St.Gallen

Bioprozesspartnerschaft für die Zukunft von Lebens- und Futtermitteln

Bioprozesspartnerschaft für die Zukunft von Lebens- und Futtermitteln
Claudia Neuhold, Business Development Food and Biotech bei Zeta, und Erika Georget, Head of Bioprocessing bei Bühler
Lesezeit: 3 Minuten

Bühler Uzwil hat ein Joint Venture mit dem österreichischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen Zeta gegründet. Das neue Unternehmen, Eridia, soll Anlagen für die Lebens- und Futtermittelbiotechnologie entwickeln, vor allem in den Bereichen Präzisionsfermentation und zelluläre Landwirtschaft. 

Zeta hat umfangreiche Erfahrungen in der Skalierung biopharmazeutischer Prozesse — vom Piloten bis zum industriellen Massstab. Bühler ist ein marktführender Anbieter von Technologie und Verarbeitungsexpertise für die Lebens- und Futtermittelindustrie und konzentriert sich auf die Schaffung nachhaltigerer Wertschöpfungsketten für seine Kunden weltweit. Eridia, mit Sitz im österreichischen Leobendorf, ist ein 50/50-Joint Venture, das Lösungen entwickeln wird, um die steigende globale Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln zu befriedigen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.

«Die Nutzung von Bioprozessen für die Lebens- und Futtermittelindustrie ist nicht neu, aber sie muss in grossem Massstab angewendet werden. Technologien wie die Präzisionsfermentation und die zelluläre Landwirtschaft haben das Potenzial, den Flächen- und CO2e-Fussabdruck der Lebens- und Futtermittelproduktion drastisch zu reduzieren. Das ist ein möglicher Weg, um Nahrungs- und Futtermittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren und gleichzeitig die Grenzen unseres Planeten zu respektieren. Wir wollen die Entwicklung dieses Marktes beschleunigen und unsere Kunden besser bedienen. Zeta ist ein fantastischer Partner, um das erreichen zu können», erklärt Ian Roberts, Chief Technology Officer bei Bühler.

Dank dem 50/50-Joint-Venture Eridia werden Bühler und Zeta einen weiteren Beitrag zur Präzisionsfermentation und zum neueren Bereich der zellulären Landwirtschaft leisten.

Bei der Präzisionsfermentation werden Mikroorganismen als Zellfabriken eingesetzt, um wertvolle Nährstoffe und funktionelle Inhaltsstoffe wie Proteine, Omega-3-reiche Öle oder natürliche Pigmente effizient zu produzieren. Weiterentwickelt kann sie auch dazu verwendet werden, tierische Produkte wie Fleisch oder Fisch zu erzeugen. Dieser neue Bereich der zellulären Landwirtschaft kann dazu beitragen, den Druck auf die Ökosysteme zu verringern, indem die Auswirkungen der Lebens- und Futtermittelproduktion auf die Anbauflächen, die Artenvielfalt und die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Mit der zellulären Landwirtschaft können Fleischprodukte gezüchtet werden, die in Struktur und Geschmack mit dem tierischen Pendant identisch sind, ohne dass dafür Tiere gezüchtet werden müssen.

Ian Roberts, CTO bei Bühler
Ian Roberts, CTO bei Bühler

Biotech-Fachwissen und Erfahrung in der Skalierung

Zeta hat Expertise in der biopharmazeutischen Verfahrenstechnik und realisiert globale Biotech-Projekte. Mit 1200 hochqualifizierten Mitarbeitenden und 22 Niederlassungen weltweit ist das Unternehmen auf die Planung, Automatisierung, Digitalisierung und Qualifizierung von massgeschneiderten biopharmazeutischen Anlagen für aseptische Prozesslösungen spezialisiert. Zeta unterstützt das Scale-up von Fermentationsprozessen vom Labor bis zur industriellen Produktion und wird dieses Fachwissen auch auf den Bereich der Zellkulturfermentation für die Lebensmittelindustrie anwenden.

Bühler hat eine führende Position in der globalen Lebens- und Futtermittelindustrie und trägt täglich zur Ernährung von über zwei Milliarden Menschen bei. Bühler verfügt über Fachwissen im Bereich der Verarbeitungstechnologien, kennt die wettbewerbsfähigen Lebens- und Futtermittelmärkte genau und hat einen weltweiten Zugang zu diesen Märkten. Bühler erforscht neue Anwendungen und Technologieentwicklungen in diesen Bereichen und verfolgt das Ziel, bis 2025 Lösungen zu entwickeln, die den Energie- und Wasserverbrauch sowie den Abfall in den Wertschöpfungsketten seiner Kunden um jeweils 50% reduzieren.

Das neue Unternehmen wird seinen Hauptsitz im österreichischen Leobendorf haben, aber auch den Innovationscampus von Bühler im schweizerischen Uzwil nutzen. Erika Georget, Head of Bioprocessing bei Bühler, und Claudia Neuhold, Business Development Food and Biotech bei Zeta, werden das Führungsteam von Eridia ergänzen.

«Wir freuen uns sehr über das Joint Venture mit Bühler. Wir sehen darin eine Chance, unsere Expertise in der Biotechnologie einzubringen, um nachhaltigere Wege für die Lebens- und Futtermittelproduktion auf globaler Ebene zu finden», erklärt Andreas Marchler, Geschäftsführer von Zeta.

«Bühler ist einfach der richtige Partner für uns. Wir bringen unsere Kompetenz ein und nutzen sie zusammen mit dem Marktzugang von Bühler, um in diesem spannenden Segment zu wachsen», zeigt sich Claudia Neuhold, Business Development Food and Biotech bei Zeta begeistert.

«Das ist eine grossartige Gelegenheit, unsere Kunden bei ihren nächsten Schritten in der Entwicklung der Produktion für das Lebens- und Futtermittelsystem zu unterstützen. Wir sehen, dass sich der bestehende Fermentationsbereich für Lebensmittel bereits weiterentwickelt und dass kultivierte Lebensmittel gute Fortschritte machen. Mit Eridia können wir eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung dieser neuen Lebens- und Futtermittelgeschäfte spielen», sagt Erika Georget, Leiterin des Bereichs Bioprocessing bei Bühler.

Zeta bringt Erfahrung in der biopharmazeutischen Verfahrenstechnik mit und realisierte bereits grosse globale Biotech-Projekte.
Zeta bringt Erfahrung in der biopharmazeutischen Verfahrenstechnik mit und realisierte bereits grosse globale Biotech-Projekte.

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