St.Gallen

OST stärkt nachhaltiges Handeln in der Region

OST stärkt nachhaltiges Handeln in der Region
Auf dem Solardach der OST lernen Berufsmaturitätsschüler mehr über nachhaltige Energie
Lesezeit: 3 Minuten

Die OST öffnete in der ersten Maiwoche ihre Türen für die Bevölkerung und wurde zu einem Treffpunkt für Fragen rund um Nachhaltigkeit, Energie und Stadtentwicklung. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen, der Green City Days der Stadt Rapperswil-Jona, der Nachhaltigkeitswoche am Campus Rapperswil-Jona und des Rapperswiler Tags fand eine Vielzahl an Veranstaltungen statt.

Text: pd/stz.

Vom 4. bis 10. Mai zeigte die OST – Ostschweizer Fachhochschule, dass Nachhaltigkeit kein abstrakter Forschungsbegriff ist, sondern konkret im Alltag erlebt werden kann: Primarschulkinder testeten eigene Energie-Experimente, Velofahrer liessen ihre Fahrzeuge reparieren, Hobbygärtner holten sich Tipps bei Landschaftsarchitektur-Studenten, und Berufsmaturitätsklassen machten Popcorn mithilfe von Solarenergie.

Unter dem Dach verschiedener Nachhaltigkeitsformate entstand ein breites Programm: Die Green Days des Kantons St.Gallen rückten Energie- und Klimafragen in den Fokus, die Nachhaltigkeitswoche am OST-Campus Rapperswil-Jona machte nachhaltiges Handeln im Alltag erlebbar, die Green City Days Rapperswil-Jona widmeten sich der grünen Stadtentwicklung, und der Rapperswiler Tag lenkte den Blick auf die Landschaftsarchitektur im ländlichen Raum.

Christoph Küffer, Professor für Siedlungsökologie an der OST, eröffnete den Rapperswiler Tag
Christoph Küffer, Professor für Siedlungsökologie an der OST, eröffnete den Rapperswiler Tag

Reparieren, tauschen, pflanzen

Besonders niederschwellig zeigte sich Nachhaltigkeit dort, wo die zahlreichen Besucher selbst aktiv werden konnten. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche am Campus Rapperswil-Jona wurde zum Beispiel die Kreislaufwirtschaft konkret erfahrbar: Bei der Kleider- und Büchertauschbörse erhielten gut erhaltene Gegenstände ein zweites Leben. Nach einem Besuch in der Velowerkstatt liefen alte Bikes wie neu. Im Repair Café@OST unterstützten Freiwillige die Besucher beim Reparieren von Geräten – von Staubsaugern über Radios bis hin zu einer Fleischschneidemaschine.

Diese Woche sollte in der Bevölkerung Zuversicht schaffen: «Wir wollen zeigen, dass es Lösungen gibt und wir gemeinsam etwas bewirken können», sagt Prof. André Podleisek, Nachhaltigkeitsbeauftragter der OST. Aus diesem Grund vernetzte sich die OST für die Nachhaltigkeitswoche auch mit vielen lokalen Akteuren, zum Beispiel mit der Stiftung Balm für eine Setzlingstauschbörse.

Besondere Highlights für Podleisek waren die Globi-Energieshow mit dem Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri sowie der Besuch des «SolarButterfly» des Schweizer Solarpioniers Louis Palmer. Beide boten einen verständlichen Zugang zum Thema Energie für Gross und Klein. Ebenfalls Teil der Nachhaltigkeitswoche waren die Verschenkeplattform «World of Plenty», der Bau eines Komposts im Naschgarten der OST sowie ein «Climate Lunch & Learn» zum Thema Wasser im urbanen Raum.

Mattes Films  
Schnittlauch, Tomaten, Thai-Basilikum – an der Tauschbörse sind die kleinen Setzlinge beliebt
Schnittlauch, Tomaten, Thai-Basilikum – an der Tauschbörse sind die kleinen Setzlinge beliebt

Ideen für die Energiewende

Neben alltagsnahen Angeboten standen auch Fachfragen zur Energie- und Klimazukunft im Zentrum der grünen Woche an der OST. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen beteiligte sich die OST an allen drei Standorten Buchs, St.Gallen und Rapperswil-Jona am Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.

Der Fachevent City-Logistik zeigte, wie urbane Liefer- und Verkehrsströme künftig effizienter und klimaverträglicher organisiert werden können. Die Projektschmiede in St.Gallen lud dazu ein, Ideen für eine klimafreundliche Stadt weiterzuentwickeln und eigene Perspektiven einzubringen. Mit dem «FuturePitch» in Rapperswil-Jona wurden Schüler und Lehrer angesprochen, die sich mit Nachhaltigkeit, Innovation und Produktentwicklung auseinandersetzen wollten.

Die Globi-Energieshow mit Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri lässt nicht nur Kinderaugen staunen
Die Globi-Energieshow mit Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri lässt nicht nur Kinderaugen staunen

OST als Partner der ersten Green City Days

Ein Schwerpunkt der Woche war die Frage, wie Städte grüner, klimaangepasster und lebenswerter werden können. «Grüne Freiräume und Wasser rücken in der Stadtentwicklung aufgrund der klimatischen Entwicklungen zusehends in den Fokus», sagt Prof. Stefanie Graf, Leiterin des Departements Architektur, Bau, Landschaft, Raum und Leiterin des Standorts Rapperswil-Jona der OST.

Die OST konnte ihre Fachkompetenz mit unterschiedlichen Formaten einbringen: von Fachreferaten und Führungen über Mitmachangebote wie das Gartenatelier bis hin zu einem Kinderprogramm. Dadurch wurden Themen wie Biodiversität, nachhaltige Stadtentwicklung oder Energie nicht nur erklärt, sondern direkt erlebbar. «Wir wollen inspirieren zu einer nachhaltigen Lebensweise, denn jeder kann etwas beitragen und damit seine Lebensqualität erhöhen», erklärt Graf.

Zum ersten Mal fanden in diesem Jahr die Green City Days der Stadt Rapperswil-Jona mit der OST als Partner statt
Zum ersten Mal fanden in diesem Jahr die Green City Days der Stadt Rapperswil-Jona mit der OST als Partner statt

Die Stärke der Dorftraditionen

Am 8. Mai rückte der jährliche Rapperswiler Tag die Landschaftsarchitektur auf dem Land in den Fokus. Unter dem Titel «konservativ – ungeplant – innovativ» wurde diskutiert, ob Dörfer, Agglomerationen und ländliche Räume tatsächlich der blinde Fleck der Schweizer Landschaftsarchitektur sind – oder ob gerade dort wichtige Antworten auf zukünftige Herausforderungen entstehen.

Nachhaltigkeit ist eines der Fokusthemen der OST: Mit dem interdisziplinären Schwerpunkt «Klima und Energie» forscht die OST an Lösungsansätzen für die komplexen Herausforderungen der Zukunft. Doch selbst die besten technischen und planerischen Lösungen müssen die Menschen begeistern, um ihre volle Wirkung zu erzielen.

Deshalb verband die OST ihre wissenschaftliche Expertise in dieser Woche mit konkreten Alltagsbeispielen, die sie der breiten Öffentlichkeit und Fachpersonen zugänglich machte. Damit leistet sie einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der Ostschweiz.

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