St.Gallen

OST-Studenten entwickeln Lösungen für Stadler und Beyond Gravity

OST-Studenten entwickeln Lösungen für Stadler und Beyond Gravity
Die Ausstellung findet am Freitag, 29. Mai 2026, von 12 bis 15 Uhr an der OST, Ostschweizer Fachhochschule, Campus Rapperswil-Jona, statt (Symbolbild)
Lesezeit: 2 Minuten

Maschinentechnik-Studenten der OST haben zwei Semester lang an realen Industriefragen von Stadler und Beyond Gravity gearbeitet. Am 29. Mai präsentieren sie in Rapperswil ihre Prototypen: von Systemen gegen Verschleiss an Zugfahrwerken bis zu automatisierten Lösungen für fragile Aluminium-Waben im Raketenbau.

Text: pd/stz.

Von der Eisenbahnschiene bis in den Orbit: Maschinentechnik-Studenten der OST haben im Rahmen ihres Entwicklungsprojekts zwei Semester lang an konkreten Aufgabenstellungen aus der Industrie gearbeitet. Die Auftraggeber waren Stadler und Beyond Gravity. Am Freitag, 29. Mai 2026, stellen die Studenten ihre Resultate auf dem OST-Campus Rapperswil-Jona öffentlich vor.

Die beiden Aufgaben könnten unterschiedlicher kaum sein und haben doch ein gemeinsames Ziel: Angehende Ingenieure sollen an realen Herausforderungen aus der Praxis die Kernkompetenzen des Maschinenbaus anwenden. Dabei geht es nicht um theoretische Übungen, sondern um Lösungen, die für die beteiligten Unternehmen von direktem Interesse sind.

Eine Aufgabe stammt von Beyond Gravity in Emmen. Das Unternehmen baut Hüllen für Trägerraketen, die beispielsweise Satelliten ins All bringen. In diesen Halbschalen wird unter anderem eine Schicht aus Aluminium-Waben verbaut. Sie ist leicht und verleiht der Hülle zugleich Stabilität.

Das Problem: Die Aluminiumwaben sind im Handling sehr instabil und fragil. Aufgrund ihres speziellen Aufbaus können keine handelsüblichen Greifer die Platten zuverlässig fassen. Deshalb müssen heute mehrere Personen die Waben von Hand am Raketenkopf anbringen.

Mit dieser Herausforderung ist Beyond Gravity an die Maschinentechnik-Studenten der OST gelangt. Sieben Teams entwickelten sieben unterschiedliche Ansätze, um diesen Herstellungsschritt künftig zu automatisieren. Die Konzepte reichen von Bimetall-Greifern, die sich mit Strom verbiegen und kleine Pinzetten bilden, über ein eigens entwickeltes Förderband bis hin zum Einsatz von Roboterarmen.

Die zweite Aufgabe kommt von Stadler. Sie betrifft ein Thema, das Bahnhersteller und Betreiber seit jeher beschäftigt: den Verschleiss an Gleisen, Rädern und Fahrwerken. Wenn Züge enge Kurven befahren, wirken grosse Kräfte auf das Material. Mit der Zeit entstehen Abnützungen, die Revisionen nötig machen und Kosten verursachen.

Die OST-Studenten haben Systeme erarbeitet, die den Kurvenradius frühzeitig erkennen, diese Information rasch verarbeiten und mit mechanischen Anpassungen der Radachsen darauf reagieren. Die Aufgabe verbindet Elektrotechnik, Datenverarbeitung und klassischen Maschinenbau. Fünf Teams wählten unterschiedliche Ansätze. Ein Team arbeitet mit Hydraulik, ein zweites mit einer elektronischen Radsatzsteuerung und Aktor, ein weiteres baute einen Prototyp mit Drehgestell.

Für mehrere Teams stehen laut OST Patentanmeldungen im Raum. Das zeigt, wie nahe die Entwicklungsprojekte an konkreten industriellen Anwendungen liegen. Für die Studenten ist das Projekt zugleich eine Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen, komplexe Aufgaben im Team zu lösen und ihre Ideen vor Fachleuten aus der Industrie zu vertreten.

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