Thurgau

I+D Campus vernetzt Wirtschaft und Forschung im Thurgau

I+D Campus vernetzt Wirtschaft und Forschung im Thurgau
Am 18. Februar 2026 wurde der «I+D Campus» offiziell eröffnet
Lesezeit: 3 Minuten

Mit der Eröffnung des I+D Campus in Kreuzlingen entsteht im Thurgau ein neuer Knotenpunkt für angewandte Forschung, Innovation und digitale Transformation. Unternehmen, Start-ups und Organisationen erhalten damit Zugang zu wissenschaftlichem Know-how, Innovationsberatung und Co-Working-Infrastruktur.

Text: pd/stz.

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Der neue Standort richtet sich gezielt an KMU, Start-ups und Institutionen aus der Region und soll die Wettbewerbsfähigkeit der Thurgauer Wirtschaft stärken, insbesondere im Bereich Digitalisierung und Innovation.

Regierungsrat Walter Schönholzer, angekündigt als «Gestalter der Digitalisierung des Thurgaus», ordnete die Bedeutung des Projekts ein: «Innovation und Digitalisierung sind zentral für die Thurgauer Wirtschaft.» Gleichzeitig machte er deutlich, dass weiterer Handlungsbedarf besteht: «Im UBS-Digitalisierungsranking liegt der Kanton Thurgau auf Rang 12. Damit können wir nicht zufrieden sein.»

Walter Schönholzer
Walter Schönholzer

Entsprechend kritisch fiel auch seine Einschätzung zur aktuellen Lage aus: Die Innovationskraft im Thurgau habe noch Luft nach oben. Der Campus soll und könne helfen, dies zu ändern. Zugleich betonte er die strukturellen Rahmenbedingungen des Standorts: «Der Thurgau ist ein ausgeprägter, erfolgreicher KMU-Kanton. Umso mehr sind wir darauf angewiesen, dass wir Orte haben, wo Wissen zu Innovation und Digitalisierung direkt vermittelt wird.»

Ort für angewandte Forschung und Vernetzung

Der Campus bietet moderne Arbeits- und Begegnungsräume, Co-Working-Flächen, Veranstaltungsinfrastruktur sowie wissenschaftliches Sparring für Innovations- und Digitalisierungsprojekte. Unternehmen sollen dadurch praxisnahe Unterstützung bei der Umsetzung digitaler Transformationsvorhaben erhalten. Bereits vor Ort sind unter anderem das Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDIT) sowie das Startnetzwerk Thurgau angesiedelt.

Caroline Obolensky
Caroline Obolensky

Ein zentrales Element ist die angewandte Forschung des TIDIT in Bereichen wie Datenbanken und probabilistischer Künstlicher Intelligenz, die gezielt in konkrete Lösungen für Unternehmen überführt werden soll. «Wir machen Forschung greifbar und bringen sie dorthin, wo sie den Thurgau stärkt: gemeinsam mit Unternehmen in konkrete Lösungen und in nachhaltige Wertschöpfung», sagte TIDIT-Geschäftsführerin Caroline Obolensky.

Auch aus Sicht der Wirtschaft steht der Netzwerkgedanke im Vordergrund. Kristiane Vietze, Präsidentin der IHK Thurgau, betonte im Talk mit Meinrad Koch: «Hier kann sich die Wirtschaft effizient und kostengünstig vernetzen.»

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Von der IHK initiiertes Grossprojekt

Initiiert und massgeblich entwickelt wurde der Campus von der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK). Ziel war es, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung enger zu verzahnen und Innovation schneller in marktfähige Lösungen zu überführen.

IHK-Direktor Jérôme Müggler, der die Stiftung I+D Campus präsidiert, bezeichnete die Umsetzung im Gespräch mit Meinrad Koch als besonders anspruchsvoll: «Es war eines der anspruchsvollsten und herausforderndsten Projekte in meiner IHK-Zeit.»

Jérôme Müggler, Meinrad Koch und Kristiane Vietze
Jérôme Müggler, Meinrad Koch und Kristiane Vietze

Gleichzeitig unterstrich er die strukturelle Ausgangslage des Kantons: «Da wir im Thurgau neben der PHTG keine eigene Hochschule haben, ist es entscheidend, dass wir akademisches Know-How in den Kanton bringen.» Das geschehe unter anderem über die Zusammenarbeit mit Universitäten sowie der HTWG in Konstanz. Mit Blick auf die weitere Entwicklung sagte Müggler zudem: «Die IHK wird sich weiter dafür einsetzen, dass das Projekt zum Fliegen kommt.»

Finanziert wird das Grossprojekt durch eine Anschubfinanzierung aus den sogenannten TKB-Millionen in Höhe von 20 Millionen Franken. Je zehn Millionen fliessen in den Aufbau des Campus sowie in das TIDIT, mit einem Aufbauhorizont von acht bis zehn Jahren und einer ersten Zwischenevaluation bis Ende 2027.

Parallel zur Campus-Eröffnung rückt auch die digitale Standortentwicklung stärker in den Fokus: Bereits im November 2025 lancierte das TIDIT eine Umfrage zur Digitalisierung in der Ostschweiz (Digitalisierungs- und KI-Barometer). Die Ergebnisse werden Ende Februar veröffentlicht.

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