Appenzeller Hotelier Jan Schoch muss vor Gericht
Text: pd/red
Schoch werden versuchter Betrug, Urkundenfälschung, versuchte Nötigung, mehrfache falsche Anschuldigung sowie fahrlässige schwere Körperverletzung vorgeworfen. Ein Teil der Anklage richtet sich laut dem Bericht auch gegen seinen damaligen Anwalt sowie einen Bauleiter.
Schwerer Baustellenunfall
Im Mittelpunkt der Anklage steht unter anderem ein Unfall während der Bauarbeiten am heutigen Fünf-Sterne-Superior-Hotel Huus Quell in Gonten. Gemäss dem St.Galler Tagblatt soll Schoch im April 2022 trotz geäusserter Sicherheitsbedenken eines Bauleiters Filmaufnahmen auf der Baustelle durchgeführt haben.
Dabei stürzte ein Kameramann aus rund acht Metern Höhe durch mehrere Stockwerke und erlitt schwere Verletzungen an der Wirbelsäule. Laut Anklageschrift werde der Mann voraussichtlich dauerhaft arbeitsunfähig bleiben. Die Staatsanwaltschaft wirft Schoch vor, der Unfall wäre mit einfachen Sicherheitsmassnahmen vermeidbar gewesen.
Weitere Vorwürfe
Weitere Anklagepunkte stehen im Zusammenhang mit einem arbeitsrechtlichen Streit mit dem ehemaligen Geschäftsführer des Hotels Bären in Gonten. Laut dem St.Galler Tagblatt geht es dabei unter anderem um mutmasslich falsche Unterlagen, die in einem früheren Gerichtsverfahren eingereicht worden sein sollen. Zudem soll der ehemalige Mitarbeiter mit bewusst falschen Strafanzeigen belastet und ein Arbeitszeugnis nur unter unzulässigen Bedingungen ausgestellt worden sein.
Schochs Anwalt weist sämtliche Vorwürfe zurück. Gegenüber dem St.Galler Tagblatt erklärte er, sein Mandant werde sich gegen alle Anschuldigungen vor Gericht zur Wehr setzen. Zum Baustellenunfall hält der Anwalt fest, das Verfahren sei zunächst eingestellt und erst nach einer Beschwerde des Unfallopfers wieder aufgenommen worden.
Weshalb der Name genannt wird
Das St.Galler Tagblatt begründet die Namensnennung mit den Richtlinien des Schweizer Presserats. Demnach kann die Identität einer beschuldigten Person genannt werden, wenn sie in der Öffentlichkeit bekannt ist und ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht. Dies sei bei Schoch als Mitgründer des Finanzunternehmens Leonteq und Investor des Luxushotels Huus Quell gegeben.