Thurgau

Zuversicht überwiegt in der Thurgauer Wirtschaft

Zuversicht überwiegt in der Thurgauer Wirtschaft
Remo Lobsiger, Leiter Bereich Geschäftskunden bei der Thurgauer Kantonalbank, ordnet die Ergebnisse der Firmenkundenumfrage ein.
Lesezeit: 2 Minuten

Trotz eines anspruchsvollen internationalen Umfelds blickt ein Grossteil der Thurgauer Unternehmen positiv auf das Geschäftsjahr 2025 zurück. Das zeigt die aktuelle Firmenkundenumfrage der Thurgauer Kantonalbank. Für das laufende Jahr überwiegt die Zuversicht, auch wenn sich je nach Branche deutliche Unterschiede zeigen.

Text: pd/red

2025 war für viele Unternehmen im Kanton Thurgau kein einfaches Jahr. Die Schwäche der deutschen Industrie, eine globale Investitionsflaute sowie Unsicherheiten infolge der US-Zölle setzten vor allem exportorientierte Betriebe unter Druck. Stabilisierend wirkte hingegen der robuste Binnenmarkt. Insgesamt berichtete mehr als die Hälfte der über 450 befragten Unternehmen von einem guten Geschäftsjahr. Besonders binnenorientierte Branchen meldeten eine steigende Auslastung, stabile Umsätze und einen unveränderten Personalbestand. Der Handel profitierte von einer soliden Konsumnachfrage, das Baugewerbe von anhaltender Nachfrage und tiefen Zinsen.

Industriebetriebe unter Druck

Deutlich schwieriger präsentierte sich die Lage in der Industrie. Vor allem in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie kam es zu Umsatzrückgängen, tieferer Produktionsauslastung und sinkenden Gewinnen. Über 60 Prozent der Betriebe dieser Branche meldeten rückläufige Umsätze. Für 2026 erwarten die Industriebetriebe zwar eine gewisse Erholung, allerdings von einem tiefen Ausgangsniveau. In den übrigen Branchen überwiegt der Optimismus. Im Durchschnitt rechnen die Unternehmen mit steigender Auslastung sowie höheren Umsätzen und Gewinnen. «Viele Thurgauer Firmen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie anpassungsfähig und widerstandsfähig sind. Trotzdem wird 2026 anspruchsvoll bleiben», sagt Remo Lobsiger, Leiter Bereich Geschäftskunden bei der TKB.

Investitionen bleiben mehrheitlich stabil

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Umfrage lag auf der Investitionsbereitschaft. Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant mit unveränderten Investitionen, rund 10 Prozent wollen diese sogar erhöhen. Gleichzeitig reduziert oder verschiebt jedes vierte Unternehmen geplante Investitionen. Besonders zurückhaltend zeigt sich dabei erneut die MEM-Industrie. Eine generelle Investitionsschwäche ist im Thurgau jedoch nicht festzustellen. «Wer im Export mit hochwertigen Produkten konkurrenzfähig bleiben will, muss in Innovation und Effizienz investieren», so Lobsiger.

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Umfrage mit breitem Überblick

Die jährliche Firmenkundenumfrage der TKB gilt als umfassendes, wenn auch nicht repräsentatives Stimmungsbild der Thurgauer Wirtschaft und ist die einzige Erhebung dieser Art im Kanton. Die Auswertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der IHK St.Gallen-Appenzell. Die vollständigen Resultate sind auf der Website der Thurgauer Kantonalbank abrufbar.

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