St.Gallen

«Viele Führungskräfte sind aktuell erschöpft»

«Viele Führungskräfte sind aktuell erschöpft»
Heike Bruch
Lesezeit: 2 Minuten

Unternehmen erzielen langfristig bessere Ergebnisse, wenn sie auf produktive Energie statt auf immer mehr Druck setzen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Führung und Personalmanagement (IFPM-HSG) der Universität St.Gallen.

Text: pd/red

«Viele Führungskräfte sind aktuell erschöpft, entfremden sich von der Arbeit oder wollen nicht mehr führen», sagt Heike Bruch, Professorin für Leadership und Direktorin des IFPM-HSG. Gleichzeitig sei der Anteil an Unternehmen mit hoher Energie seit 2022 stark zurückgegangen.

Produktive Energie als Erfolgsfaktor

Grundlage der Untersuchung ist eine Längsschnittstudie mit Daten von mehr als 160 Unternehmen und rund 28'000 Mitarbeitern. Sie zeigt, dass erfolgreiche Unternehmen hohe Leistung mit einer hohen Qualität der Zusammenarbeit verbinden.

Laut der Studie zeichnet sich produktive Energie durch hohe Intensität und Qualität bei gleichzeitig angenehmer Arbeitsatmosphäre aus. Unternehmen mit dieser Eigenschaft erzielen bessere Leistungen, bleiben innovativer und verfügen über gesündere Mitarbeiter.

Demgegenüber geraten viele Organisationen in eine sogenannte Beschleunigungsfalle. Sie versuchen, den steigenden Anforderungen mit noch mehr Tempo und zusätzlichem Druck zu begegnen. Das führt zwar kurzfristig zu höherer Leistung, langfristig nehmen jedoch Erschöpfung, innere Kündigung und Fluktuation zu.

Fokus statt immer mehr Aufgaben

Die Studie zeigt zudem, dass viele Führungskräfte Mühe haben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Häufig fehle die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen und bewusst auf wenig wertschöpfende Tätigkeiten zu verzichten.

Nach Ansicht der HSG-Forscher braucht es deshalb einen gesunden organisatorischen «Heartbeat». Phasen hoher Belastung müssten bewusst durch Erholungsphasen ergänzt werden. Führung bedeute dabei nicht Laissez-faire, sondern klare Ziele und Verantwortlichkeiten sowie genügend Freiraum für die Mitarbeiter.

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Unternehmenskultur entscheidet über den KI-Erfolg

Die Forscher kommen zudem zum Schluss, dass der erfolgreiche Einsatz von Künstlicher Intelligenz weniger von der Technologie als von Führung und Unternehmenskultur abhängt. Unternehmen, die KI erfolgreich nutzen, verfügen über eine klare Strategie, investieren in digitale Kompetenzen und schaffen ein Umfeld, in dem Mitarbeiter neue Anwendungen ausprobieren und sinnvoll einsetzen können.

Inspirierende Führung sei dabei keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Kompetenz, die entwickelt werden könne. Entscheidend sei letztlich nicht die einzelne Führungskraft, sondern ein Organisationssystem, das Vertrauen schafft, Orientierung gibt und produktive Energie fördert.

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