St.Gallen

Machtkampf beim FCSG: Kölliker soll Präsident werden

Machtkampf beim FCSG: Kölliker soll Präsident werden
Stefan Kölliker
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Beim FC St.Gallen 1879 eskaliert der Machtkampf in der Führungsetage: Gleich vier Verwaltungsräte sollen ersetzt werden. Auch Präsident Matthias Hüppi dürfte vor dem Aus stehen; seine Nachfolge soll Ex-Regierungsrat Stefan Kölliker antreten.

Text: stz.

Die Euphorie nach dem historischen Cupsieg des FC St.Gallen 1879 könnte schneller verfliegen, als es vielen Fans lieb ist. Nur wenige Tage nach dem Triumph gegen Stade Lausanne-Ouchy steht der Klub offenbar vor einem massiven Umbruch in der Führungsetage. Wie blick.ch berichtet, eskaliert hinter den Kulissen ein Machtkampf, der auch Präsident Matthias Hüppi erfassen dürfte.

Gemäss Blick und «St.Galler Tagblatt» sollen gleich vier Verwaltungsräte ausgetauscht werden. Die bisherigen Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Benedikt Würth sollen demnach zurücktreten. Von der aktuellen Besetzung bliebe nur Patrick Thoma übrig, einer der FCSG-Inhaber mit einem Anteil von 15,03 Prozent.

Neu ins Gremium rücken sollen gemäss SRF der frühere FCSG-Goalie Marwin Hitz, Ex-SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker, die Thurgauer Juristin Martina Wüthrich sowie Treuhänder Urs Baumer. Besonders brisant: Kölliker soll dem Vernehmen nach als möglicher Nachfolger von Matthias Hüppi aufgebaut werden. Kölliker bestätigte seine Präsidenten-Absichten gegenüber SRF.

Hüppis Vertrag läuft Ende Jahr aus. Laut Blick soll er auf ein Angebot zur Vertragsverlängerung bislang nicht reagiert haben.

Damit steht plötzlich nicht nur ein personeller Wechsel im Verwaltungsrat im Raum, sondern möglicherweise auch das Ende der Ära Hüppi. Der 68-Jährige hatte den FC St.Gallen in den vergangenen Jahren geprägt wie kaum ein anderer und den Klub nach aussen mit viel Leidenschaft vertreten.

Dass es intern rumort, deutete Hüppi bereits unmittelbar nach dem Cupsieg an. Vor laufender Kamera sprach er von «ultraharten Wochen und Monaten» und davon, dass verschiedene Kräfte auf den Klub einwirkten. Es sei seine Aufgabe gewesen, Schaden vom Verein fernzuhalten. Zudem sagte er, es gebe Tendenzen, die man in dieser Form nicht akzeptieren werde. Näher ausführen wollte er die Aussagen damals nicht.

Der nun öffentlich gewordene Machtkampf zeigt: Im Klub bestehen offenbar unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausrichtung. Die designierte neue Führungsriege soll laut «Tagblatt» das Ziel verfolgen, den FC St.Gallen dauerhaft an der Spitze der Liga zu etablieren. Der bisherige Verwaltungsrat habe demgegenüber im Herbst zur Besonnenheit aufgerufen, als es darum ging, noch mehr aus dem Verein herauszuholen.

Für zusätzliche Brisanz sorgt die Haltung der Fans.

Der Espenblock hatte sich nach dem Cupsieg demonstrativ hinter Matthias Hüppi und den bisherigen Verwaltungsrat gestellt. Auch im Stadion waren entsprechende Spruchbänder zu sehen. Ein abrupt wirkender Kurswechsel an der Klubspitze dürfte deshalb nicht überall auf Zustimmung stossen.

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