St.Gallen

Start-up-Forum an der Rhema: Start-ups im Aufwind

Start-up-Forum an der Rhema: Start-ups im Aufwind
Niklas Hasler, Gründer «SecureOne»
Lesezeit: 4 Minuten
An der Rhema 2026 wurde die Ostschweizer Start-up-Szene einmal mehr sichtbar: Das IFJ-Forum zeigte, wie aus Ideen Unternehmen werden – und welche Rolle Fokus und Kundennähe dabei spielen.

Text: Fabian Alexander Meyer

Ein jährlich wiederkehrendes Event auf dem Rhema-Kalender ist das Start-up-Forum des Instituts für Jungunternehmen IFJ mit Sitz in St.Gallen. Auch 2026 wurde die Rhema wieder zum Impulsgeber und Hotspot für die regionale Start-up-Szene. Phil Dankner, der neben seiner Funktion als Eventmanager beim IFJ auch begeisterter Sänger ist, führte durch den Anlass.

Phil Dankner, Eventmanager IFJ
Phil Dankner, Eventmanager IFJ

Erfolgsgeschichten aus St.Gallen

Der erste Redner war sodann Silvan Fuchs, Projektleiter Standortförderung Kanton St.Gallen. «Warum sollte man in St.Gallen gründen? Nicht nur sind wir nahe an München und Zürich. Wir sind im Herzen von Europa.» Nebst guten Förderungen von Start-ups biete der Kanton auch beste Lebensqualität zu einem fairen Preis.

Wer hier ein Unternehmen gründen will, profitiert also nicht nur von einem guten Standort und guten finanziellen Möglichkeiten, sondern auch von einem attraktiven Arbeitsplatz. Unter anderem «Startfeld» hat hier seinen Sitz.

Diego Probst, Leiter von Startfeld, erzählte dazu den einen oder anderen Fakt, wie Unternehmen dank der Hilfe von Startfeld durchstarten konnten. Zu den Erfolgsgeschichten gehören beispielsweise «storabble» und «Health Yourself» aus St.Gallen.

Silvan Fuchs, Projektleiter Standortförderung Kanton St.Gallen
Silvan Fuchs, Projektleiter Standortförderung Kanton St.Gallen

Kundenbindungen aufbauen und erhalten

Die findigen Unternehmer des Unternehmens «KI-Studio» mit Sitz in Rebstein zeigten im Anschluss auf, wie man als Unternehmen wachsen und Kundenbindungen aufbauen und bewahren kann. Ganz im Sinne von «Nähe schafft Vertrauen.» Wer langfristig eine Kundenbindung aufbauen wolle, müsse dem Kunden das Gefühl geben, dass er mehr sei als nur ein Kunde.

Dies beispielsweise indem man als Kundenbetreuer aktiv auf seine Kunden zugehe und sich auch einfach mal generell nach dem Befinden erkundige, ohne eine grössere Absicht dahinter zu haben. Dieser persönliche Kontakt schaffe Vertrauen und lasse den Kunden fühlen, dass er wichtig ist. Der wohl wichtigste Satz: «Menschen vertrauen dem, was sie verstehen.»

Daher müsse man zielgruppengerecht arbeiten. Weiter lohne es sich auch, mindestens einmal in der Woche auf den sozialen Medien des Kunden zu erscheinen. Beispielsweise mit einem Post auf Linkedin oder einem Bild auf Instagram.

Energiekongress 2026  Rhema 2026  
Nicolas Steiger, «Mitgründer KI-Studio»
Nicolas Steiger, «Mitgründer KI-Studio»

Hollywood-Grössen eingekleidet

Jemand, dem man diese Strategie definitiv nicht mehr beibringen muss, ist Yvonne Reichmuth mit ihrem Unternehmen «YVY» aus Zürich, welches sich auf Ledermode spezialisiert hat und bereits zahlreiche Stars und Sternchen wie beispielsweise Janet Jackson, Madonna, Lady Gaga und Kylie Jenner einkleiden durfte. Sie gab einen Überblick darüber, wie man von einem Keller-Atelier bis in die High Society von New York kommen kann.

Wichtig sei es, seine eigene Nische zu finden und sich dann mit Herzblut daranzusetzen. In ihrem Fall war es Ledermode. Mit der Zeit entwickelte sich YVY zu einem internationalen Brand, der Hollywood-Grössen und Künstler auf der ganzen Welt einkleiden durfte sowie auch eine Zusammenarbeit mit Longines machen konnte.

