Eftec-Wegzug: «Thurgau verliert Steuersubstrat»
Text: pd/stz.
Mit der Sitzverlegung wird das globale Management des Unternehmensbereichs Ems-Eftec künftig am Hauptsitz der Muttergesellschaft im Kanton Graubünden geführt. Auch wenn operativ nur wenige Stellen betroffen sind, verlagert sich damit ein wesentlicher Teil der steuerlichen Wertschöpfung in einen anderen Kanton, mit direkten Folgen für die finanziellen Handlungsspielräume des Kantons Thurgau.
«Dass die industriellen Arbeitsplätze in Romanshorn erhalten bleiben, ist eine gute Nachricht für die Region. Problematisch ist jedoch der Verlust von bedeutendem Steuersubstrat dieser international tätigen Unternehmung», hält Diana Gutjahr, Präsidentin des Thurgauer Gewerbeverbandes, fest.
Für den Thurgauer Gewerbeverband ist klar: Der Fall Eftec ist ein Warnsignal. Der Standortwettbewerb zwischen den Kantonen hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Umso wichtiger ist es, dass der Thurgau aktiv dafür sorgt, dass bestehende Unternehmen langfristig am Standort gehalten werden können.
Der Wirtschaftsverband erwartet von der Politik, dass die Standortförderung nicht einseitig auf Neuansiedlungen ausgerichtet wird. Ebenso zentral sind die Sicherung und Weiterentwicklung der bereits ansässigen Unternehmen. Dazu gehören wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen, schlanke und effiziente Verwaltungsprozesse sowie eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur.
Während grosse Unternehmensgruppen ihre Standorte vergleichsweise flexibel anpassen können, ist dies für KMU in der Regel deutlich schwieriger. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass der Kanton Thurgau für alle Unternehmen, vom Familienbetrieb bis zum international tätigen Industriekonzern, verlässliche und langfristig attraktive Rahmenbedingungen bietet.
Der Thurgauer Gewerbeverband erwartet, dass die Sicherung der Standortattraktivität künftig noch stärker als zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe verstanden und entsprechend priorisiert wird.
Der Thurgauer Gewerbeverband (TGV) ist der grösste Wirtschafts- und Arbeitgeberverband im Kanton Thurgau und vertritt die Interessen von 6’991 Klein- und Mittelunternehmen (Stand 01.01.2026). Als Dachorganisation von 35 regionalen Berufsverbänden und 29 lokalen Gewerbevereinen setzt sich der TGV für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine KMU-freundliche Politik ein und fördert die Berufsbildung sowie das freie Unternehmertum. Er ist in Wirtschaftsfragen für Politik, Staat und Gesellschaft ein zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner. Der TGV ist ebenfalls Veranstalter der jährlich stattfindenden Berufsmesse Thurgau.