Die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost VMMO vertreten rund 3800 aktive Milchproduzenten aus neun Kantonen sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Gemeinsam produzieren sie rund einen Viertel der Schweizer Milchmenge. Neben der Interessenvertretung bietet die Genossenschaft eine breite Palette an Dienstleistungen und Beratungen und versteht sich als kompetenter Partner rund um die Milchproduktion.
VMMO wählen neuen Präsidenten
Text: pd/stz.
166 Delegierte aus neun Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein sowie zahlreiche Gäste nahmen an der Versammlung teil. 20 Jahre nach dem Zusammenschluss der Milchverbände St.Gallen-Appenzell und dem Milchverband Winterthur war die Stimmung nicht nur von Feierlichkeit geprägt. Die Herausforderungen im Milchmarkt hinterlassen Spuren.
Vizepräsident Urs Werder, der die Versammlung leitete, zeigte sich erfreut über die vielen neuen, jungen Milchproduzenten in der Organisation sowie über das zunehmende Engagement von Milchbäuerinnen. Gleichzeitig verwies er auf die schwierige Entwicklung im Milchmarkt und betonte die Bedeutung einer aktiven Interessenvertretung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei ein solides Fundament geschaffen worden, auf dem nun die nächste Generation aufbauen könne.
Die Delegierten genehmigten ein erfolgreiches Geschäftsjahr und beschlossen, den Jahresgewinn von 250’581 Franken vollständig dem Genossenschaftsvermögen zuzuweisen. Der Gewinn stammt hauptsächlich aus Liegenschaftserträgen.
Auch die Unterstützung der Mitglieder wird fortgeführt: Seit 2018 vergütet die VMMO ihren Mitgliedern 0,1 Rappen pro Kilogramm produzierter Milch zur Abfederung der SMP-Beiträge. Diese Regelung wurde einstimmig verlängert. Ende April 2026 werden rund 700’000 Franken an die Mitglieder ausbezahlt.
Ebenfalls ohne Gegenstimme verabschiedeten die Delegierten die Finanzierungsbeschlüsse für 2026/2027. Dazu gehören Beiträge zur Interessenvertretung der Schweizer Milchproduzenten (SMP), zum Basismarketing für Milch und Milchprodukte sowie zur Förderung von Schweizer Käse.
Im Zentrum der Versammlung standen zudem umfassende personelle Veränderungen. Acht Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, sechs neue Mitglieder in das Gremium aufgenommen. Gleichzeitig wurden mehrere langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet. Auch die Geschäftsprüfungskommission wurde bestätigt.
Mit Reto Schaufelberger aus Fischenthal ZH wählten die Delegierten einen neuen Präsidenten. Der 42-jährige Milchproduzent tritt die Nachfolge von Hanspeter Egli an, der die VMMO während 20 Jahren im Vorstand, davon 13 Jahre als Präsident, geprägt hat.
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Er betonte die Bedeutung von Wissenstransfer, politischer Interessenvertretung und Nähe zur Basis: «Unsere Kernaufgabe ist der Wissenstransfer in den Bereichen Milchmarkt und Milchproduktion. Mir ist wichtig, dass unsere Mitglieder gut informiert sind und Entwicklungen im Markt und in der Produktion einordnen können.»
Schaufelbergers Vision sei eine Genossenschaft, «die nah an der Basis bleibt, fachlich stark ist und politisch wirksam auftritt».
Prominenter Gastredner war Bundesrat Albert Rösti. Er gratulierte der VMMO zum Jubiläum und zur neuen Führung und würdigte die strategische Entscheidung, beim Zusammenschluss die politische Arbeit vom Milchhandel zu trennen.
Rösti verwies auf die Bedeutung der Landwirtschaft für die Schweiz und stellte fest: «Für den Gesamtbundesrat steht ausser Frage: Die inländische Lebensmittelproduktion spielt eine zentrale Rolle für die Ernährungssicherheit – heute wie auch in Zukunft.»
Die wirtschaftlichen Herausforderungen im Milchmarkt beleuchtete SMP-Präsident Boris Beuret. Er machte deutlich, dass das sehr gute Futterbaujahr 2025 zu einer deutlichen Ausweitung der Milchproduktion geführt habe. Die Folge seien sinkende Preise. So lag die Verkehrsmilchproduktion im Januar 2026 um 7,1 Prozent über dem Vorjahr.
Gleichzeitig verwies Beuret auf den steigenden weltweiten Milchkonsum als positives Signal. Branche und Politik seien gefordert, aus der aktuellen Situation die richtigen Lehren zu ziehen, insbesondere im Hinblick auf die kommende Agrarpolitik 2030+.