Ostschweiz

Regio empfiehlt Ja zur «Kantonsstrasse zum See»

Regio empfiehlt Ja zur «Kantonsstrasse zum See»
Michael Götte, Präsident der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee
Lesezeit: 2 Minuten

Am 8. März 2026 entscheidet die Stimmbevölkerung des Kantons St.Gallen über die Vorlage «Kantonsstrasse zum See» mit Kostenbeteiligung am «Anschluss Witen mit Zubringer». Die Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee unterstützt das Projekt klar. Es gilt als zentrales Schlüsselvorhaben für die Verkehrsentlastung, bessere Erreichbarkeit und mehr Lebensqualität in der Region Rorschach.

Text: pd/stz.

Zwischen dem Autobahnabschnitt St.Gallen Meggenhus/Mörschwil und der Ausfahrt Rheineck/Thal/Buriet besteht heute kein direkter Anschluss an die A1. Der Verkehr von und nach Rorschach führt deshalb mitten durch die Wohngebiete – im Westen durch Goldach, im Osten durch Staad. Die betroffene Bevölkerung ist starkem Durchgangs-, Schwer- und Ausweichverkehr ausgesetzt. Dies beeinträchtigt die Verkehrssicherheit ebenso wie die Aufenthaltsqualität.

Mit dem Autobahnanschluss Witen und der «Kantonsstrasse zum See» soll nun eine abgestimmte Gesamtlösung umgesetzt werden. Ziel ist es, die Zentren und Quartiere von Rorschach, Goldach und Staad vom Durchgangs- und Schwerverkehr zu entlasten und gleichzeitig die Erreichbarkeit von Rorschach nachhaltig zu verbessern. Geplant sind unter anderem ein Tunnel unter der Bahnlinie, neue Anschlussknoten an das bestehende Strassennetz sowie gezielte Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr.

«Die Massnahmen führen gemeinsam umgesetzt zu weniger Stau, weniger Lärm und mehr Lebensqualität sowie höherer Verkehrssicherheit», sagt Michael Götte, Präsident der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee und Gemeindepräsident von Tübach.

Gemeinsame Finanzierung von Bund, Kanton und Gemeinden

Das Gesamtpaket umfasst den Autobahnanschluss Witen, die kantonale Zubringerstrasse «Kantonsstrasse zum See» sowie flankierende Massnahmen. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch Bund, Kanton und Gemeinden.

Die Gesamtkosten für die «Kantonsstrasse zum See» belaufen sich auf 206,7 Millionen Franken. Nach Abzug der Gemeindebeiträge von 8,9 Millionen Franken verbleiben 197,8 Millionen Franken, die durch den Kanton St.Gallen finanziert werden. Hinzu kommt die Beteiligung des Kantons am Anschluss Witen in der Höhe von 69,5 Millionen Franken. Der Gesamtaufwand des Kantons St.Gallen über den Strassenfonds beträgt damit 267,3 Millionen Franken.

Die «Kantonsstrasse zum See» ist im Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee der dritten Generation enthalten. Voraussichtlich beteiligt sich der Bund mit 26,2 Millionen Franken an der Finanzierung.

Die beiden Projekte – Autobahnanschluss Witen und «Kantonsstrasse zum See» – sind eng miteinander verknüpft und entfalten ihre Wirkung nur gemeinsam. Ein Nein zur Vorlage würde auch den Anschluss Witen verhindern. Geplante Massnahmen im Lärmschutz sowie im Fuss- und Veloverkehr müssten zurückgestellt oder neu beurteilt werden. Zudem könnten Teile des Agglomerationsprogramms nicht umgesetzt werden, und zugesicherte Bundesmittel für die koordinierte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung gingen verloren.

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Breite politische Unterstützung

Bereits 2019 haben die Gemeinden Rorschach und Goldach sowie die Bürgerversammlung Rorschacherberg einem freiwilligen Beitrag zum Projekt deutlich zugestimmt. Auch die Regierung des Kantons St.Gallen, der Bund, die bürgerlichen Parteien sowie zahlreiche Verbände unterstützen das Vorhaben. Der Kantonsrat nahm die Vorlage im Juni 2025 mit 86 Ja- zu 17 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen klar an.

Auch die Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee steht hinter dem Projekt. Als Bestandteil des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee ist die «Kantonsstrasse zum See» ein zentrales Element für eine abgestimmte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie für die nachhaltige Stärkung der Region als Wirtschafts- und Lebensraum. Die Regio empfiehlt der Stimmbevölkerung deshalb ein Ja am 8. März 2026.

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