Ostschweiz

Raiffeisenbanken St.Gallen, Appenzell und Glarus wachsen bei weniger Gewinn

Raiffeisenbanken St.Gallen, Appenzell und Glarus wachsen bei weniger Gewinn
Marcel Helfenberger, Matthias Geissbühler und Ernst Locher
Lesezeit: 3 Minuten

Die im St.Galler Verband der Raiffeisenbanken zusammengeschlossenen 32 Raiffeisenbanken in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Glarus haben 2025 in sämtlichen Geschäftsbereichen zugelegt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,6 Milliarden auf 36,6 Milliarden Frankenn (+4,6 Prozent). Der konsolidierte Jahresgewinn belief sich auf 45,3 Millionen und lag damit 8,5 Prozent unter Vorjahr.

Text: pd/stz.

Hauptgrund für den Rückgang ist der erwartungsgemäss tiefere Zinserfolg infolge weiter gesunkener Leitzinsen. Mit 305,8 Millionen Franken fiel denn auch der Erfolg aus dem Zinsengeschäft rund zehn Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Angesichts des anspruchsvollen Umfelds bewertet der Regionalverband das Ergebnis weiterhin als erfreulich.

Starkes Wachstum im Anlagegeschäft

Besonders dynamisch entwickelte sich das Anlagegeschäft. Insgesamt wurden 2025 knapp 10’000 neue Wertschriftendepots eröffnet, rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Das Depotvolumen per 31. Dezember 2025 betrug knapp 9 Milliarden Franken und lag damit um über eine Milliarde Franken höher als Ende 2024. Zum Wachstum beigetragen haben sowohl ein hoher Netto-Neugeldzufluss als auch die positive Entwicklung an den Finanzmärkten.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg um elf Prozent auf 91,7 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft blieb mit 25,5 Millionen Franken praktisch stabil. Insgesamt sank der Geschäftsertrag um acht Prozent auf 430,7 Millionen Franken, was primär auf das tiefere Zinsergebnis zurückzuführen ist.

Kundeneinlagen und Hypotheken legen zu

Die Kundeneinlagen nahmen um 1,2 Milliarden auf 27,2 Milliarden Franken zu, was einem Plus von 4,6 Prozent entspricht. Auch bei den Hypothekarforderungen verzeichneten die Banken ein Wachstum von 4,3 Prozent auf 30,3 Milliarden Franken. Damit festigten sie ihre starke Marktstellung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld.

Investitionen in Mitarbeiter und Beratung

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich leicht um 1,6 Prozent auf 274,4 Millionen Franken. Die Personalkosten stiegen um 3,7 Prozent, was auf gezielte Investitionen in zusätzliche Beratungskapazitäten und Fachspezialisten zurückzuführen ist. Per Ende 2025 beschäftigten die Raiffeisenbanken in der Region 1’120 Mitarbeiter, darunter 127 Lernende. Das sind 49 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr.

Das Eigenkapital der 32 Banken erhöhte sich um 4,2 Prozent auf 3,18 Milliarden Franken. Der Gewinn wird – mit Ausnahme der Verzinsung der Anteilscheine – thesauriert und stärkt damit die Reserven.

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Ein Jahr der Bewährung an den Finanzmärkten

Anlässlich der Medienkonferenz ordnete Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer von Raiffeisen Schweiz, die Lage an den Finanzmärkten ein. Das anhaltende Tiefzinsumfeld spreche für Sachwerte wie Aktien, Gold und Immobilien. Besonders attraktiv beurteilt er den Schweizer Aktienmarkt sowie den Gesundheitssektor. Auch in der Ostschweiz sieht er Potenzial bei kotierten Unternehmen wie VAT Group, SFS Group oder Huber+Suhner.

Für 2026 erwartet Geissbühler ein anspruchsvolles Umfeld. Die Bewertungen seien hoch und setzten ein deutliches Gewinnwachstum voraus, während die konjunkturellen Aussichten durchzogen blieben und geopolitische Spannungen anhielten. Entsprechend seien realistische Renditeerwartungen angezeigt.

Mit einer Bilanzsumme von 36,6 Milliarden Franken und 82 Bankstellen in der Region unterstreichen die Raiffeisenbanken ihre starke Verankerung in St.Gallen, Appenzell und Glarus.

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