Ein praxisnaher Tipp, den junge Unternehmer mitnehmen können: Man muss sich immer wieder aufs Neue fokussieren. Denn auch wenn gestern Madonna mit YVY-Mode über den roten Teppich gelaufen sei, krähe schon bald kein Hahn mehr danach und man müsse wieder von vorn beginnen.

Yvonne Reichmuth, Gründerin «YVY»
Yvonne Reichmuth, Gründerin «YVY»

Lawinenkatastrophe im Diemtigtal

Das Herz des Start-up-Forums waren jedoch zwei neue Start-ups, die sich vorstellen durften. Sie hatten etwas gemeinsam: Der Fokus auf Sicherheit und die Sicherstellung von Hilfe in Notfällen. «SensXplore» ist ein entstehendes Start-up, welches derzeit tief in der Gründungsphase steckt. Entstanden ist es aus einem Projekt der Ostschweizer Fachhochschule mit Sitz in St.Gallen.

Robin Vetsch, einer der Projektleiter, gab einen Überblick: «Wir haben in unserem OST-Projekt eine Drohne entwickelt, die die Suche nach in Lawinen verschütteten Menschen vereinfachen und damit Leben retten soll.» Hintergrund für diese Bestrebungen ist die Lawinenkatastrophe im Diemtigtal im Jahre 2010 mit sieben Todesopfern, darunter ein Notarzt.

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Lawinenopfer schneller finden

«Die aktuelle Situation sieht so aus, dass in Spitzenzeiten alle Rettungskräfte und Helikopter ausgelastet sind.» Jede weitere Lawine wäre fatal, weil keine Rettungskräfte mehr verfügbar sind. Genau hier setze SensXplore an. Ein unbemannter Helikopter, der mittels neuester Technik bei der Suche nach vermissten Personen helfen kann.

«Heutzutage haben die allermeisten Personen einen Tracker in der Skijacke, der bei der Suche helfen kann.» Der Helikopter, resp. die Drohne, fliegt einen abgesteckten Bereich ab und kann unter anderem mittels GPS die Position von verschütteten Personen auf wenige Zentimeter genau herausfinden. Noch ist das Start-up nicht offiziell gegründet, allerdings auf bestem Weg dazu.

Ruwen Frick und Robin Vetsch, Projektleiter «SensXplore»
Ruwen Frick und Robin Vetsch, Projektleiter «SensXplore»

Hilfe in Notfällen

Auch «SecureOne» setzt sich die Sicherheit als Fokus. Anders als Lawinenverschüttete aufzuspüren, liegt das Kernanliegen hier bei der Sicherheit im öffentlichen Raum. Niklas Hasler, einer der Gründer, erklärte: «Laura ist 18 Jahre alt und besucht gerne Festivals. Ab und an trinkt sie zu viel und verliert eventuell etwas die Kontrolle. Im Getümmel gehen ihr plötzlich alle Freunde verloren und sie kann sie nicht erreichen.» Auch das Sicherheitspersonal ist anderweitig ausgelastet. Laura ist alleine da.

«Mit unserer App kann sie jederzeit einen Notruf auslösen, der Vertrauenspersonen in der Nähe informiert, dass etwas nicht stimmt.» Der Alarm setzt sich über alle Einstellungen hinweg und umgeht damit beispielsweise auch den Stumm-Modus. «Die Freunde und beispielsweise auch das Sicherheitspersonal sehen den Standort von Laura, können sie ausfindig machen und ihr dann helfen.»

Die Start-up-Szene lebt

Der Sinn und Zweck von SecureOne ist also, Sicherheit zu gewährleisten – gerade dann, wenn man alleine und hilflos ist. All das mit nur einem Klick. Noch ist die App nicht offiziell am Start, allerdings wird sie an verschiedenen grösseren Events getestet und die Erkenntnisse daraus für die weitere Entwicklung verwendet.

Diese Einblicke in die verschiedensten Start-up-Ideen und bereits erfolgreichen Unternehmen zeigen: Die Ostschweizer Start-up-Szene lebt und gedeiht. Und das IFJ und das Start-up-Forum an der Rhema tragen einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei.

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