Gewerbe Stadt St.Gallen will Sparringpartner sein
Text: pd/stz.
Die 190. Generalversammlung von Gewerbe Stadt St.Gallen stand im Zeichen der strategischen Weiterentwicklung, des persönlichen Austauschs und eines eindringlichen Blicks auf das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz. Rund 170 Personen versammelten sich im Pfalzkeller. Sämtliche statutarischen Geschäfte wurden gutgeheissen.
Gian Bazzi blickte in seinem Präsidialreferat auf ein engagiertes Verbandsjahr 2025 zurück. Im Zentrum stand die strategische Weiterentwicklung des Verbands. Um auf dem politischen Parkett wieder schlagkräftiger auftreten zu können, sei es wichtig, sich offener gegenüber unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven zu zeigen. Gewerbe Stadt St.Gallen wolle sich als fortschrittlicher Sparringpartner positionieren, der wirtschaftliche Freiheit, soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
Ideologische Debatten sollten nach Ansicht des Verbands durch pragmatische und zukunftsgerichtete Lösungen ersetzt werden. Zu diesem Zweck wurden die Strategiepapiere von Gewerbe Stadt St.Gallen überarbeitet. Zudem wurde das «Welcome-Kit» für Neumitglieder digitalisiert.
Praxisnahe Impulse und persönliche Begegnungen
Mit Veranstaltungen wie «Gewerbe@OST» und dem «Gewerbler Z’Morge» setzte der Verband auch im vergangenen Jahr auf praxisnahe Impulse und den persönlichen Austausch unter den Gewerblern. Zudem wurde das Engagement für eine attraktive Innenstadt weitergeführt, unter anderem mit den erstmals durchgeführten «Pick! Shopping Days».
Gewerbe Stadt St.Gallen bekräftigte an der Generalversammlung, sich weiterhin aktiv für unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen und eine zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt einzusetzen. Der Verband will nicht nur Interessen vertreten, sondern auch Impulse geben, Brücken bauen und konkrete Lösungen ermöglichen.
Die statutarischen Geschäfte, insbesondere der Jahresbericht 2025, die Jahresrechnung 2025 sowie das Budget 2026, wurden von den Mitgliedern einstimmig genehmigt. Im Ausblick auf das Programm 2026 erwähnte Präsident Gian Bazzi speziell den Mitgliederanlass, der einen exklusiven Einblick in das neue Ostschweizer Kinderspital St.Gallen ermöglichen wird.
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«Wir leben nicht mehr im Heidiland!»
Das Gastreferat des Abends hielt Brigadier Marco Knechtle, Kommandant-Stellvertreter der Territorialdivision 4. Der Milizoffizier, der hauptberuflich als Rektor am Gymnasium St. Antonius in Appenzell arbeitet, verschaffte den Anwesenden einen Überblick über die aktuellen Kriegsherde auf der Erde und die Bedrohungen für die Schweiz.
Aus den zahlreichen Kampfhandlungen der heutigen Zeit lassen sich gemäss Knechtle mehrere Gemeinsamkeiten ableiten. Kriege würden zunehmend aus der Distanz geführt, etwa mit Drohnen und Langstreckenraketen. Kritische Infrastrukturen würden gezielt angegriffen. Zudem schaffe die hybride Kriegsführung mit Cyberangriffen und Sabotage neue Angriffsflächen. «Wir leben nicht mehr im Heidiland!», bekräftigte Knechtle.
Besonders mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sei die Gefahr sehr nahe. Aufgrund ihrer geografischen Lage im Zentrum Europas werde die Schweiz bei näheren Konflikten trotz Neutralität zwangsläufig dem Kriegsgeschehen ausgesetzt sein. Deshalb brauche es Investitionen in einsatzfähiges Material und eine flächendeckende Ausrüstung. Heute könnte im Ernstfall gerade einmal ein Drittel der Armee vollständig ausgerüstet werden. Ausserdem gelte es, technologische Fortschritte zu nutzen und die internationale Zusammenarbeit mit gemeinsamen Trainings voranzutreiben.
Wie jedes Jahr offerierte der Verband zum Abschluss der Generalversammlung den traditionellen 3B-Imbiss mit Bratwurst, Bürli und Bier. Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit zum offenen und informellen Austausch untereinander sowie mit Vertretern aus Politik und Verwaltung.