Thurgau

Eftec-Wegzug: «Thurgau verliert Steuersubstrat»

Eftec-Wegzug: «Thurgau verliert Steuersubstrat»
Der Autozulieferer verlegt das Management des globalen Geschäfts von Romanshorn (Bild) nach Domat/Ems an den Hauptsitz der Muttergesellschaft Ems-Chemie Holding. Die lokale Produktion am Bodensee geht weiter
Lesezeit: 2 Minuten

Der Thurgauer Gewerbeverband nimmt die Verlegung des Firmensitzes der Eftec AG von Romanshorn nach Domat/Ems mit Besorgnis zur Kenntnis. Positiv ist, dass die Produktion in Romanshorn mit 149 Arbeitsplätzen erhalten bleibt. Gleichzeitig bedeutet der Wegzug des Unternehmenssitzes jedoch einen spürbaren Verlust an Steuerkraft für den Kanton Thurgau.

Text: pd/stz.

Mit der Sitzverlegung wird das globale Management des Unternehmensbereichs Ems-Eftec künftig am Hauptsitz der Muttergesellschaft im Kanton Graubünden geführt. Auch wenn operativ nur wenige Stellen betroffen sind, verlagert sich damit ein wesentlicher Teil der steuerlichen Wertschöpfung in einen anderen Kanton, mit direkten Folgen für die finanziellen Handlungsspielräume des Kantons Thurgau.

«Dass die industriellen Arbeitsplätze in Romanshorn erhalten bleiben, ist eine gute Nachricht für die Region. Problematisch ist jedoch der Verlust von bedeutendem Steuersubstrat dieser international tätigen Unternehmung», hält Diana Gutjahr, Präsidentin des Thurgauer Gewerbeverbandes, fest.

Diana Gutjahr
Diana Gutjahr

Für den Thurgauer Gewerbeverband ist klar: Der Fall Eftec ist ein Warnsignal. Der Standortwettbewerb zwischen den Kantonen hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Umso wichtiger ist es, dass der Thurgau aktiv dafür sorgt, dass bestehende Unternehmen langfristig am Standort gehalten werden können.

Der Wirtschaftsverband erwartet von der Politik, dass die Standortförderung nicht einseitig auf Neuansiedlungen ausgerichtet wird. Ebenso zentral sind die Sicherung und Weiterentwicklung der bereits ansässigen Unternehmen. Dazu gehören wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen, schlanke und effiziente Verwaltungsprozesse sowie eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur.

Während grosse Unternehmensgruppen ihre Standorte vergleichsweise flexibel anpassen können, ist dies für KMU in der Regel deutlich schwieriger. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass der Kanton Thurgau für alle Unternehmen, vom Familienbetrieb bis zum international tätigen Industriekonzern, verlässliche und langfristig attraktive Rahmenbedingungen bietet.

Der Thurgauer Gewerbeverband erwartet, dass die Sicherung der Standortattraktivität künftig noch stärker als zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe verstanden und entsprechend priorisiert wird.

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