Weltweite Goldnachfrage steigt über 5000 Tonnen
Text: PD/stz.
Die Gesamtnachfrage nach Gold überstieg 2025 erstmals 5000 Tonnen und erreichte 5002 Tonnen. Dies berichtet die Branchenorganisation World Gold Council in ihrem Jahresreport. Die Käufe der Zentralbanken in Höhe von 863 Tonnen blieben historisch hoch und geografisch breit abgestützt, haben sich jedoch leicht verlangsamt.
Die Nachfrage nach Gold-Investmentprodukten lag im Berichtszeitraum 84 Prozent über dem Vorjahr und erreichte mit 2175 Tonnen den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen des World Gold Council. Neben dem Bedarf nach Münzen und Barren trugen insbesondere Gold-ETFs wesentlich zur Dynamik bei und verzeichneten mit 801 Tonnen den grössten absoluten Zuwachs.
Der Bedarf nach Münzen und Barren lag 2025 weltweit bei 1374 Tonnen, wobei China mit 432 Tonnen an der Spitze stand, gefolgt von Indien mit 280 Tonnen und Europa mit 124 Tonnen. Während die absoluten Nachfragezuwächse im Osten aufgrund der schwächeren Vorjahre höher ausfielen als im Westen, verzeichnete Europa die stärksten prozentualen Wachstumsraten. Besonders Deutschland, die Schweiz, Österreich und das Vereinigte Königreich trugen dazu bei.
Die Schweiz allein erreichte eine Nachfrage von 25 Tonnen, was einem Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das vierte Quartal 2025 erwies sich als das stärkste Quartal seit Ende 2023.
Hohe Rendite weitet das Interesse an Edelmetallen aus
«Schweizer Anleger setzen nicht mehr nur aus Sicherheitsdenken auf Edelmetalle, sondern weil sie Rendite erwarten», sagt Christian Brenner, CEO des St.Galler Edelmetallhandelsunternehmens Philoro Schweiz. «Im vergangenen Jahr haben die Edelmetalle Gold und Silber Spitzenplätze bei der Performance belegt», so Brenner. Das Interesse an Edelmetallen werde dadurch nochmals breiter abgestützt.
Der Jahresreport des World Gold Council weist neben den zahlreichen Bereichen mit wachsender Goldnachfrage auch einen Sektor aus, der unter der starken Goldpreisentwicklung leidet, nämlich die Schmuckindustrie. Mit einer Nachfrage von 1638 Tonnen im Jahr 2025 lag sie 19 Prozent unter dem Vorjahr. Zum Vergleich: Seit 2010 betrug die durchschnittliche jährliche Schmucknachfrage rund 2200 Tonnen, womit das aktuelle Niveau deutlich darunterliegt. Die Nachfrage im Technologiebereich lag 2025 bei 323 Tonnen und blieb trotz der Turbulenzen in der Unterhaltungselektronik stabil, gestützt durch das anhaltende Wachstum bei KI-bezogenen Anwendungen.
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Philoro blickt auf erfolgreiches Edelmetall-Jahr zurück
Das hohe Interesse an Edelmetallen sorgte bei Philoro im vierten Quartal des vergangenen Jahres für rekordhohe Umsätze. Der Umsatz nahm gegenüber dem Vorjahresquartal um 117,4 Prozent zu. Der starke Herbst führte gemeinsam mit den Umsatzspitzen zu Jahresbeginn 2025 und vor Jahresende zu einem Umsatzplus von 35,1 Prozent für das Gesamtjahr gegenüber 2024.
«Nicht nur Gold steht im Fokus der Anleger, in den letzten Monaten ist ein regelrechter Silberrausch ausgebrochen, der sich nach dem Jahreswechsel nochmals zugespitzt hat», sagt Christian Brenner von Philoro. «Die Leute kaufen Silber, als gäbe es kein Morgen mehr», so Brenner. Die gesamte Branche befinde sich aufgrund des Ansturms auf Silber derzeit im Ausnahmezustand.