St.Gallen

Acrevis wächst weiter

Acrevis wächst weiter
Patrick Vogler ist als neuer VRP vorgesehen
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Die Acrevis-Bank mit Hauptsitz in St.Gallen hat im Geschäftsjahr 2025 an die erfolgreichen Vorjahre angeknüpft: Die Netto-Kundenausleihungen stiegen um 2,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken, das Depotvolumen erhöhte sich um 7,9 Prozent auf 6,4 Milliarden. Auch bei den Kundeneinlagen resultierte ein Plus von 3,1 Prozent auf 3,8 Milliarden. Die Assets under Management nahmen um 6,4 Prozent auf 10,4 Milliarden zu.

Text: pd/stz.

Die Rückkehr zur Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank prägte das Ertragsumfeld wesentlich. Der Brutto-Zinserfolg reduzierte sich um 12,2 Prozent auf 46,7 Millionen Franken. Hauptgrund war der Rückgang beim Zins- und Diskontertrag von 25,1 Prozent auf 59,1 Millionen, der nicht vollständig durch den gesunkenen Zinsaufwand von 49,2 Prozent auf 14,1 Millionen kompensiert werden konnte.

Der Geschäftserfolg beträgt 29,6 Millionen Franken und liegt damit 5,8 Prozent unter dem Vorjahr. Der Reingewinn beläuft sich auf 21,6 Millionen, was einem Rückgang von 4,1 Prozent entspricht. Im Vergleich zu 2022, als letztmals ein ähnlich tiefes Zinsniveau herrschte, bewegt sich das Ergebnis weiterhin auf einem erfreulichen Niveau. Nennenswerte Wertberichtigungen waren nicht erforderlich, was die umsichtige Risiko- und Bewertungspolitik von Acrevis unterstreicht.

Kosten im Griff, Kapitalbasis gestärkt

Während das Zinsgeschäft unter Druck stand, entwickelten sich andere Ertragsbereiche positiv. Der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft stieg um 6,5 Prozent auf 27,1 Millionen Franken. Insgesamt wuchs das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 5,5 Prozent auf 28,8 Millionen.

Das zehnjährige Jubiläum des selbst entwickelten Anlagemodells «acrevis spektrum» steht für Kontinuität im Anlagegeschäft. Die Performance lag in dieser Zeit über dem SPI und bestätigt die langfristige Ausrichtung der Anlagestrategie.

Der Geschäftsaufwand konnte 2025 um 1,9 Prozent auf 52,5 Millionen Franken gesenkt werden. Der Personalaufwand reduzierte sich um 3,3 Prozent auf 27,2 Millionen. Gründe dafür waren eine geringere Anzahl an Projekten sowie tiefere Erfolgsbeteiligungen infolge des gesunkenen Geschäftserfolgs. Der Sachaufwand blieb mit 25,3 Millionen nahezu konstant.

Mit einer Kapitalquote von 19,20 Prozent liegt Acrevis weiterhin deutlich über der regulatorischen Mindestvorgabe. Die anrechenbaren Eigenmittel nach Gewinnverwendung betragen 464,3 Millionen Franken, ein Anstieg um 24,5 Millionen. Der Kundenausleihungsdeckungsgrad bleibt mit 91,3 Prozent auf hohem Niveau. Die Bilanzentwicklung ist geprägt durch höhere Kundenausleihungen von 90,2 Millionen, gestiegene flüssige Mittel von 83,8 Millionen sowie Finanzanlagen von 20,5 Millionen. Diese Zunahmen wurden primär durch höhere Kundengelder und zusätzliche Pfandbriefdarlehen finanziert.

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Investitionen in Digitalisierung und Standorte

Acrevis hat 2025 konsequent entlang der Digitalisierungsstrategie investiert. Seit Herbst 2025 wird das neue Digital und Mobile Banking schrittweise eingeführt. Parallel dazu wurde der Standort Lachen modernisiert und Anfang Mai 2025 neu eröffnet. Die vergrösserte Niederlassung steht für das Versprechen persönlicher Beratung vor Ort.

Mit der neuen Bankstrategie 2032 wurde zudem die nächste Entwicklungsphase eingeleitet. Bewährte Werte wie regionale Verankerung, unabhängige Beratung und moderne Technik werden weitergeführt und gezielt weiterentwickelt.

Die 15. Generalversammlung von Acrevis findet am Freitag, 27. März 2026, in der Olma-Halle in St.Gallen statt. Nach dem geschäftlichen Teil folgt ein gesellschaftlicher Teil mit Raum für Begegnungen und Austausch mit den rund 11'000 Aktionären.

Dividende, Expansion und personelle Veränderungen

Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 38 Franken pro Aktie. Im Vorjahr betrug sie 40. Die leichte Reduktion trägt der aktuellen Ertragslage Rechnung. Zudem unterbreitet der Verwaltungsrat der Generalversammlung den Antrag zur Übernahme der Regiobank Männedorf. Mit diesem Schritt soll das Marktgebiet Zürichsee mit den bestehenden Niederlassungen in Rapperswil, Pfäffikon und Lachen gestärkt und erweitert werden. Der geplante Zusammenschluss vereint zwei regional verankerte Banken mit ähnlichem Geschäftsmodell und gemeinsamer Wertebasis.

Verwaltungsratspräsident Stephan Weigelt tritt per Generalversammlung 2026 nach acht Jahren im Verwaltungsrat zurück. Als Nachfolger ist Patrick Vogler, Thal, vorgesehen, der seit 2022 dem Gremium angehört. Er ist Betriebsökonom FH, eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer und verfügt über einen Master in Corporate Finance. Neu zur Wahl in den neunköpfigen Verwaltungsrat vorgeschlagen wird Dr. Marco Gehrig, Wil. Er ist Professor für Accounting und Controlling an der Ostschweizer Fachhochschule OST, eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer und bringt breite Erfahrung aus Banken- und Prüfungspraxis mit.

Seit dem 1. November 2025 ist Patrick Schwarz Mitglied der Geschäftsleitung. Er leitet den Bereich Risikomanagement, Finanzen und Compliance. Patrick Schwarz ist eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer und seit 2018 in leitender Funktion bei Acrevis tätig. Zuvor war er als bankenzertifizierter Prüfer für FINMA und FMA im Einsatz.

Der Geschäftsbericht ist online unter www.acrevis.ch/publikationen abrufbar.

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