franken stellt eine Herausforderung dar. Die Wechselkursentwicklung belastet die Exportindustrie und reduzierte den konsolidierten Umsatz von Stadler um über 50 Millionen Franken.

Gleichzeitig können die Thurgauer wichtige Markterfolge vorweisen:

So liefert Stadler unter anderem 36 Flirt-Züge an die niederländische Staatsbahn, entwickelt Wasserstoffzüge für Sizilien und konnte mit einem Grossauftrag über 132 Stadtbahnen für Köln sowie einem Signaltechnikprojekt in Norwegen weitere bedeutende Projekte gewinnen. Auch technologisch setzt Stadler Akzente, etwa mit einem neuen Zahnradbremssystem für steile Bahnstrecken.

Mit Blick nach vorn erwartet Stadler einen deutlichen Wachstumsschub. Der hohe Auftragsbestand wird in den kommenden Jahren zu einer markanten Steigerung von Produktionsleistung und Umsatz führen. Bereits 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Milliarden Franken und einer EBIT-Marge von mehr als 5 Prozent.

«Unsere Anstrengungen nach den Umweltkatastrophen zeigen erste Früchte», sagt CEO Markus Bernsteiner. «Wir rechnen 2026 mit einem deutlich höheren Umsatz und EBIT.» Mittelfristig strebt Stadler eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent an.

Trotz hoher Investitionen bleibt die finanzielle Situation stabil, auch wenn der Free Cashflow 2025 noch negativ ausfällt. Gleichzeitig plant das Unternehmen, die Dividende deutlich zu erhöhen: Der Verwaltungsrat will der Generalversammlung eine Ausschüttung von 50 Millionen Franken beantragen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Stadler sieht sich damit gut positioniert, um vom globalen Trend hin zu nachhaltiger Mobilität zu profitieren und seine starke Marktstellung weiter auszubauen.

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