Ostschweiz

Network Gay Leadership: Über 25 Jahre im Einsatz für LGBTI-Rechte

Network Gay Leadership: Über 25 Jahre im Einsatz für LGBTI-Rechte
«Echte und nachhaltige Gleichstellung ist dann erreicht, wenn Geschlecht und/oder sexuelle Orientierung eben gar keine Rolle mehr spielen», so Gastrednerin Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin (FDP/SG) und Präsidentin FDP Frauen Schweiz.
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Der Verein Network Gay Leadership setzt sich seit 1996 für die rechtliche und soziale Gleichstellung von LGBTI-Personen am Arbeitsplatz, in der Politik und Kultur ein. Am letzten Aprilwochenende traf sich der Verein zur jährlichen Generalversammlung in Bad Ragaz.

Alle Bilder des Events finden Sie hier.

Nachdem der Verein 2021 sein 25-jähriges Jubiläum feiern durfte, stand in diesem Jahr wiederum eine reguläre Versammlung an: Am 30. April 2022 lud Network Gay Leadership, Verein schwuler Führungskräfte in der Schweiz, ins Grand Resort Bad Ragaz im St.Galler Rheintal zur Generalversammlung ein.

Bekannte Gesichter wurden verabschiedet und einige neue begrüsst. Insgesamt blickten Präsident Frank Preuss und Gastreferentin Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin (FDP/SG) und Präsidentin FDP Frauen Schweiz, auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Mit der «Ehe für alle» wurde im September 2021 eine entscheidende Abstimmung gewonnen. Offene «Baustellen» bestehen jedoch nach wie vor und erfordern auch künftig das Engagement der «Networker».

 

Über 25 Jahre Engagement haben sich ausbezahlt: Der Verein für schwule Führungskräfte konnte mit der gewonnenen «Ehe für alle» -Abstimmung im September 2021 einen wichtigen Meilenstein nehmen.
Über 25 Jahre Engagement haben sich ausbezahlt: Der Verein für schwule Führungskräfte konnte mit der gewonnenen «Ehe für alle» -Abstimmung im September 2021 einen wichtigen Meilenstein nehmen.

Präsident Preuss blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Nach der Stärkung beim gemeinsamen Business Lunch wurde die Generalversammlung von Präsident Frank Preuss eröffnet. Sein erstes Jahr in der Vereinsführung gestaltete sich herausfordernd, aber erfolgreich. Waren doch die «Networker» an den vier letzten wichtigen nationalen Vorlagen zu LGBTI-Anliegen massgeblich beteiligt.

Preuss zeigte sich stolz: «Nach der gewonnenen Abstimmung über die ‹Ehe für alle› haben wir uns nicht etwa zurückgelehnt, sondern uns gleich an die nächsten Projekte gemacht.» So hätten an die 100 Mitglieder an der darauffolgenden nationalen Retraite die Köpfe zusammengesteckt und Zukunftspläne diskutiert, so der Präsident.

Das engagierte Vereinsleben in allen Regionen – trotz Corona – sowie der Einsatz der Mitglieder für das Swiss LGBTI-Label seien beeindruckend. Bereits zum Jahresbeginn 2022 wurden zehn neue Organisationen damit ausgezeichnet.

Präsident Frank Preuss blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück und lobt den unermüdlichen Einsatz der «Networker».
Präsident Frank Preuss blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück und lobt den unermüdlichen Einsatz der «Networker».

Jahrelanger Kampf endlich belohnt

Auch die geladene Gastrednerin Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin (FDP/SG) und Präsidentin FDP Frauen Schweiz, kämpft unermüdlich für Gleichberechtigung. Die heute selbständige Rechtsanwältin beschäftigte sich bereits in jungen Jahren im Rahmen ihres Studiums der Jurisprudenz an der Universität St.Gallen (HSG) mit Fragen der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern.

Heute als Selbstverständlichkeit angesehen, erhielten Frauen in der Schweiz ihr Stimmrecht gerade einmal vor 50 Jahren. Ein jahrelanger Kampf, den die LGBTI-Community nur allzu gut kennt. Ganze zehn Jahre nach der Lancierung der Petition «Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Liebe» wurde beim Referendum zum Partnerschaftsgesetz im Jahr 2005 ein langersehnter Erfolg gefeiert. Mit der eingetragenen Partnerschaft wurde die rechtliche Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare erstmals im Gesetz festgeschrieben.

Doch die Folgejahre hielten weitere Hürden bereit: 2016 galt es, die Initiative der damaligen CVP («Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe»), welche die Ehe als Verbindung von ausschliesslich Mann und Frau auf Verfassungsstufe festschreiben wollte, abzuwehren. Schliesslich konnte mit der Verankerung des Diskriminierungsverbots in der Bundesverfassung 2020 ein wichtiger Meilenstein genommen werden. Die Krönung bildete die gewonnene Abstimmung zur «Ehe für alle» im vergangenen September. Gleichgeschlechtliche Ehen werden damit ab dem 1. Juli 2022 endlich Tatsache.

Frische Kräfte im Vorstand: Bernard Monod und Andy Zesiger wurden als neue Vorstandsmitglieder klar gewählt.
Frische Kräfte im Vorstand: Bernard Monod und Andy Zesiger wurden als neue Vorstandsmitglieder klar gewählt.

Offene «Baustellen»

Verbesserungsbedarf in Bezug auf die gesellschaftliche Gleichstellung und Akzeptanz von LGBTI-Personen bestehe nach wie vor, führte Vincenz-Stauffacher an; so beispielsweise in männlich dominierten Sportarten, wo noch immer ein antiquiertes Männlichkeitsbild vorherrsche. Um auch hier zu enttabuisieren, seien Vorbilder immens wichtig.

Die Nationalrätin stellte zum Abschluss klar: «Echte und nachhaltige Gleichstellung ist dann erreicht, wenn Geschlecht und/oder sexuelle Orientierung eben gar keine Rolle mehr spielen, wenn Diversität als Bereicherung und nicht als Störung empfunden wird – im Kleinen in einem Team oder im Grossen als Gesellschaft.»

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Frischer Wind im Vorstand

Anlässlich der Generalversammlung wurden dann gleich drei Regionalleiter verabschiedet: Michael Müller, Erik Schlumpf und Hansruedi Zellweger. Weiter schieden Morena della Picca, Jean-Fabien Monin und Daniel Stolz aus dem Vorstand aus. Nachrücken als Neuzugänge werden Bernard Monod und Andy Zesiger. Die beiden wurden als neue Vorstandsmitglieder gewählt und sogleich herzlich willkommen geheissen. Als langjähriger Kommissionsleiter wurde ausserdem Hans-Peter Fricker verabschiedet. Ein grosses Dankeschön für das grosse Engagement wurde allen Beteiligten ausgesprochen.

Schliesslich leitete Michael Lindenmann, OK-Präsident und Leiter von Network Ostschweiz/Fürstentum Liechtenstein zum Apéro über. Beim gemeinsamen Abendessen durfte sich Queeramnesty über die Verleihung des Network-Preises in der Höhe von CHF 10'000.- freuen. Das Wochenende konnte dann mit einem Museumsbesuch oder der Teilnahme am Golfturnier abgerundet werden.

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