Mehrheit will Fünfräppler nicht mehr
Text: pd/stz.
Dass die Idee zur Abschaffung des Fünfräpplers in der Schweiz eine Mehrheit erreicht, ist stark auf die deutlichen Meinungen in der italienisch- und französischsprachigen Schweiz zurückzuführen. Im Tessin sprechen sich 80 Prozent der Befragten für einen Verzicht auf das Fünfrappen-Stück aus. In der Romandie sind es 68 Prozent. In der Deutschschweiz hingegen sind die Meinungen ausgeglichen.
«Die Studienergebnisse zeigen, dass die Frage der Abschaffung des Fünfrappen-Stücks in der Schweiz uneinheitlich beurteilt wird», sagt Christian Brenner, CEO von Philoro Schweiz aus Wittenbach. «Zwar spricht sich insbesondere im Tessin eine klare Mehrheit für einen Verzicht aus, doch in der Deutschschweiz wird es noch anders gesehen.»
Der Fünfräppler nimmt damit eine Sonderstellung ein. Insgesamt steigt der Zuspruch für den Beibehalt von Bargeld über die letzten Jahre hinweg. Der Anteil der Menschen, die sich ein Leben ohne die klassische, physische Bezahlmethode vorstellen können, nimmt kontinuierlich ab. In der Edelmetall-Studie 2025 gaben nur noch 11,2 Prozent der Befragten an, dass sie für die Abschaffung von Bargeld sind. Im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 12,4 Prozent, im Jahr 2023 sogar bei 28 Prozent.
Auch bei der Frage zur Abschaffung von Bargeld zeigen sich regionale Unterschiede. In der Befragung von 2025 sprechen sich im Tessin 21,5 Prozent für die Abschaffung von Bargeld aus, in der Romandie 13 Prozent und in der Deutschschweiz 9,8 Prozent. Zudem zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem Alter. Während bei den Personen über 60 Jahren nur 6,2 Prozent für die Eliminierung von Münzen und Banknoten sind, liegt dieser Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen bei 15,8 Prozent. Auch Personen mit höherem Bildungsabschluss oder höherem Einkommen stehen einer Abschaffung von Bargeld offener gegenüber.
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«Die Fünfrappen-Frage und die Bargeld-Frage gehen in unterschiedliche Richtungen», sagt Christian Brenner von Philoro. «Beim Fünfrappen-Stück geht es um die Frage, ob eine Münze mit einem sehr tiefen Nominalwert heute noch einen praktischen Nutzen hat. Bargeld hingegen steht für Selbstbestimmung, Privatsphäre und unmittelbare Verfügbarkeit – unabhängig von Technik, Strom oder Dritten.» Vor diesem Hintergrund erstaune es nicht, dass in der Schweiz die Bargeld-Initiative lanciert wurde.
Die Ergebnisse basieren auf einer schweizweiten Studie des Instituts für Marketing und Customer Insight der Universität St.Gallen. Zwischen Juli und September 2025 wurden 3'012 Erwachsene aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz online befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ und weist dank Quotierung eine hohe Strukturähnlichkeit zur Schweizer Bevölkerung auf.