Schweiz bleibt auf Wachstumskurs
Text: stz.
Die tagesaktuelle Quartalsanalyse des IFJ Institut für Jungunternehmen aus St.Gallen zeigt ein klares Bild: Mit 14’666 Neugründungen wurde ein neuer Höchstwert für ein erstes Quartal erreicht. Gegenüber der Vorjahresperiode entspricht dies einem Wachstum von +4,9 Prozent. Damit bestätigt sich die anhaltend starke Entwicklung des Schweizer Unternehmertums.
Besonders dynamisch zeigt sich auch die Ostschweiz mit einem Wachstum von +9,2 Prozent. Innerhalb der Region sticht der Kanton St.Gallen mit einem Plus von +18,0 Prozent hervor, während auch der Thurgau (+4,4 Prozent) und Appenzell Ausserrhoden (+13,6 Prozent) zulegen konnten.
Ein neuer Blickwinkel der Studie richtet sich erstmals auf die Menschen hinter den Gründungen. Die Auswertung von über 20’000 Firmengründungen zeigt: Der Schritt in die Selbständigkeit erfolgt am häufigsten zwischen 25 und 44 Jahren. Gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Gründer zu. Bereits jede zehnte Firmengründung wird heute von Personen über 55 Jahren realisiert.
Ostschweiz legt deutlich zu
- Die Ostschweiz wächst im ersten Quartal 2026 um +9,2 Prozent und liegt damit klar über dem Schweizer Durchschnitt (+4,9 Prozent)
- Insgesamt 1’776 Neugründungen in der Ostschweiz (Q1 2026)
- Kanton St.Gallen mit starkem Wachstum von +18,0 Prozent und 820 neuen Firmen
- Appenzell Ausserrhoden legt um +13,6 Prozent zu (75 Gründungen)
- Thurgau wächst um +4,4 Prozent (379 Gründungen)
- Appenzell Innerrhoden verzeichnet einen leichten Rückgang von −4,8 Prozent (40 Gründungen)
Das Durchschnittsalter der Gründer liegt bei 39,1 Jahren. Während Aktiengesellschaften tendenziell von älteren Unternehmern gegründet werden, sind Kollektivgesellschaften stärker von jüngeren Gründern geprägt.
Auch strukturell zeigt sich ein klares Bild: Die GmbH bleibt mit einem Anteil von 41,8 Prozent die dominante Rechtsform und wächst mit +9,0 Prozent am stärksten. Dahinter folgen Einzelfirmen (33,2 Prozent), Aktiengesellschaften (16,2 Prozent) sowie Kollektivgesellschaften.
Inhaltlich ist die Schweizer Gründungslandschaft breit abgestützt. Am meisten neue Unternehmen entstehen in den Bereichen Beratung (1’542 Gründungen), Handwerk (1’374) sowie Architektur und Ingenieurwesen (1’328).
Im Durchschnitt wurden in den vergangenen fünf Jahren jeweils 13’679 Firmen im ersten Quartal gegründet. Der aktuelle Wert liegt deutlich darüber und entspricht einem Plus von rund +7,2 Prozent gegenüber diesem Durchschnitt. Pro Tag entstehen damit aktuell rund 163 neue Unternehmen in der Schweiz.
Trotz geopolitischer Spannungen, hoher Energiepreise und anhaltender Unsicherheiten zeigt sich die Schweizer Wirtschaft damit bemerkenswert widerstandsfähig. Die breite Beteiligung verschiedener Altersgruppen sowie die Vielfalt der Branchen sorgen für Stabilität und Innovationskraft.
Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Gründungsdynamik auch in den kommenden Quartalen auf hohem Niveau fortsetzen dürfte und das Geschäftsjahr 2026 insgesamt positiv prägen wird.